Vesna Parun

Vesna Parun (* 10. April 1922 in Zlarin; † 25. Oktober 2010 in Stubičke toplice) war eine der angesehensten kroatischen Schriftstellerinnen. Bekannt wurde sie durch ihre Gedichte.


 

Vesna Parun und ihre Familie lebten unter schwierigen Lebensbedingungen. Ihr Vater Ante wechselte oft seine Arbeitsstellen und war eine Zeit lang arbeitslos, deswegen verbrachte Vesna Parun einen Teil ihrer Kindheit und Jugend bei ihrer Tante in Split und in Šibenik. Sie absolvierte die Grundschule auf der Insel Vis und besuchte danach das Gymnasium in Šibenik und Split, wo sie 1940 ihr Abitur machte. Sie war eine ausgezeichnete Schülerin und verdiente schon im Alter von 14 Jahren mit Nachhilfeunterricht ihr eigenes Geld. Nach dem Abitur begann sie an der Philosophischen Fakultät in Zagreb das Studium der Romanistik. Das erst angefangene Studium musste sie wegen des Krieges abbrechen.

Nach dem Kriegsende begann sie wieder zu studieren, widmete sich nun aber der Philosophie. 1947 erkrankte Vesna Parun an Typhus. Zu dieser Zeit durchlebte sie auch Krisen, verursacht durch eine unglückliche Liebe. Wegen dieser schweren Schicksalsschläge brach sie ihr Studium erneut ab.

Ab dem Jahr 1962 bis 1967 lebte Vesna Parun in Bulgarien, wo sie heiratete und sich auch gleich wieder scheiden ließ. Das Resultat ihres Aufenthalts in Bulgarien sind ihre zahlreichen Übersetzungen bulgarischer Poesie. Nach ihrer Rückkehr lebte sie in Zagreb, wo sie als freie Schriftstellerin arbeitete. Aus gesundheitlichen Gründen verließ sie einige Jahre später Zagreb und begab sich in das Thermalbad von Donja Stubica. Dort schrieb sie einige ihrer Werke.

Vesna Parun widmete sich vollkommen der Literatur und war so die erste Schriftstellerin in der kroatischen Literatur, die ausschließlich von Literatur und für die Literatur lebte. Sie gehörte zu den bekanntesten zeitgenössischen Dichtern in Kroatien.


Vesna Parun fing schon im frühen Alter mit dem Schreiben an. Ihr erstes Gedicht «Pramaljeće» wurde 1932 in der Zeitschrift «Anđeo Čuvar» (Der Schutzengel) veröffentlicht. Es folgte das Gedicht «Zov» (Der Ruf), das 1938 in der Zeitschrift «Sjeme» (Das Saatkorn) veröffentlicht wurde. Außer Gedichten schrieb sie auch Dramen. Das Kindergedicht spielte eine wichtige Rolle in ihrer Lyrik. Es wurden über 60 Bücher der Poesie und Prosa herausgebracht und vier ihrer Dramen wurden inszeniert.

 

 

Für ihr Schaffen bekam Vesna Parun zahlreiche und bedeutungsvolle Auszeichnungen. Für ihre Gedichtsammlung «Pjesme» (Lieder) (1948) erhielt sie die Auszeichnung «Matica Hrvatska», für die Sammlung «Crna maslina» (Schwarze Olive) (1955) die Auszeichnung der Stadt Zagreb, für ihren Versroman «Mačak Džingiskan i Miki Trasi» (Der Kater Đžingiskan und Miki Trasi) (1968) wurde ihr die Auszeichnung «Grigor Vitez» zuerkannt. Die Auszeichnung «Matica Srpska» 1972 in Novi Sad bekam sie als erfolgreichste Kinderdichterin, und 1970 wurde ihr in Paris ein Diplom für die Poesie verliehen.

Im Jahre 2003 erhielt sie die Auszeichnung «Tin Ujević» für ihre Sonettsammlung. 1982 wurde sie für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

 

 

 

 

Bibliografie

 

 

Poesie

Zore i vihori, 1947

Pjesme, 1948

Crna maslina, 1955

Vidrama vjerna, 1957

Ropstvo, 1957

Pusti da otpočinem, 1958

Ti i nikad, 1959

Koralj vraćen moru, 1959

Konjanik, 1961

Jao jutro, 1963

Bila sam dječak, 1963

Vjetar Trakije, 1964

Pjesme, 1964

Gong, 1966

Otvorena vrata, 1968

Ukleti dažd, 1969

Tragom Magde Isanos, 1971

Sto soneta, 1972

I prolazim životom, 1972

Stid me je umrijeti, 1974

Olovni golub, 1975

Apokaliptične basne, 1976

Ljubav bijela kost, 1978

Žita snova, 1978

Izabrane pjesme, 1979

Mapa Magdica, 1979

Šum krila, šum vode, 1981

Salto mortale, 1981

Izabrana djela, 1982

Grad na Durmitoru, 1988

Kasfolpirova zemlja, 1989

Indigo-grad, 1990

Sonetni vijenci, 1991

Tronožac koji hoda, 1993

Začarana čarobnica, 1993

Izbor iz djela, 1995

Ptica vremena, 1996

Smijeh od smrti jači, 1997

Pelin basne, 1998

Spužvica i spužva, 1999

Političko Valentinovo, 2000

Grijeh smrti, 2000

Bubnjevi umjesto srca, 2003

 

Kindergedichte

Patka Zlatka, 1957

Tuga i radost šume, 1958

Zec mudrijan, 1958

Kornjačin oklop, 1958

Mačak Džingiskan i Miki Trasi, 1968

Miki Trasi i baka Pim Bako, 1968

 

Prosa

Pod muškim kišobranom, 1987

Krv svjedoka, 1988

Hrvatska kraljica, 1999

Noć za pakost – moj život

u 40 vreća, 2001

Mačak na mjesecu, 1969

Miki slavni kapetan, 1970

Karneval u Kukljici, 1974

Poznanstvo s danima malog Maksima, 1974

Igre pred oluju, 1979

Dvanaest slikovnica o psima, 1983

Hoću ljutić, neću mak, 1983

Roda u školi, 1988

Pokraj Kupe kad se vrapci skupe, 1989

Moj prijatelj šišmiš, 1990

Uspavanka za poljubac, 1995

Kroz prozor i zime, 1995

Pčela, duga i mlin, 1997

Tri morske pustolovke, 2000

Morska kočijica, 2001

 

Bühnenstücke (aufgeführt)

Marija i mornar

Apsirt

Magareći otok, oliti homo

homini asinus

Škola za skitnice

 

Preise und Anerkennungen

Poetum oliveatus bei den Tagen Croatia rediviva, Ča, Kaj, Što – baštinski dani, 1995

Tin-Ujević-Preis, 2003, für die Sonettensammlung Suze putuju

Vladimir-Nazor-Preis, 1959 Jahrespreis; 1982 Preis für ihr Lebenswerk

 

 

 

 


 

 




Vesna Parun: Gedichte

Vesna Parun (1922. - 2010.) war eine der angesehensten kroatischen Schriftstellerinnen. Bekannt wurde sie durch ihre Gedichte.
In ihrer Lyrik spielt das Kindergedicht eine große Rolle. Zu ihren Werken zählen u. a. der 1955 veröffentlichte Gedichtband Schwarze Olive und der 1959 veröffentlichte Band Die Koralle kehrt zum Meer zurück. 1995 wurde sie für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen.
Vesna Parun widmete sich vollkommen der Literatur und war so die erste Schriftstellerin in der kroatischen Literatur, die ausschließlich von Literatur und für die Literatur lebte. Sie gehörte zu den bekanntesten zeitgenössischen Dichtern in Kroatien.

Tea Benčić Rimay: Chronologie: Vesna Parun

Vesna Parun war eine der angesehensten kroatischen Schriftstellerinnen.

»In einer von Männern, Institutionen und Ideologien beherrschten Gesellschaft hatte die Dichterin, die ein großes Opus hinterlässt, kein einfaches Leben, doch auch sie machte es ihrer Umgebung nicht leicht und sie verschonte niemanden in ihren luziden, polemischen, satirischen Gedichten.«
Alida Bremer

KM Extensions

Moderna Galerija: Moderne Kunst in Zagreb

Wenn man moderne Malereien und Skulpturen mag und wissen möchte, was für Werke kroatische Künstler vom 19. bis zum 21. Jahrhundert erschaffen haben, sollte man auf einem Städtetrip nach Zagreb die Moderna Galerija besuchen.

Berichte

Museum der zerbrochenen Beziehungen

Ein Museum in Zagreb zeigt, was von der Liebe übrig blieb.

Essay

Ivo Frangeš: Die Stellung des Dialektes in der Kroatischen Literatur

Der Grundwortschatz des Standardkroatischen besteht ebenso wie derjenige der kroatischen Dialekte überwiegend aus Erbwörtern gemeinslawischer Herkunft. Auf dialektaler Ebene gibt es deutliche Unterschiede im Erbwortschatz zwischen den štokavischen, čakavischen und kajkavischen Varietäten, jedoch überwiegen insgesamt die Gemeinsamkeiten. Der Grundwortschatz des Standardkroatischen ist weitgehend štokavischer Herkunft.

Der Lehnwortschatz der kroatischen Dialekte unterscheidet sich regional stark: im Küstenraum gibt es viele Entlehnungen aus dem Dalmatischen und Italienischen, im nördlichen Landesinneren aus dem Ungarischen und Deutschen, in allen ehemals osmanischen Gebieten aus dem Türkischen.

Der Aufbauwortschatz des Standardkroatischen ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Bestrebens, neue (Fach-)Begriffe fremdsprachiger, vor allem lateinischer Herkunft mit den Mitteln des Slawischen wiederzugeben. Dieses begann im Mittelalter im Kroatisch-Kirchenslawischen, setzte sich in der frühen Neuzeit in den regionalen Schriftsprachen und ihren Lexikographien fort und fand eine offizielle Kodifizierung in den maßgeblich am tschechischen Vorbild orientierten Werken des standardkroatischen Lexikographie des 19. Jahrhunderts. Ein großer Teil der im Laufe der Jahrhunderte geprägten Neologismen ist zwar wieder verschwunden oder von Anfang an nie über die Werke seiner Urheber hinausgelangt, ein anderer Teil ist jedoch zu einem festen Bestandteil der kroatischen Standardsprache geworden.

Rezensionen

Epochal: Miroslav Krlezas fünfbändiger Mammut-Roman "Die Fahnen"

Als Martin Kusej 2013 bei den Wiener Festwochen die Trilogie „In Agonie“ von Miroslav Krleza präsentierte, war dies für viele die erste Begegnung mit diesem kroatischen Autor. Sein fünfteiliger Roman „Die Fahnen“, dessen erste deutsche Übersetzung nun im Wieser Verlag erschienen ist, behandelt ebenfalls den Ersten Weltkrieg samt Vorgeschichte und Auswirkungen. Ein gewaltiges, imponierendes Werk.

Autoren

Ivan Kozarac

Der kroatische Schriftsteller Ivan Kozarac erschien in der Literatur im Jahr 1902 mit dem Gedicht in der Zeitung. In den acht Jahren seiner literarischen Tätigkeit (1902-1910) schrieb er etwa 60 Gedichte, 40 Kurzgeschichten und Novellen, den Roman und eine Autobiografie.
Der Roman "Đuka Begović" ist seine literarische Spitzenleistung.

Lyrik

Hanibal Lucić: Lyrik

DIE ÄLTERE KROATISCHE LITERATUR

Hanibal Lucić (* um 1485 in Hvar; † 14. Dezember 1553 in Venedig) war einkroatischer Schriftsteller der Renaissance. Der Sohn wohlhabender und entsprechend einflussreicher Eltern war als Richter und Rechtsanwalt tätig und verbrachte die meiste Zeit seines Lebens auf seiner Heimatinsel Hvar. Ein Großteil seiner Werke (vor allem der frühen) ist nicht erhalten, da er sie verwarf und vernichtete.
Das bekannteste und am weitesten rezipierte Werk von Lucić ist Robinja (Die Sklavin), das erste weltliche Schauspiel in der kroatischen Literatur überhaupt. Es wurde, zusammen mit Versen Lucićs, 1556 in Venedig veröffentlicht, also erst nach seinem Tod, erlebte jedoch bis in jüngste Zeit etliche Ausgaben. Im Mittelpunkt dieses eher „handlungsarmen“ und streckenweise „weitschweifigen“ Liebesdramas stehen der Aristokrat Derenčin und eine in Budapest von Türken geraubte Schöne, die er auf dem Sklavenmarkt vonDubrovnik trifft. Am Ende wird sie seine Braut. Auch in seinen Liedern kreiste Lucić vorwiegend um das Thema Liebe. In allen Werken Lucićs vereinten sich italienische Einflüsse (Francesco Petrarca, Pietro Bembo) mit seiner Leidenschaft für die Alltagssprache kroatischer Bauern und Schafhirten. Sie hinderte ihn freilich nicht daran, seine in den Jahren 1510–1514 gegen die venezianischen Beherrscher Hvars rebellierenden Landsleute einen „Haufen von Dummköpfen“ zu nennen.

Prosa

Mirko Božić: Körper und Geister (Fragment aus dem Roman)

Mirko Božić (1919 - 1995) war ein kroatischer Schriftsteller. Božić war ein ebenso begabter Dramatiker wie Prosaist der Nachkriegszeit. Er verfasste auch Drehbücher und Hörspiele. Es existieren nur wenige Übersetzungen ins Deutsche.

Der Text ist ursprünglich in der Literaturzeitschrift Most/The Bridge (Heft 3, 1981) erschienen.

Rezensionen

Miroslav Krležas Werk im lichte der Französischen Kritik

Bisher wurden sechs Werke Miroslav Krležas ins Französische übersetzt, und zwar: „Beisetzung in Theresienburg“ (Novellen, Edition de Minuit, in der Übersetzung von Antun Polanšćak mit einem Vorwort von Léon Pierre Quint, Paris 1956), „Die Rückkehr des Filip Latinovicz“ (Roman, herausgegeben von Calman, Lévy, in der Übersetzung von Mila Đorđević und Clara Malraux, Paris 1957), „Das Bankett von Blitwien“ (Roman, herausgegeben von Calman-Lévy, in der Übersetzung von Mauricette Beguitch, Paris 1964). „Ohne mich“ (Roman, Edition De Seuil, übersetzt von Janine Matillon, Paris 1969), „Der kroatische Gott Mars“ (Novellen, herausgegeben von Calman-Lévy, übersetzt von Janine Matillon und Antun Polansćak, Paris 1971). „Die Balladen des Petrica Kerempuch“ (Edition Presse Orientales de France, übersetzt von Janine Matillon, Paris 1975).
Sie alle haben eine warme Aufnahme gefunden. Wir bringen hier einige Auszüge aus Rezensionen (Maurice Nadeau, Léon Pierre Quint, Claude Roy, Marcel Schneider und andere), die das Werk Krležas auf jeweils verschiedene Art und Weise beleuchten.
Maurice Nadeau widmet (u. d. T. „Ein großer jugoslavischer Schriftsteller“) im „France Observateur“ vom 20. Juni 1956 eine ganze Seite dem Erscheinen der Novellensammlung „Beisetzung in Theresienburg“. Daraus einige charakteristische Passagen: Für viele wird die Novellensammlung „Beisetzung in Theresienburg“ zu einer wirklichen Offenbarung werden...

Der Text ist ursprünglich in der Literaturzeitschrift Most/The Bridge (Heft 3-4, 1979) erschienen.

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