Prosa

Drei

DRAGO GLAMUZINA - Auszug aus dem Roman „Drei“
Aus dem Kroatischen von Klaus Detlef Olof

"Beeindruckend und unvergesslich, wie hier Leidenschaft, Eifersucht, Untreue und Hingebung schonungslos, forensisch präzise seziert werden"- Jadranka Pintarić (Vijenac).



 6. Hörst du, wie das Glas bricht

 

– Was sind das für Weiber! Was sind das für Weiber ... schrie sie durchs Telefon, und ich wurde allmählich von Panik ergriffen. Ich konnte nichts sagen, denn rings um mich saßen Leute, mit denen ich arbeite, aber sie brüllte derart, dass ich mir sicher war, dass alle meine Nachbarn sie hörten.

– Hörst du, wie ich dir die Wohnung zertrümmere? Hörst du, wie das Glas bricht. Ja, das Glas, das du gerade gehört hast, das war deine Tür, weißt du. Und das hier ist der Fernseher. Sagst du mir endlich, was sind das für Weiber, sagst du mir endlich, was sind das für Weiber, du Scheißkerl, was sind das für Weiber – schrie sie, ohne mich zu Wort kommen zu lassen.

Ich legte den Hörer auf, wartete ein paar Minuten in der Hoffnung, dass sie sich abgekühlt hätte, und rief sie dann aus einem anderen Zimmer an, in dem nur zwei Kollegen saßen.

– Was sind das für Weiber, wessen Fotos sind das, du Scheißkerl, – kreischte sie, kaum dass sie den Hörer abgenommen und bevor ich noch etwas gesagt hatte. Und dann hörte ich wieder irgendein Glas, das zersprang. Ich dachte, es sei das Bild im Schlafzimmer gewesen. Dann hörte ich einen dumpfen Schlag, so als wenn ein Stuhl gegen eine Wand schlägt.

Ich legte den Hörer auf, nahm wieder ab und rief erneut an.

– Was sind das für Weiber – war das einzige, was ich hörte.

Ich legte auf, schloss für ein paar Augenblicke die Augen und rief ihren Alten an. Ich sagte zu ihm: – Ich bin im Büro, und Hana ist außer sich und demoliert gerade meine Wohnung.

– Wieso wissen Sie das? – fragte rational wie immer ihr Vater.

– Ich höre es, übers Telefon. Ich kann sie nicht beruhigen, rufen Sie sie bitte an.

 

– Sagen Sie mir zuerst, was passiert ist.

– Morgen kommt mein Vater. Er wird nur ein paar Tage bleiben, aber sie kann das nicht ertragen. Schon eine ganze Stunde ist sie am Kreischen. Sobald ich abhebe, höre ich, wie sie kreischt.

– Deshalb weil Ihr Vater kommt.

– Ja.

– Und sie ausziehen muss.

– Ja, für ein paar Tage.

– Sie haben mich schon einmal in einer ähnlichen Situation angerufen. Sie müssen die Suppe, die Sie sich eingebrockt haben, selber auslöffeln.

– Werden Sie sie anrufen?

– Ja, ich werde sie anrufen.

Nach ein paar Minuten tippte ich wieder meine Nummer ein. Dieses Mal schrie sie nicht, aber sie weinte so, dass ich wieder nicht zu Wort kam. Ich warf den Hörer auf, griff nach meiner Jacke und machte, dass ich aus dem Büro kam.

 

Ich fuhr zu meiner Wohnung und murmelte: – Ich kann so nicht mehr. Ich kann so nicht mehr. Ich kann so nicht mehr ...– als wäre das ein Mantra, das mich aus einer unangenehmen Situation erlösen soll. Als an diesem Morgen mein Vater anrief, hatte ich die Ahnung, dass die Dinge gefährlich werden könnten, aber ich hatte die Hoffnung, dass es mir doch gelingen würde ihr zu erklären, dass sie morgen Abend auszuziehen hätte. Denn hier konnte ich nichts machen. Der Alte kam zur Kontrolle, und der Doktor ging nächste Woche auf Urlaub, und wenn er ihn nicht jetzt untersuchte, würde er das erst in einem Monat tun können. Aber als sie am frühen Abend in mein Zimmer in der Redaktion kam, sah ich, wie es in ihr kochte. Ich bat sie, schlafen zu gehen, sobald sie nach Hause käme, damit sie sich ausruhte. Und sie sagte, sie würde es tun. Aber schon aus dem Bus begann sie mich mit dem Handy alle zwei Minuten zu terrorisieren.

– Was bist du für ein Schlappschwanz. Warum lässt du zu, dass sie dein Leben regeln. Diese beiden Wochen haben wir doch das ganze Jahr geplant. Sag ihm, dass er nicht kommen kann. Sag, dass du schnell auf eine Reise musst, dass du die Wohnung schon einem Freund versprochen hast, der eine Geliebte hat. Sag ihm egal was – kam es wütend aus dem Hörer geschossen.

Dann weinte sie, und ich tat so, als würde ich mit einem Freund sprechen. – Ja, wir gehen Sonntag zum Basketball ... ja, wie abgemacht – sagte ich, den Hörer fest mit der Hand pressend, damit sie nicht hörte, was ich sagte. Fieberhaft versuchte ich die Dinge in den Grenzen des Normalen zu halten. Ich wollte nicht, dass jemand mitbekam, was sich abspielte. Aber am Ende musste ich meine Sachen nehmen und von der Arbeit flüchten. Wortlos.

 

Sobald ich in die Wohnung kam, sah ich, dass sie mit Alkohol abgefüllt war. Sie stand mit dem Rücken an die Wand gelehnt, hielt ein Glas in der Hand und weinte.

– Warum hast du meinen Papa angerufen? – fragte sie durch die Tränen hindurch.

– Ich wusste nicht, wie ich dich beruhigen sollte.

– Glaubst du, dass er glücklich ist, dass ich in solchem Zustand bin? Glaubst du, dass er mich so hören muss?

– Ich hatte Angst und wusste nicht was tun, und dann ist mir er eingefallen – sagte ich und hüpfte über das zerbrochene Glas.

– Wer sind die Frauen? – fragte sie, dieses Mal leise, und zeigte mit dem Finger auf die auf den Boden geworfenen zerrissenen Fotos.

–Fotos, die einem erotischen Magazin beigepackt waren, als Geschenk an die Käufer. Auf der Rückseite eines jeden ist der Stempel des Magazins, sieh nach.

Sie schüttelte nur den Kopf und fuhr fort zu weinen. Ich stapfte über das Glas, das sprang und knirschte, als stapfte ich über lebende Spatzen. Als ich bei ihr war, nahm ich sie in den Arm, und sie sagte:

– Darauf habe ich das ganze Jahr gewartet.

– Ich auch.

– Warum lässt du es dann zu, dass sie uns das kaputtmachen.

– Du musst akzeptieren, dass es Dinge gibt, die wir nicht kontrollieren können.

– Ich hatte mich so gefreut, mit dir leben zu können, und wenn auch nur für zwei Wochen. Monatelang habe ich das geplant. Ich musste meine Urlaub umlegen, deinen Urlaub, meinen Ex überreden, mit der Kleinen zur selben Zeit in die Ferien zu fahren wie deine Frau. Den Eltern erklären, dass ich zwei Wochen nicht da sein werde. Sie dazu bringen, es nicht Petra zu sagen, wenn sie anrufen sollte, sondern ihr zu erklären, dass Mama viel zu tun hat und sie am Handy anruft. Und jetzt sagst du, dass dein Alter zu so einer beschissenen Kontrolluntersuchung kommt und ich ausziehen muss. Ihm wird schon nichts sein, soll er die Untersuchung um einen Monat verschieben. Sag ihm, dass du viel zu tun hast, dass du den ganzen Tag arbeiten musst.

– Das habe ich ihm schon gesagt, und er hat mir geantwortet, ich solle nur arbeiten und mich nicht um ihn kümmern, denn er werde sich schon selbst zurechtfinden. Er glaubt, dass die Wohnung leer ist, und er würde nie auf den Gedanken kommen, dass er mich stören könnte. Außerdem ist es seine Wohnung, nicht meine.

– Ich kann nicht glauben, dass du es zulässt, dass er kommt.

– Und was soll ich machen, soll ich ihm sagen, dass meine Geliebte bei mir eingezogen ist und dass er nicht kommen kann, solange meine Frau nicht zurück ist?

– Ja, sag ihm das. Wenn mein Alter weiß, dass ich hier bin, weiß ich nicht, warum deiner es nicht wissen soll – sagte Hana und ließ sich mit dem Rücken die Wand hinunter in die Hocke.

Sie hockte da mit weit gespreizten Beinen, und ich starrte auf ihr Minihöschen, als sie stotterte: – Mir ist ganz schlecht.

– Natürlich ist dir schlecht. Auch mir ist schlecht. Was soll ich sagen, wenn er morgen Abend kommt und diesen Scherbenhaufen sieht. Ich habe keine Ahnung, wie ich das erklären werde.

– Sag ihm doch, das habe deine verrückte Geliebte gemacht, als sie gehört habe, das sie mit dir nicht einmal zwei Wochen zusammen leben könne.

– Und was soll ich meiner Frau sagen?

– Ihr brauchst du nichts zu sagen. Ruf den Tischler, dass er dir die Tür repariert, den Glaser, dass er die zerschlagenen Scheiben austauscht, und kauf einen neuen Fernseher. Kauf ihr einen schönen großen Fernseher und sag ihr, du habest sie bei der Rückkehr überraschen wollen.

– Ja, so werde ich es machen, und du wirst mir das Geld dafür geben.

– Einen Scheiß werd ich dir dafür geben – schrie sie.

Das Telefon klingelte, und ich hob rasch den Hörer. Sobald ich die Stimme ihres Vaters hörte, hielt ich ihn ihr hin.

– Papa, du darfst nicht böse sein auf mich, ich bin nicht an allem schuld – schluchzte sie in den Hörer.

– Er ist auch nicht schuld – sagte sie dann.

– Ich weiß, dass auch sein Vater nicht schuld ist. Ja, alles kommt in Ordnung, geh du nur schlafen. Ja, morgen, komme ich nach Haus. Du brauchst nicht kommen, um meine Sachen abzuholen. Goran bringt sie – sagte sie und rutschte wieder die Wand herunter. Doch dann krümmte sie sich plötzlich zusammen und kroch zum WC.

Ich stand an der Tür und sah, wie sie versuchte zu erbrechen.

– Mir ist furchtbar schlecht – murmelte sie mit den Fingern im Mund.

Ich sah auf die halbleere Whiskeyflasche auf dem Tisch. Vor zwei Tagen hatten wir sie angebrochen, als wir auf dem Boden lagen und uns Filme ansahen, die wir aus der Videothek entliehen hatten. Ihre Filme, die sie gemeinsam mit mir hatte sehen wollen, und meine Filme, die ich gemeinsam mit ihr hatte sehen wollen. Neben uns auf dem Boden lagen fünf, sechs Kassetten und standen zwei mit Whiskey gefüllte Gläser. Ich versuchte zu schätzen, wie viel wir damals getrunken hatten und wie viel jetzt fehlte. Wahrscheinlich drei, vier Zehntel, schloss ich und fragte sie dann:

– Wie viele Tabletten hast du geschluckt?

– Keine Ahnung, zwei, drei Lexaurin habe ich noch in der Stadt genommen, als ich von dir weggegangen bin. Als ich hier war, habe ich noch ein paar Schlaftabletten genommen – schluchzte sie über die Wanne gebeugt. Und weinte.

– Mir ist furchtbar schlecht. Ich kriege keine Luft. Bitte, mach das Fenster auf. Dann schleppte sie sich zum Fenster und fing an, tief und nervös zu atmen.

– Halte mich, alles dreht sich um mich.

– Leg dich hin und versuch dich zu beruhigen.

– Nein, wenn ich mich hinlege, wird es nur noch schlimmer.

Wieder rannte sie auf die Toilette. Ich ging ihr nach und sah, wie sie zwei Finger in den Hals zwängte. Tief. Aber es gelang ihr nicht zu erbrechen. Die Finger reizten sie nur zum Husten, von dem der ganze Körper im Krampf zuckte.

– Ich habe nichts gegessen, ich habe nichts in mir außer Alkohol und Tabletten – sagte sie zwischen zwei Hustenanfällen.

Dann kam sie auf mich zu. Ich hielt sie, damit sie nicht fiel, und führte sie wieder ans Fenster. Ich sah, dass sie wegsackte und wusste nicht, was ich tun sollte. Ich ging um sie herum und sammelte ein paar Sachen vom Boden auf, ließ sie aber wieder fallen und fasste sie um die Taille, während sie sich aus dem Fenster beugte und Luft zu fassen suchte.

– Soll ich dich zur Ersten Hilfe fahren – fragte ich, nachdem ich zuvor ein paar Mal an diese Möglichkeit gedacht und sofort wieder Abstand davon genommen hatte.

– Fahr mich hin – gelang es ihr kaum hervorzubringen.

Ich hielt sie unterm Arm, während wir zum Auto wankten. Kaum waren wir losgefahren, sagte sie, ich solle anhalten, denn sie müsse sich übergeben. Sie öffnete die Tür, warf die Beine hinaus und beugte sich über den Asphalt. Sie übergab sich nicht. Wieder fuhren wir los. Wieder ließ sie mich anhalten. Sie sagte, im Auto werde ihr noch schlechter. Ich öffnete das Fenster auf ihrer Seite, damit es mehr Luft gab, und fragte, ob es so besser sei, aber sie pendelte nur vor und zurück und wiederholte ununterbrochen: – Fahr mich bitte ins Krankenhaus, fahr mich bitte ins Krankenhaus. Ich fuhr so schnell ich konnte nach Rebro hinauf, übersah aber in meiner Panik eine Abzweigung. Ich fuhr in der Einbahnstraße in der falschen Richtung und hörte, wie sie mich beschwor, mich zu beeilen. Als ich mich endlich herausgewurstelt hatte, fand ich in der völligen Dunkelheit den Krankenhausparkplatz sehr rasch. Ich wartete, bis sie ausgestiegen war, um dass Fenster zu schließen. Sobald sie sich neben dem Auto aufgerichtet hatte, drückte ich den elektrischen Fensterheber und hörte einen Schrei, den auch die Kranken in dem hundert Meter entfernten Krankenhaus sicherlich gehört hatten. Ihre Finger waren zwischen der Scheibe und dem Türrahmen. Während mir Wutschauer durch den Körper jagten, drückte ich fieberhaft den Knopf in der Gegenrichtung, bis sie schließlich neben dem Auto zusammensackte. Sie krümmte sich neben dem Auto auf dem Asphalt und jaulte, aus aller Kraft. Ich dachte schon, es sei zu Ende, dass sie diesen zusätzlichen Schock nicht überstehen werde, aber später hat sie mir gesagt, dass sie dieser entsetzliche Schmerz eigentlich klar im Kopf gemacht habe.

Ich umarmte sie auf dem Asphalt, und sie schrie. Ich sah, wie der Nachtpförtner aus dem Häuschen vor dem Krankenhaus auf uns zukam und bat sie aufzustehen. Ich hob sie auf und blickte zu ihm. Ich wollte, dass sie auf jeden Fall auf den Beinen war, bevor er käme. Als wir ihn passierten, sagte er nichts, musterte uns nur argwöhnisch.

Schon am Eingang trafen wir den Dienst habenden Sanitäter, der uns fragte, was nicht in Ordnung sei.

– Sie hat zu viel Alkohol und Tabletten getrunken – sagte ich.

– Wollte sie sich umbringen? – fragte der Sanitäter sofort und ohne Umschweife.

– Nein, was fällt Ihnen ein.

– Und warum sollte ich mich nicht umbringen? – fiel sie ein und grinste betrunken.

– Red keinen Scheiß – fuhr ich ihr über den Mund.

– Lassen Sie sie reden – war der Sanitäter entschlossen. – Wollten sie sich umbringen?

– Nein.

Dann fasste der Sanitäter sie unterm Arm und führte sie in die Ambulanz. Dort war schon die Dienst habende Ärztin, die sofort nach einem Psychiater und einem Laboranten schickte, um zu sehen, wie viel Alkohol sie im Blut hatte. Dann begann sie sie auszufragen.

– Wie viel haben Sie getrunken? – fragte sie.

– Vielleicht zwei Zehntel Whiskey – antwortete ich.

– Einen halben Liter – sagte sofort darauf sie.

– Und Tabletten?

Ich versuchte etwas zu sagen, aber die Ärztin deutete mir mit der Hand zu schweigen.

– Ein Dutzend – sagte sie.

– Welche?

– Zwei, drei zur Beruhigung am Nachmittag, zwei, drei am Abend, zwei, drei

zum Schlafen.

– Warum?

– Warum nimmt man wohl Tabletten? Um diesen Tag zu überleben – gab sie zurück.

Wieder wollte ich mich einmischen, aber die Ärztin unterbrach mich erneut und ersuchte mich, draußen zu warten. Als ich an der Krankenschwester vorüberging, die etwas in dicke medizinische Register eintrug, warf ich doch ein:

– Sie ist betrunken und weiß nicht, was sie sagt. Sie ist nur schrecklich traurig.

Die Krankenschwester nickte voll Verständnis: – Setzen Sie sich nur dort hin, es kommt alles in Ordnung.

Ich saß ein bisschen da, dann stand ich auf und begann vor der zweiflügeligen Tür auf und ab zu gehen. Ich blieb stehen, um den Laboranten vorbei zu lassen, der mit einem leeren Reagenzglas hineinging und mit dem vollen herauskam. Ich dachte daran, was geschehen war, an sie auf dem Krankenbett, an die Scherben in der Wohnung, die ich beseitigen musste, bevor mein Vater kam. Ich fragte mich, was ich ihm sagen solle. Sollte ich mich auf die elterliche Liebe und männliche Solidarität berufen und gestehen, was passiert war? Oder sollte ich etwas erfinden? Etwas Großes? Dann kehrte ich wieder zu ihr zurück.

Ich schob die zweiflügelige Tür auf und ging den kleinen Gang hinunter. Sie war im zweiten Zimmer links, und die Tür stand offen. Ich blieb an der Tür stehen und sah, wie sie ihr einen Gummischlauch in den Magen schoben.

– Man hat ihr Kohle in den Magen gefüllt, die den Alkohol aufsaugt – sagte die Schwester, die kurz zuvor etwas in ein Buch geschrieben hatte und jetzt plötzlich neben mir stand.

– Der Laborant hat gerade den Befund gebracht, 1,6 Promille, nicht schrecklich, keine Sorge.

Ich sah, wie sie zeitweilig zuckte auf dem Bett, während ihr der schwarze schlauch aus dem Mund ragte, aber mir schien, dass sie beruhigter war als vorhin, dass sie sich den Ärztin und den Sanitätern mit Erleichterung überlassen hatte. Wie jemandem, der sich endlich um sie kümmern würde. Mir kam es so vor, als würde ich sehen, wie sich ihr gequältes Gesichte beruhigte, wie sich die Kiefermuskeln lockerten. Dann wurde ich von einem älteren Mann in weißem Kittel von der Tür weggeschoben.

– Das ist der Psychiater vom Dienst – war die Schwester fast am Flüstern und drängte mich sanft in den Gang zurück.

Ich trat erst wieder ein, als sie mich riefen. Schon an der Tür sah ich, dass alle lächelten. Die Ärztin, der Psychiater, die Schwester. Die Ärztin sagte, dass alles in Ordnung sei und ich neben ihr sitzen solle, bis die Infusion durchgeronnen sei.

– Danach können Sie gehen – sagte sie, schob mit den Armen beide Türflügel auf und ging hinaus. Der Psychiater war auch schon verschwunden, vielleicht zum anderen Ausgang hinaus.

Ich ging hinein und setzte mich neben sie. Ich sah in ihr müdes, aber friedliches Gesicht.

– Geht es dir gut? – fragte ich.

– Ja, es geht mir gut – murmelte sie.

Als wir nach Hause kamen, war es fast Morgen. Vorsichtig schlichen wir in die Wohnung. Wir stapften über das zerschlagene Glas und umgingen die umgeworfenen Stühle. Dann krochen wir ins Bett voller Kleidung, Bücher und zerknautschtem Bettzeug. Sie rollte sich in einer Ecke zusammen, und ich drängte mich an sie und rollte mich hinter ihr zusammen.

 

 

o nama

Nagrada Sedmica & Kritična masa 2019 - uži izbor

Nakon što je žiri Nagrade Sedmica & Kritična masa za mlade prozne autore bodovao priče autora iz šireg izbora Nagrade, u uži izbor ušlo je sedam autora/ica.
Pogledajte tko su sedmoro odabranih.
Sponzor Nagrade je kulturno osviješteni cafe-bar "Sedmica" (Kačićeva 7, Zagreb).

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Dinko Kreho: Književna ''mladost'' je sklizak i evazivan pojam koji najčešće nosi i problematičan ideološki balast

Predstavljamo uži izbor Nagrade Sedmica & Kritična masa

Dinko je u uži izbor ušao s pričom ''Zoja''. Standardnim setom pitanja predstavljamo jednog od dvojice muških natjecatelja.

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Iva Sopka: Moje pravo, nezaljubljeno lice

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Iva Sopka (1987., Vrbas) objavila je više kratkih priča od kojih su najznačajnije objavljene u izboru za književnu nagradu Večernjeg lista „Ranko Marinković“ 2011. godine, Zarezovog i Algoritmovog književnog natječaja Prozak 2015. godine, nagrade „Sedmica & Kritična Masa“ 2016. i 2017. godine, natječaja za kratku priču Gradske knjižnice Samobor 2016. godine te natječaja za kratku priču 2016. godine Broda knjižare – broda kulture. Osvojila je i drugo mjesto na KSET-ovom natječaju za kratku priču 2015. godine. Trenutno živi u Belišću i radi kao knjižničarka u osnovnoj školi.

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Ivana Pintarić (1988., Zagreb) je po zanimanju edukacijski rehabilitator. Piše poeziju i kratke priče. Ulomkom iz romana „Gorimo (ali ne boli više)“ ušla je u finale izbora za nagradu "Sedmica & Kritična masa" 2015. godine. Ulazi u širi izbor nagrade "Sedmica & Kritična masa" 2017. ulomkom iz romana "Ovo nije putopis o Americi". Bila je polaznica Booksine radionice pisanja proze pod mentorstvom Zorana Ferića. Objavila je radove na kultipraktik.org i booksa.hr. Objavila je i priču u časopisu Fantom slobode. Članica je književne grupe ZLO.

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Marin Ivančić (1991., Karlovac) diplomirani je pravnik na stručnom usavršavanju u Hrvatskoj komori ovlaštenih inženjera geodezije. Od zala birokracije dušu spašava čitanjem, županijskim nogometom, a odnedavno i pisanjem. Igra zadnjeg veznog u NK Dobra-Novigrad na Dobri, ima dobar udarac i pregled igre. Čitalački ukus mu je hipsterski eklektičan. Ovo mu je prvi objavljeni rad.

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Dalen Belić rođen je 1997. godine. Živi u Pazinu, a studira engleski i njemački jezik na Filozofskom fakultetu u Rijeci. Objavljivan je u istrakonskoj zbirci Apokalipsa laži te zbirkama Priče o manjinama i Priče o Pazinu u sklopu Festivala Fantastične Književnosti. Osvojio je drugo mjesto na Riječkim perspektivama 2017. godine i prvo mjesto 2018. Jednu njegovu priču teškometalne tematike možete pročitati na portalu Perun.hr.

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