Essay

Zdravko Zima: Meister Radovan

Surrealist Radovan Ivsic, der Dinosaurier des Surrealismus, verbrachte das 20. Jahrhundert in Poesie, Dramaturgie und politischem Engagement. Während eines Aufenthalts in Brüssel blickt der Wahlpariser auf ein europäisches Leben voller Höhen und Tiefen zurück. 1921 in Zagreb geboren, entdeckt Radovan Ivsic Paris im Alter von 16 Jahren.



Im darauf folgenden Jahr, 1938, fährt der damalige Student an der Universität Grenoble nach Orange um dort die Festspiele der Choregies zu erleben. Eine Sophokles-Aufführung der Comedie Francaise begeistert ihn so sehr, dass er entscheidet, sich fortan "vollständig dem Theater zu widmen." Nach seiner Rückkehr nach Jugoslawien versucht er, dieses Projekt umzusetzen, aber der Zweite Weltkrieg setzt dem ein schnelles Ende. In den Jahren 1941 bis 1945 wird Kroatien von dem nationalistischen und neofaschistischen Oustachi-Regime wie ein Nazi-Satellitenstaat geführt. Für die Behörden stellt Ivisic das "Symbol der dekadenten Kunst" schlechthin dar. Sein Gedicht Narcisse (Narziss) ist ab 1942 verboten und sein Theaterstück von 1943, Le roi Gordogane muss noch mehr als zehn Jahre warten, bis es aufgeführt wird. Denn Radovan Ivsic hat auch mit der Sozialistischen Bundesrepublik von Tito nicht mehr Glück. "Während mir die Faschisten mein Berufsverbot schriftlich vorlegten, waren die Kommunisten viel gewiefter und schafften es, meist Verbote durchzusetzen ohne zu verbieten." sagt er. Da er sich nicht frei äußeren kann, flüchtet sich Ivsic in die Arbeit als Übersetzer ins Kroatische von Klassikern der französischen Literatur bevor er 1954 endgültig nach Paris aufbricht. "Mit Freuden habe ich Titos Jugoslawien verlassen; weil er ein sowjetisches, stalinistisches System oder eben den sozialistischen Realismus eingeführt hatte. Sie können es nennen wie sie wollen Es gibt tausend Bezeichnungen um ein und denselben Horror zu beschreiben." Nachdem er sich in der französischen Hauptstadt niedergelassen hatte, widerfuhr ihm "das unglaubliche Glück" durch Zufall Benjamin Peret, einen der größten surrealistischen Dichter zu treffen. Andre Breton schließlich war so begeistert von seinem Stück Le roi Gordogane, dass er ihn einlud, ein Mitglied dieser künstlerischen Bewegung zu werden. Ivsic findet sich von da an nicht nur in der Gesellschaft Bretons oder Perets wieder, sondern auch in jener der tschechischen Malerin Toyen oder des Spaniers Miro. Im Paris der 50er Jahre wird das Cafe "Le Musset" in der Nähe des Palais Royal zum Rückzugsort für die täglichen Treffen der surrealistischen Gruppe und bleibt dies bis zum Jahre 1969, dem Datum des Endes, oder vielmehr "der Unterbrechung" der Bewegung. Auf die Frage, ob er sich wohl fühlt in der Haut des letzten großen Surrealisten, gesteht Ivsic desillusioniert und melancholisch: "Ich kann mich nicht als Surrealist bezeichnen, wenn jeder vorgibt einer zu sein, seitdem es die Bewegung nicht mehr gibt."
 
 
 
Zdravko Zima: Meister Radovan 
 

Kamov starb in Barcelona, Fran Mažuranić in Berlin, Wiesner[1] in Rom und Radovan Ivšić (1921-2009) in Paris. In einem Zeitbogen von hundert Jahren, in vier europäischen Großstädten, wurden die Schicksale von vier kroatischen Schriftstellern bestimmt, die sich nicht in ihrer Heimat niederlassen konnten oder es auch nicht wollten. Mehr noch, im Falle von Fran Mažuranić und Ivšić kann man sagen, dass sie sich nicht einmal in ihrer Muttersprache niederlassen wollten. Das Schicksal des Apatriden und Schriftstellers mit doppelter, kroatisch-französischer Staatsbürgerschaft, die Zerrissenheit zwischen Ost und West, wie Ivšić sie empfand, konnte am besten jemand erklären, wer ihm ähnlich war. In seinem Gedicht „Kolo“[2], in dem er auf das Motiv des auf dem Balkan getanzten Volksreigens zurückgreift, resümiert Joseph Brodsky: „Beschmutzt wird das Gebäude / der großen Republik. / Moral durch Wahlen, / darum geht’s. / Beweint die Abgeschlachteten. / Betet für die, die hingeduckt / in einem Versteck aus Beton / ihrem Verrat entgegensehen.“[3] Auch wenn er die längste Zeit seines Lebens im Ausland verbrachte, hegte Ivšić niemals jene pathologisch-sentimentale Heimatliebe, wie sie fast allen Emigranten eigen ist. Er hat Kroatien, genauer: Jugoslawien verlassen, weil er sich nicht als Schriftsteller verwirklichen konnte, der Freiheit als die erste und letzte Instanz seines Wesens und Wirkens auffasste.

Dass diese Gründe auch nach dem Niedergang des Kommunismus bestanden, zeugt nicht so sehr von Ivšić als von dem Land, das er aber liebte und das er immer wieder besuchte, allerdings ohne die Radikalität und unbestechliche Schärfe seiner Ansichten aufzugeben. Der junge Ivšić hatte Mathematik und Physik studiert, und das Gespür für Präzision, messbar an kaum bemerkbaren sprachlichen Finessen, pflegte und bewahrte er sich als seine stärksten Trümpfe. Nach eigenen Angaben war es eine Theatervorstellung, die seinen Schicksalslauf bestimmt hatte. Nach seinem vollendeten 17. Lebensjahr besuchte er im antiken Theater der Stadt Orange in der Nähe von Avignon eine Sophokles-Aufführung, deren Intensität ihn in ihren Bann zog. Zu dieser Zeit las er bereits Rimbaud, Lautréamont und Breton, und in der durch die Sommervorstellung eines antiken Dramentextes hervorgebrachten Magie fand er, wonach er suchte: das Zusammenspiel von Einssein und Vielsein, in denen der „Werdegang der Gefühle“ verkündet wird. Poesie und Theater sind die wichtigsten Komponenten seines literarischen Schaffens, finalisiert in der Idee des poetischen Theaters, dessen Höhepunkt König Gordogan darstellt: Theaterkunst der verbalen Aggression, in dem Ludismus und Surrealismus, Groteske und Märchen, elisabethanische Tradition und japanisches No-Theater eine eigentümliche Verbindung eingehen. Lange Zeit ein Stein des Anstoßes, ist und bleibt „König Gordogan“ das Wahrzeichen von Ivšićs Opus.

Das Drama vom König, der alles vor sich niederreißt und tötet, entstand 1943, wurde aber erst 1956 im französischen Radiosender Chaîne nationale uraufgeführt. Danach wurde es von Michel Bouquet auf dem Theaterfestival von Avignon vorgelesen; die erste Theateraufführung fand 1969 vor der Schlossruine La Coste des Marquis de Sade statt. Im Januar 1979 wurde es als Oper inszeniert, zu der Henri Barraud die Musik komponiert hatte. Diese Angaben sind kein Selbstzweck, sondern spiegeln das Schicksal eines Schriftstellers, der im eigenen Land jahrelang verschwiegen wurde und erst nach seinem Erfolg in Frankreich eine einigermaßen befriedigende Rezeption in der Heimat erfuhr. In kroatischer Übersetzung wurde König Gordogan erstmals 1979 auf den Brettern des Teatar ITD in Zagreb, unter der Spielleitung von Vlado Habunek, aufgeführt. Sein allererstes Buch, das Poem Narziss, war in der Zeit des Pavelić-Regimes verboten und beschlagnahmt worden, obwohl es im Selbstverlag und in einer Auflage von kaum mehr als hundert Exemplaren erschienen war. Die Konflikte mit den Behörden setzten sich auch nach dem Zweiten Weltkrieg fort; wegen Sonnenstadt („Sunčani grad“) und Feldwebel Pobjednik („Vodnik Pobjednik“)wurde Ivšić vorübergehend auf Eis gelegt. 1948 wurde er zum ersten Direktor des Zagreber Puppentheaters bestimmt, verlor seinen Posten jedoch schnell wieder. In den frühen Nachkriegsjahren arbeitete er intensiv an Übersetzungen aus dem Französischen und Russischen (Moliere, Marivaux, Rousseau, Anouilh, Ionesco, Čechov).

In meiner Bibliothek verwahre ich ein seltenes Exemplar Sartre’scher Dramen (Tote ohne Begräbnis und Die respektvolle Dirne), die 1951 inder Redaktion und Übersetzung von Radovan Ivšić erschienen. Dies waren die ersten Sartre-Übersetzungen im damaligen Jugoslawien, doch die Bedeutung dieses Unterfangens, in dem intellektuelle Neugier und Zivilcourage den Ausschlag gaben, können jüngere Generationen vielleicht nicht ganz nachvollziehen. Will man Ivšić charakterisieren, so scheinen seine Augen, sein scharfer und stechender Blick, mit dem er alles um sich herum durchdrang, im Vordergrund zu stehen, als habe er in das tiefste Innere seines Gegenübers vorstoßen und ihn von der Unwiderlegbarkeit seiner Standpunkte überzeugen wollen. Das menschliche Auge hat eine integrierende Wirkung, da es in sich Lebendigkeit, Begierde und das Feuer der Leidenschaft bündelt, die Ivšić wie ein Schamane um sich herum versprühte. Wie Samson demonstrierte er mit langen Haaren seine Kraft, und die unverwechselbare gelbe Krawatte war Zeichen seiner Jugendlichkeit und Langlebigkeit, die ihm die Schicksalsgöttinnen großzügig gewährten. Das Schicksal wollte es auch, dass er dasselbe Alter wie Krleža erreichte, jener Schriftsteller, in dem er unsere kollektive Katastrophe und das krasse Gegenteil zu Matoš erkannte, dessen viel zu frühes Ableben wir nie kompensiert hätten. In Krleža sah Ivšić einen Autor, der jugendlicher Begeisterung abgeschworen hatte und in vielerlei Hinsicht an Aragon, Ristić, Dedinac und andere erinnerte, die ihre surrealistischen Ideale über Bord geworfen hatten.

Als er sein surrealistisches Credo mit an Fanatismus grenzender Heftigkeit proklamierte, dienten ihm Lautréamont, Rimbaud und Mallarmé als Vorbilder, ebenso aber de Sade, Jarry und Artaud, die den Radikalismus zum Imperativ erhoben hatten, da ihrer Ansicht nach die absolute Revolte einen Schritt von der absoluten Freiheit entfernt war. Für Ivšić bestand Poesie nicht nur in Worten, die man auf einem weißen Blatt Papier niederschrieb. Poesie ist eine Denk- und Lebensweise, die man nicht aus ideologischer Rücksichtnahme oder irgendwelchen anderen Gründen aufgibt. Sie ist das Synonym der Freiheit, und insofern ist sie unweigerlich im Konflikt mit allen Formen der Obrigkeit. Ivšić legte dar, dass Freiheit unteilbar sei, und es wäre kaum vorstellbar, dass jemand am Vormittag das Leben eines Kleinbürgers und politischen Trittbrettfahrers führe, am Nachmittag und Abend wiederum das eines Rebellen und Surrealisten. Durch diesen Extremismus seiner Forderungen unterschied er sich von vielen Kollegen, und seine Abreise nach Paris Ende 1954 erwies sich nur mehr als logische Konsequenz. Dort schloss er sich dem Kreis von André Breton, Benjamin Péret, Jean Benoît, Toyen und Annie Le Brun an, welche Letztere seine Muse und Lebensgefährtin wurde. Ivšićs Flucht aus Zagreb scheint gleichzeitig eine Flucht vor seinem Vater Stjepan gewesen zu sein, dessen Schicksal sich zu einem großen Teil in ihm wiederholte und das er in gewisser Weise geerbt hatte.

Stjepan Ivšić war ein namhafter Sprachwissenschaftler und ordentlicher Professor für Komparative Grammatik slawischer Sprachen an der Philosophischen Fakultät. In der Zeit des „Unabhängigen Staates Kroatien“ hatte er sich der Einführung einer etymologischen Rechtschreibung des Kroatischen widersetzt, sodass er auf Verfügung Ante Pavelićs seines Amtes als Rektor der Zagreber Universität enthoben wurde. Nach dem Krieg wurde er aus Zagreb verbannt und war Opfer von Schikanierungen aller Art, um bis an sein Lebensende eine Persona non grata zu bleiben. In Paris fand Ivšić junior in Breton einen zweiten Vater und Poesiepatron. Für ihn war der Surrealismus nicht nur ein künstlerisches Projekt, sondern eine sämtliche Vorurteile ablehnende Weltanschauung. Schließlich aber ereilte ihn das Schicksal aller unversöhnlichen Fanatiker, die sich so lange mit Resolutheit gegen das Dogma zur Wehr setzen, bis sich ihr Rebellentum selbst in ein Dogma umkehrt. Er berief sich gern auf Picassos Spruch „Wenn ich kein Rot habe, nehme ich Blau“. Und danach handelnd begann er – der Farben des Kroatischen beraubt – im kosmopolitischen Umfeld der französischen Metropole auf Französisch zu schreiben. Zur Repatriierung Ivšićs trug am meisten Zvonimir Mrkonjić bei, der dem Poem Narziss den Rang eines „Meisterwerks der kroatischen modernistischen Poesie“ attestierte, in dem auf konsequenteste Weise die Errungenschaften der surrealistischen Poetik materialisiert seien. Außer bibliophilen Ausgaben, in denen Ivšićs Verse in Kohabitation mit Werken ausgewiesener bildender Künstler (Miró, Toyen) gedruckt wurden, liegen seine auf Französisch verfassten gesammelten Werke in drei Bänden (Poèmes, Théâtre, Cascades) vor. So manches hatte er mit seiner existenzialen Entscheidung demonstriert: dass Freiheit die Aufkündigung des Gehorsams bedeutet, dass Mediokritäten stets zu Verbündeten eines jeden totalitären Regimes werden, dass Freiheit nicht nur das Verhältnis zur Ideologie meint, sondern auch das Verhältnis zur Sprache; und er demonstrierte, was nicht minder bedeutsam ist, dass die Muttersprache nicht der letzte Zufluchtsort des Dichters ist, denn Zweisprachigkeit und die Möglichkeit, in eine fremde Haut zu schlüpfen, seien das legitime Recht jedes Einzelnen. Zumal das des Dichters. Mehr als ein halbes Jahrhundert zwischen zwei Kulturen, zwei Sprachen und an zwei Adressen lebend, in der Krežmina-Straße in Zagreb und in der Rue de Mazagran in Paris, hat Ivšić seinen Lebenskreis vollbracht. Es entbehrt nicht einer gewissen Symbolik und makaberpathetischer Züge, dass er am ersten Weihnachtsfeiertag verstarb und an Silvester beerdigt wurde. Meine letzte Unterhaltung mit Ivšić fand am 21. Juni 2009 in Zagreb statt, als wir eine Performance besuchten, bei der eine niederländische Künstlergruppe das Publikum mit Hilfe von Digitalkameras nach Auschwitz versetzte und anhand von Nachbildungen in Miniaturgröße das Grauen des Konzentrationslagers wiederauferstehen ließ. Im 13. Jahrhundert hatte Meister Radovan[4] in der Lunette über dem Eingang der Kathedrale von Trogir seinen Namen und das Entstehungsjahr dieses wichtigsten Teils des Kirchenportals verewigt. Viele Jahrhunderte später sollte die Brücke zwischen der kroatischen und der französischen Kultur den Namen seines literarischen Namensvetters tragen. Ruhe sanft, Meister Radovan!

 

Aus dem Kroatischen übersetzt von

Silvia Sladić

               



[1] Janko Polić Kamov (1886-1910), avantgardistischer Dichter und Erzähler; Fran Mažuranić (1859-1928) und Ljubo Wiesner (1885-1951), ebenfalls im Exil lebende Autoren. (Diese und folgende Anmerkungen stammen von der Übersetzerin.)

[2] „Reigen“.

[3] „... Soiled turns the fabric / of the great republic. / Ethics by a ballot / is what it’s all about. / Mourn the slaughtered. / Pray for those squatted / In some concrete lair / facing betrayal.“ – Joseph Brodsky, „Kolo“, Erstveröffentlichung in: New York Review of Books, 13.7.1995.

[4] Radovan, dalmatinischer Bildhauer und Architekt des Hochmittelalters.

 

Photo: André Breton und Radovan Ivšić 

 

ZDRAVKO ZIMA wurde 1948 in Malinska auf der Insel Krk geboren. An der Philosophischen Fakultät in Zagreb machte er sein Diplom im Studium der südslawischen Sprachen und Litertur (heutige Kroatistik) und absolvierte das Studium der Soziologie. Der Universitätsprofessor und Krleža-Experte Stanko Lasić, über dessen Studie „Konflikt an der literarischen Linken“ (1970) Zima seinen Debüttext veröffentlichte, formte ihn entscheidend. In dem Versuch in seiner Arbeit die Glaubwürdigkeit literarischer Tatsachen mit einer Mediengesetzen entsprechenden Einfachheit zu verbinden, legitimierte er sich auch als Nachfolger von Hergešić. Über diesen Aspekt seiner Arbeit äußerten sich der Germanist Dragutin Horvat und der Talianist Tonko Maroević. Eine Hommage an den Zagreber Begründer des Studiums der vergleichenden Literaturwissenschaften stellte sein Buch „Zvjezdana prašina“ dar, das den Untertitel „literarische Porträts“ in Anlehnung an Hergešić trägt. Seine Kritiken, Feuillletons, Essays und andere Arbeiten wurden in allen führenden kroatischen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht („Omladinski tjednik“, „Studentski list“, „Vjesnik“, „Slobodna Dalmacija“, „Forum“, „Quorum“, „Kolo“, „Republika“, „15 dana“). Er war Chefredakteur des Wochenmagazins „Danas“ und der Zeitschriften „Bridge“ (Zeitschrift zur Förderung der kroatischen Literatur im Ausland), „Lettre Internationale“ und „Cicero“. In den letzten zehn Jahren wirkt er als Kolumnist und Literaturkritiker der Tageszeitung „Novi list“ aus Rijeka.

Seine Essays sind in mehreren Anthologien in Kroatisch und anderen Sprachen vertreten. Bis jetzt veröff entlichte er die Bücher Noćna strana uma (1990), Zvjezdana prašina (1992), Zagreb je kriv za sve (1993), Purgeri u purgatoriju (1995), Porok pisanja (2000), Zimsko ljetovanje (2001), Močvara (2002), Prikazi, prikaze (2003), Gondolijer na Vltavi (2004), Metak u petak (2005), Lovac u labirintu (2006), Život je tabloid (2007), Bordel u plamenu (2009). Eine Essaysammlung sowie ein Buch mit Tagebuchbeobachtungen sind in Vorbereitung.

Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen (Preis der Zeitschrift „Gratis“, „Julije Benešić“, „Kiklop“, „M. J. Zagorka“, „Goranova nagrada“).

o nama

Nagrada ''Sedmica & Kritična masa'' – uži izbor

Nakon šireg izbora slijedi uži izbor sedmog izdanja nagrade ''Sedmica & Kritična masa'' za mlade prozne autorice i autore. Pročitajte tko su finalisti.

proza

Robert Aralica: Gugutka

NAGRADA "KRITIČNA MASA" - ŠIRI IZBOR

Robert Aralica (Šibenik, 1997.) studij hrvatskoga i engleskoga jezika i književnosti završava 2020. godine na Filozofskom fakultetu Sveučilišta u Splitu. U slobodno vrijeme bavi se pisanjem proze i produkcijom elektroničke glazbe. Svoje literarne radove objavljivao je u studentskim časopisima Humanist i The Split Mind. 2022. kriminalističkom pričom Natkrovlje od čempresa osvojio je prvo mjesto na natječaju Kristalna pepeljara. Trenutno je zaposlen u II. i V. splitskoj gimnaziji kao nastavnik hrvatskoga jezika.

proza

Iva Esterajher: Priče

NAGRADA "KRITIČNA MASA" - ŠIRI IZBOR

Iva Esterajher (Ljubljana, 1988.) živi i radi u Zagrebu. Diplomirala je politologiju na Fakultetu političkih znanosti. Aktivno se bavi likovnom umjetnošću (crtanje, slikarstvo, grafički rad), fotografijom, kreativnim pisanjem te pisanjem filmskih i glazbenih recenzija. Kratke priče i poezija objavljene su joj u književnim časopisima i na portalima (Urbani vračevi, UBIQ, Astronaut, Strane, NEMA, Afirmator) te je sudjelovala na nekoliko književnih natječaja i manifestacija (Večernji list, Arteist, FantaSTikon, Pamela festival i dr.).

proza

Nikola Pavičić: Suncem i vremenom opržena tijela

NAGRADA "KRITIČNA MASA" - ŠIRI IZBOR

Nikola Pavičić (Zagreb, 2004.) živi u Svetoj Nedelji. Pohađa Pravni fakultet Sveučilišta u Zagrebu. Piše, napose poeziju i lirsku prozu, te sa svojim tekstovima nastoji sudjelovati u literarnim natječajima i časopisima. U slobodno vrijeme voli proučavati književnost i povijest te učiti jezike.

proza

Luca Kozina: Na vjetru lete zmajevi

NAGRADA "KRITIČNA MASA" - ŠIRI IZBOR

Luca Kozina (Split, 1990.) piše prozu, poeziju i književne kritike. Dobitnica je nagrade Prozak u sklopu koje je 2021. objavljena zbirka priča Važno je imati hobi. Zbirka je ušla u uži izbor nagrade Edo Budiša. Dobitnica je nagrada za poeziju Mak Dizdar i Pisanje na Tanane izdavačke kuće Kontrast u kategoriji Priroda. Dobitnica je nagrade Ulaznica za poeziju. Od 2016. piše književne kritike za portal Booksu. Članica je splitske udruge Pisci za pisce. Zajedno s Ružicom Gašperov i Sarom Kopeczky autorica je knjige Priručnica - od ideje do priče (2023).

proza

Ana Predan: Neke su stvari neobjašnjivo plave

NAGRADA "KRITIČNA MASA" - ŠIRI IZBOR

Ana Predan (Pula, 1996.) odrasla je u Vodnjanu. U šestoj godini počinje svirati violinu, a u šesnaestoj pjevati jazz. Po završetku srednje škole seli u Ljubljanu gdje studira međunarodne odnose, a onda u Trst gdje upisuje jazz pjevanje pri tršćanskom konzervatoriju na kojem je diplomirala ove godine s temom radništva u glazbi Istre. U toku studiranja putuje u Estoniju gdje godinu dana provodi na Erasmus+ studentskoj razmjeni. Tada sudjeluje na mnogo vrijednih i važnih projekata, i radi s umjetnicima i prijateljima, a počinje se i odmicati od jazza, te otkriva eksperimentalnu i improviziranu glazbu, te se počinje zanimati za druge, vizualne medije, osobito film. Trenutno živi u Puli, gdje piše za Radio Rojc i predaje violinu u Glazbenoj školi Ivana Matetića-Ronjgova. Piše oduvijek i često, najčešće sebi.

o nama

Eva Simčić pobjednica je nagrade "Sedmica & Kritična masa" (6.izdanje)

Pobjednica književne nagrade "Sedmica & Kritična masa" za mlade prozaiste je Eva Simčić (1990.) Nagrađena priča ''Maksimalizam.” neobična je i dinamična priča je o tri stana, dva grada i puno predmeta. I analitično i relaksirano, s dozom humora, na književno svjež način autorica je ispričala pamtljivu priču na temu gomilanja stvari, temu u kojoj se svi možemo barem malo prepoznati, unatoč sve većoj popularnosti minimalizma. U užem izboru nagrade, osim nagrađene Simčić, bile su Ivana Butigan, Paula Ćaćić, Marija Dejanović, Ivana Grbeša, Ljiljana Logar i Lucija Švaljek.
Ovo je bio šesti nagradni natječaj koji raspisuje Kritična masa, a partner nagrade bio je cafe-bar Sedmica (Kačićeva 7, Zagreb). Nagrada se sastoji od plakete i novčanog iznosa (5.000 kuna bruto). U žiriju nagrade bile su članice redakcije Viktorija Božina i Ilijana Marin, te vanjski članovi Branko Maleš i Damir Karakaš.

proza

Eva Simčić: Maksimalizam.

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - UŽI IZBOR

Eva Simčić (Rijeka, 1990.) do sada je kraću prozu objavljivala na stranicama Gradske knjižnice Rijeka, na blogu i Facebook stranici Čovjek-Časopis, Reviji Razpotja i na stranici Air Beletrina. Trenutno živi i radi u Oslu gdje dovršava doktorat iz postjugoslavenske književnosti i kulture.

poezija

Jyrki K. Ihalainen: Izbor iz poezije

Jyrki K. Ihalainen (r. 1957.) finski je pisac, prevoditelj i izdavač. Od 1978. Ihalainen je objavio 34 zbirke poezije na finskom, engleskom i danskom. Njegova prva zbirka poezije, Flesh & Night , objavljena u Christianiji 1978. JK Ihalainen posjeduje izdavačku kuću Palladium Kirjat u sklopu koje sam izrađuje svoje knjige od početka do kraja: piše ih ili prevodi, djeluje kao njihov izdavač, tiska ih u svojoj tiskari u Siuronkoskom i vodi njihovu prodaju. Ihalainenova djela ilustrirali su poznati umjetnici, uključujući Williama S. Burroughsa , Outi Heiskanen i Maritu Liulia. Ihalainen je dobio niz uglednih nagrada u Finskoj: Nuoren Voiman Liito 1995., nagradu za umjetnost Pirkanmaa 1998., nagradu Eino Leino 2010. Od 2003. Ihalainen je umjetnički direktor Anniki Poetry Festivala koji se odvija u Tampereu. Ihalainenova najnovija zbirka pjesama je "Sytykkei", objavljena 2016 . Bavi se i izvođenjem poezije; bio je, između ostalog, gost na albumu Loppuasukas finskog rap izvođača Asa 2008., gdje izvodi tekst pjesme "Alkuasukas".

intervju

Eva Simčić: U pisanju se volim igrati perspektivom i uvoditi analitički pristup u naizgled trivijalne teme

Predstavljamo uži izbor nagrade ''Sedmica & Kritična masa''

Eva Simčić je u uži izbor ušla s pričom ''Maksimalizam.''. Standardnim setom pitanja predstavljamo jednu od sedam natjecateljica.

poezija

Maja Marchig: Izbor iz poezije

Maja Marchig (Rijeka, 1973.) živi u Zagrebu gdje radi kao računovođa. Piše poeziju i kratke priče. Polaznica je više radionica pisanja poezije i proze. Objavljivala je u brojnim časopisima u regiji kao što su Strane, Fantom slobode, Tema i Poezija. Članica literarne organizacije ZLO. Nekoliko puta je bila finalistica hrvatskih i regionalnih književnih natječaja (Natječaja za kratku priču FEKPa 2015., Međunarodnog konkursa za kratku priču “Vranac” 2015., Nagrade Post scriptum za književnost na društvenim mrežama 2019. i 2020. godine). Njena kratka priča “Terapija” osvojila je drugu nagradu na natječaju KROMOmetaFORA2020. 2022. godine objavila je zbirku pjesama Spavajte u čarapama uz potporu za poticanje književnog stvaralaštva Ministarstva kulture i medija Republike Hrvatske u biblioteci Poezija Hrvatskog društva pisaca.

poezija

Juha Kulmala: Izbor iz poezije

Juha Kulmala (r. 1962.) finski je pjesnik koji živi u Turkuu. Njegova zbirka "Pompeijin iloiset päivät" ("Veseli dani Pompeja") dobila je nacionalnu pjesničku nagradu Dancing Bear 2014. koju dodjeljuje finska javna radiotelevizija Yle. A njegova zbirka "Emme ole dodo" ("Mi nismo Dodo") nagrađena je nacionalnom nagradom Jarkko Laine 2011. Kulmalina poezija ukorijenjena je u beatu, nadrealizmu i ekspresionizmu i često se koristi uvrnutim, lakonskim humorom. Pjesme su mu prevedene na više jezika. Nastupao je na mnogim festivalima i klubovima, npr. u Engleskoj, Njemačkoj, Rusiji, Estoniji i Turskoj, ponekad s glazbenicima ili drugim umjetnicima. Također je predsjednik festivala Tjedan poezije u Turkuu.

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