Prosa

Luko Paljetak: Verborgener Garten (Auszüge aus dem Roman)

Luko Paljetak wurde im Jahre 1943 in Dubrovnik geboren. Er absolvierte 1962 die Lehrerschule in Dubrovnik und 1968 die Philosophische Fakultät (Kroatistik und Anglistik) in Zadar. In Zagreb promovierte er zum Doktor der Philologie.
Nach dem Studium war er Regisseur und Dramaturg am Zadarer Puppentheater, von 1972 bis 1978 Assistent an der Philosophische Fakultät in Zadar sowie einer der Redakteure der Zeitschrift „Zadarske revije“ („Zadarer Revue“). Danach wurde er in Dubrovnik als Sekretär und Redakteur der Zeitschrift „Dubrovnik“ tätig. Er veröffentlichte eine Reihe von Theaterstücken, zahlreiche Gedichtsammlungen, feuilletonistische Bücher und wissenschaftliche Studien. Herausragend ist zudem die umfangreiche Übersetzertätigkeit dieses Autors aus dem Englischen, Französischen und Slowenischen. Im Jahre 1982 erhielt er für die Übersetzung der Lyrik von France Prešeren die „Župančićeva listina“ und den Orden der Republik mit Bronzekranz, im Jahre 1984 den „Vladimir Nazor“-Preis für Literatur, 1989 den „Tin Ujević“-Preis, 1995 den „Goranov vijenac“, 1996 den Jahrespreis der HAZU. Im selben Jahr bekam er in Selce auf der Insel Brač im Rahmen der Veranstaltung Croatia Rediviva den Orden der Danica hrvatska mit der Figur des „Marko Marulić“ bekränzt mit einem „Ölzweig“ verliehen. Er ist Mitglied der Gesellschaft kroatischer Schriftsteller, des Verbandes der kroatischen Literaturübersetzer, der UNIMA, der Theaterkünstler Kroatiens und des PEN-Clubs sowie ordentliches Mitglied der Kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste.



Einführende Anmerkung

 

Durch das Spiel des Zufalls wurde vor nicht all‘ zu langer Zeit in Florenz (Archivio di Stato di Firenze, Bibliothek der Familie Armenticci) ein handschriftlicher Kodex gefunden (mss 965, sign. XVIIa), der drei Handschriften enthält, Disertazione sulla natvra delle ricchezze, della moneta e dei tributi, ridotta in dialogo e diuisa in sei giornate. Et nel fine un Dialogo della diuersità della Fortvna, di M. Giovanni Armenticci, gentiluomo di Ancona, und zwei bislang unentdeckt gebliebene Werke von Nikola Vito Gučetić (Gozze): Dialogo dell‘ Inuidia detto Hortensia, composto da M. Nicolò Vito di GOZZE, gentiluomo Ragugeo und Delle rassomolianze fra l’uomo e le bestie, secondo la mente di Aristotile, de M. Nicolò Vito di Gozze, gentiluomo Raguseo dell‘ Academia degli occulti. Zwischen diesen beiden Handschriften von Gučetić, die wahrscheinlich Abschriften vom Ende des 17. oder dem Beginn des 18. Jahrhunderts sind, ist auch eine vierte ebenfalls nicht vermerkte Handschrift bislang unbemerkt geblieben (ein Autograph oder eine Abschrift; wenn möglich, muss das nachträglich ermittelt werden), und zwar unter dem Titel: Giardino segreto – Diario di F. Zuzeri, gentildonna Ragugea.

Die Handschrift enthält 296 nicht-nummerierte Seiten. Der Text bedeckt die eine Hälfte der Blätter vom Format 32 x 23,5 cm. Mit Unterbrechungen umfasst die Handschrift die Periode zwischen 1567 und 1648. Es ist offensichtlich, dass einige Blätter fehlen. Wenn wir das Jahr 1552 als genau datiertes Geburtsjahr von Cvijeta Zuzorić festhalten, wird ersichtlich, dass Cvijeta ihr Tagebuch schon von frühster Jugend an (mit 15 Jahren) bis zu ihrem Tod geführt hat.

Das Tagebuch wurde in italienischer Sprache geschrieben mit gelegentlichen Zitaten auf Latein, Italienisch, Spanisch, Französisch und Griechisch. Es gibt Verse bzw. einzelne Wendungen, die in kroatischer Sprache abgefasst sind. Die Wendungen, die im Text „auf Dubrovniker Art“ geschrieben sind, sind meist kursiv gekennzeichnet, wie auch jene Teile des italienischen Textes, die in der Handschrift unterstrichen sind. Die Schreibweise einzelner Worte ist in Klammern gesetzt.[1]

Ich glaube, dass diese ungewöhnliche Entdeckung mehr Licht auf die Gestalt der interessantesten und anziehendsten Frau unserer Region werfen wird, vor allem deshalb, weil das Tagebuch auch einige ihrer – so glauben wir – eigenen Gedichte enthält: ein Sonett in italienischer, drei, vier Gedichte in kroatischer Sprache und die Anfänge von drei Kompositionen.

 

3. September (1569)

 

Gestern haben mein Papa und Bartolomeo im städtischen Notariat unseren Ehevertrag (in der Handschrift: patto do matrimonio) unterzeichnet, mit all‘ jenen Einzelheiten, die ich dir, meine liebe Bianca, schon früher aufgezählt habe. Ich weiß nicht, ob ich dich auch weiterhin so nennen werde. Deine Natur wird mir immer geheimnisvoller. Immer ähnlicher der meinen. Die Wirklichkeit wird zur süßen Fähigkeit des Zweifels an der Phantasie, die ihr vorangeht, die ausgedrückt und durchdacht wurde dank des steten Wunsches der Gedanken, sich selbst zum Ausdruck zu bringen, um zumindest einen Teil der eigenen Voraussetzungen in eine Tat zu verwandeln, die hier ihre abschließende Bilanz vorfindet. Es wurde vereinbart, dass die Hochzeitsfeier in einem Jahr, am 5. September hier in Jakin[2] (in der Handschrift: Iachin) stattfindet.

Ich werde also Bartolomeos Frau, aber das ist nicht das, was mich in diesem Augenblick am meisten beschäftigt. Vielmehr beunruhigt mich der Gedanke daran, was bei all‘ dem mit meiner Seele geschehen wird, und auch mit meinem Körper, ja, auch mit meinem Körper. Filelfo hat Recht, ich begreife nicht, wie man den Körper vergessen kann und darf, seit der Mensch nicht nur aus Seele besteht. Es wäre eine merkwürdige άλυπία[3], wenn es keine Befriedigung des Körpers darin gäbe. Wird die Begierde, die dieser mein Körper hervorrufen wird, seine Schönheit erhöhen, oder... ich weiß nicht. Die Schuld ist zweifellos in uns, und man kann sie nicht der Schönheit zuschreiben. Denn wenn unsere Schönheit den Trieb anregt, der sich der Vernunft nicht unterwerfen will, dann wird sie unsere Seele durch Gewalt und nicht durch den Willen beherrschen. Wenn wir sie in Einklang mit der göttlichen Gnade (in der Handschrift: grazia) und nicht körperlich betrachten, dann ist sie ihrer Natur nach dergestalt, dass ihre Macht unseren Körper bewegt, und zwar willentlich, denn der Wille ist jene göttliche, vernünftige Macht, die keine Gewalt und keine Sklaverei verträgt, wie Plotin sagt. An dieser Stelle würde mein lieber Lehrer Bonio – oh wie er mir manchmal fehlt – unbedingt sein „Lass uns weiter blättern“ verlauten lassen. Ja, das werden wir auch tun, mein lieber Bonio, in einem Jahr werden wir ein Blatt weiter sein.

Wird die Ehe eine Sklaverei sein oder nicht, wer weiß. Ich weiß nur, dass Bartolomeo mich liebt und dass auch ich ihn jetzt liebe, nicht nur deshalb, weil er mich liebt, sondern auch deshalb, weil er schön ist. Das haben auch Níke und Lúkre und Líze (in der Handschrift: Li∫e) gesagt, sogar unsere Kàta (in der Handschrift: Chatta). Ich habe mich ihm noch nicht hingegeben, aber er wollte es, sogar gestern abend, doch ich wollte nicht. Wenn wir ein wenig Ficino verdrehen, könnten wir sagen, dass uns die Ehe – über die ich noch nichts weiß – und die Familie – falls es eine solche geben wird – eine Erleichterung und ein Trost gegenüber andersartigen Belastungen sind oder aber nur eine Übung, und zwar eine sehr gründliche Übung aus dem Bereich der Moralphilosophie.

Das Abendessen war wirklich eines solchen bedeutenden Moments würdig. Mama (in der Handschrift: maame) blühte vor Glück auf. Papa war irgendwie traurig und heiter zugleich. Von unserer Seite waren beinahe alle da, ich, Mama und Papa, Níke, Lúkre, Líze und sogar Margarita, die erst neun Jahre alt ist. Papas Bruder Bernard konnte wegen seiner Geschäfte nicht aus Dubrovnik kommen. Dafür kam mein Bruder Bernard aus Venedig, gemeinsam mit seinem Kompagnon Dominik Facendo. Bartolomeo kam mit seinem Vetter Aloisius und seinem Freund Paolo Torriglioni, einem Adeligen aus Jakin. Dieser betrachtete die ganze Zeit, wenn er nicht gerade mich anstarrte, unsere Lukrezia, obwohl sie erst dreizehn ist. Vlaho ist auch in Dubrovnik und Petar, der jetzt als Mönch Ivan genannt wird, meldete sich aus Padua. Mein Bruder Nikola, der jetzt den Namen Frano trägt, schickte mir einen Brief aus Rom. Er zitierte mir den Heiligen Grgur aus Nisa: „Wenn du die Schwierigkeiten des Ehelebens erfahren möchtest, höre was jene Frauen darüber sagen, die sie aus Erfahrung kennen. Sie nennen das Leben jener Mädchen gesegnet, die von Anfang an das jungfräuliche Leben auf sich genommen haben und seine Schönheit nicht erst durch Missgeschicke erkennen mussten. Ich berücksichtige hier nicht die Eifersucht und den Streit, der auf wahre Begebenheiten oder Zweifel zurück geht, und auch nicht das Elend und das Unglück, mit denen diese enden. Wer könnte all‘ das bis ins letzte Detail aufzählen? Wenn du lernen möchtest, bis zu welchem Ausmaß das menschliche Leben angefüllt mit solch einem Übel ist, greife nicht nach alten Geschichten, die den Dramendichtern als Stoff gedient haben. All‘ das lege beiseite. Untersuche die Tragödien, die sich auf der heutigen Bühne des Lebens abspielen... Gehe zu den Gerichten und studiere die Gesetze.“ Mein armer, gütiger Frano, er liebt mich so sehr, dass er mich niemandem geben würde, nicht mal Gott selbst. Aber sagte nicht Ermolao Barbaro einmal: Duos agnosco dominos, Christum et litteras[4], und das sage auch ich, mein lieber Bruder.

Natürlich waren auch die Schachis da. Kàta übertraf sich an jenem Abend selbst. Zunächst bereitete sie eine glänzende Vorspeise zu. Dabei half ihr Líze, genauso wie einst ich es tat. Als würde ich Kàta hören, wie sie zu ihr spricht: Koch ein wenig weißen Mangold, gib etwas Porree und Sellerie hinzu und Zwiebeln und Schnecken. Jetzt sind sie am besten, die Weinberge sind voll davon. Koch die Hühnchenmägen und –flügel und die Kartoffelbällchen (in der Handschrift: gnioche) in ihrem eigenen Saft. Fette dann die Schüssel gut mit Schmalz ein und bedecke den Boden mit Malvenblättern. Mische das Gemüse, und lege es in die Schüssel, aber so, dass es nicht zusammenfällt. Füge gestampfte Zwiebeln, Pflaumen, Schnecken und Kartoffelbällchen hinzu. Schneide ein wenig Würstchen (in der Handschrift: luganige) klein, gib Öl, Wein, Essig und Sauerkrautsaft hinzu. Lass alles kochen, und wenn es siedet, mörsere Pfeffer, Ysop, Ingwer und ein wenig Kraut gegen Zahnweh. Das alles muss sehr fein gemahlen werden, und dann wird es zugegeben, bis es wieder zu sieden beginnt. Schlage einige Eier auf und vermische sie mit der restlichen Soße und lass alles binden. Wenn es fest geworden ist, mach eine Weinlake. Wie? Stampfe etwas Pfeffer und schneide ein wenig Ysop klein, füge Sauerkrautsaft und Wein hinzu und vermische das alles mit etwas Prošek oder süßem Wein, mische alles in einem Topf, gebe etwas Öl dazu und lass es aufkochen. Wenn es kocht, binde alles mit Mehl ab. Die zuvor zubereitete Soße gieße in eine Servierschüssel, davor entferne noch die Malvenblätter, übergieße das Ganze mit Weinlake, bestreue es mit Pfeffer und serviere es so. Und sage: Guten Appetit.

Es folgte dann Arrista de forno auf Florentiner Art, aber darüber werde ich mich nicht auslassen. Wichtiger ist, was danach kam. Kàta brachte eine ovale Platte aus Fayance zum Tisch und stellte sie genau vor Bartolomeo. Die Platte war bedeckt mit gekochten Blättern von weißen Kohlköpfen. Pfefferkörner bildeten in der Mitte eine Trennlinie. Die linke Seite verzierten vier Forellen, so wie im Wappen von Pescioni, rechts – ihnen gegenüber – lagen vier weiße Streifen aus Lattich. Zwischen ihnen glänzten vier rote Streifen aus Roter Beete. Unter jenen Fischen lag eine dunkelblaue Schicht aus Auberginen (in der Handschrift: ballanciane). Es war ein wahres Kunstwerk. Alle applaudierten. Níke sagte zu mir: Jetzt weiß ich, was es bedeutete, als du damals von vier Fischen träumtest. Alle vier an einer Angel. Sie haben es nicht leicht. Und dann lachte sie. Und Mama flüsterte mir zu: Erinnerst du dich an jene Zigeunerin (in der Handschrift: Iegjupca)[5]. Papa erhob feierlich den Becher mit Malvasia und brachte einen Trinkspruch aus: Domine Iesu Christi, Fili Dei vivi, benedicere et satificare digneris hanc creaturam vini, ut vel a quolibet potatum divina opulentiae tuae benedictione repelatur[6]. Für einen Moment wurden wir ernst, und dann begannen wir, während wir Malvasia tranken, die uns neulich unsere Verwandten Zlatarić über Vlaho aus Konavle geschickt hatten, zu lachen und immer lauter zu reden. Auch Margarita kostete etwas von diesem Wein, und später trug Mama sie ins Bett. Ich wurde gezwungen, die Laute zu ergreifen. Ich sang jene mir so liebe venezianische Canzone: Lieti di, felici feste[7]. Bartolomeo stimmte ein und dann auch die anderen. Dann kam La folla giardinera[8] an die Reihe, und alle wurden verrückt. Uff, wie schwer doch diese doppelten Griffe sind. Noch immer sind meine Finger müde, so dass ich diese Feder kaum halten kann. Ich sang auch ein Lied. Aber ich habe ihnen nicht verraten, dass es von mir war. Danach sagte ich, dass ich ein wenig Luft schöpfen müsse, und ich ging in den Garten. Bartolomeo kam mir bald nach. Die, die am Tisch zurück geblieben waren, sangen Litanie del vin[9]. Ich glaube, es tönte durch ganz Jakin: Era scritto nel Vangelo, chi non beue non ua in cielo, parapon zi pon zi pa...[10].

Der Himmel war hell und gleichgültig, voller Sterne. Bartol blickte mich nur an, mit süßem Schmerz in den Augen. Dann begriff ich, dass die Liebe tatsächlich mit dem „Schmerz der Augen“ beginnt. Wir setzten uns auf eine Bank und begannen uns bis zur Erschöpfung zu küssen. In meinem Bewusstsein kreiste dabei ununterbrochen eine Frage, die mit jedem Kuss neuen Ansporn bekam: Warum Gott in uns zügeln, statt uns in ihm auszubreiten, indem wir uns lieben? Warum mit Vernunft danach suchen, was man fröhlich und mit einem Sprung durch Liebe erreichen kann? Ich hatte mich entfernt von jeder Form der messbaren Zeit und folglich auch von der Vergangenheit und der Gegenwart. Vielleicht wurde deshalb meine Großzügigkeit beim Austeilen von Küssen immer ökonomischer, gerade weil ich nicht wollte, dass die Wirklichkeit dieses Unterfangen verdirbt, dass sowieso nicht auf sie gerichtet war. Bald standen wir wieder stumm da und allein, jeder in seiner eigenen Verlassenheit. Ich ging in mein Zimmer und er in jenes, das ihm zugeteilt worden war. Kurz darauf meldete sich die Nachtigall (in der Handschrift: ∫lauiz).

Ich lag auf meinem Bett und dachte über die vier Fische an einer Angel nach. Wer ist hier gefangen, der Fisch oder jener, der die Angel hält, jener, dem – wie der alte, traurige Vertriebene aus Florenz sagt – `l pie fermo sempre era `l più basso[11], da ein tief liegender Schwerpunkt beständiger ist als der, der höher liegt, und durch ihn kommen wir den niedrigen und einfachen Dingen näher. Es ist daher nicht verwunderlich, dass jene höheren und edleren Dinge in uns nicht immer einen so hohen und göttlichen Eindruck hinterlassen können, wie es bei mir jene Nachtigall tat. Wenn ich mich nur an Catharina aus Deccamerone erinnere! Lieti di! Vielleicht? Bartolomeo würde sicher wollen, dass ich seinen halte. Es gibt so viel Zeit, wie es Sandkörnchen in der Wüste von Klepsidra gibt. Halten ist leicht, behalten ist schwer. Ein Augenblick als ein punctum in der Komposition der Zeit ist nicht immer ein voller und reiner Punkt der Gegenwart. Ganz in Gegenteil, er liegt irgendwo zwischen zwei Gegenwarten, wie zwischen zwei Beinen, er gibt und nimmt, dringt vor und flieht; und so wird alles entwendet (klepto – Klepsidra), das eine wird dem anderen genommen, und dabei steht alles an seinem Platz, und alle – obwohl alle verlieren – meinen, dass sie gewonnen haben. Wie schön es wäre, jene Nachtigall nieder schreiben zu können. Sie singt auch heute Nacht. Sie bringt mir den Schlaf. Gute Nacht, Bartolomeo. Gute Nacht, liebe Bianca. Fische gibt es auch unter den Sternen; auch in der Wüste der Klepsidra blüht die Rose.

 

 

[...]

 

 

23. März (1571)

 

Vorgestern und gestern waren wir in Trsteno. Mit Níko (in der Handschrift: Nico) und Màra (in der Handschrift: Marra) feierten wir den Frühlingsanfang und Níkos Aufnahme in den Großen Rat. Alles glänzte. Die Schönheit war wirklich reines Licht. Auch die Schwalben waren zurück gekehrt und vertrieben sub Jove Divo die Spatzen, die bis dahin in ihren Nestern gehaust hatten. Màra küsste mich und beschwerte sich wegen meiner Blässe. Hier wohnt Quies, hierhin musst du öfter kommen, meine überaus edle Cvijeta, sagte sie und zeigte dabei auf ihre Allee. Ich gab mit nichts zu erkennen, wie stark ich mich danach sehnte. Wir müssen diesen bedeutenden Tag feiern, sagte Níko und wirkte dabei sehr stolz. Bartolomeo fügte hinzu, dass es eine große Ehre sei, in den Großen Rat aufgenommen zu werden, und dass wir wahrscheinlich bald unseren rühmlichen Gastgeber in einer Fürstentoga sehen würden. Bis dahin brauche es noch volle neunzehn Jahre, antwortete ihm Níko, aber ich sehne mich überhaupt nicht danach. Am liebsten würde ich mein ganzes Leben hier verbringen. Ich auch, wollte ich ihm sagen, aber ich verschwieg diesen Gedanken, dem ich nur erlaubte, seine Spur in mir zu hinterlassen, und ich verspürte dabei eine kleine Erleichterung, wie ein jeder, der einen Gedanken so lange duldet, bis er ihn an den äußersten Rand des Verlangen nach eben diesem Gedanken bringt.

Níko brachte dann den Käfig mit meinem Stieglitz (in der Handschrift: ghardellin), es war ein Weibchen. Zu Ehren des heutigen Tages werden wir sie in die Freiheit entlassen, sagte er. Das wird unser Geschenk für sie und für uns selbst sein, setzte er fort und gab mir ein Zeichen, das Käfigtörchen zu öffnen. Das Stieglitz-Weibchen zögerte ein wenig, aber dann flog sie und zog einige Kreise in der Luft, als erprobte sie den Sinn ihrer Freiheit. Und dann landete sie in einem naheliegenden Baum. Sie sang mit ihrer hohen und hellen Stimme. Wir riefen alle: Evohe! Wir haben ihr keinen Namen gegeben, rief Màra und streckte ihren Arm aus, als wolle sie sie zurück holen. Wir werden ihr einen in Abwesenheit geben, sagte darauf Níko (in der Handschrift: Nico), so wie wir allen Wesen unserer unbenennbaren Sehnsucht Namen in Abwesenheit verleihen. Wir werden sie Antiope nennen, sagte er, das ist gerecht. Er verknüpft die Idee des Schenkens und der Liebe miteinander, dachte ich und stimmte dem Namen zu.

Ich habe meinen Kommentar zu Averroës beendet, sagte er mir, während wir aus dem Hain gingen. Ich bin nicht mit ihm einverstanden, wenn es um die Substanz der Welt geht und die propositiones de causis[12], obwohl er sich dabei meist auf Aristoteles stützt. Die Ordnung liegt in den natürlichen Dingen nicht weniger als in den geistigen. Ich bin mit ihm auch dort nicht einverstanden, wo er, indem er sich Abu Hamid (in der Handschrift: Chamidd) widersetzt, sagt, dass es nicht aus sich selbst heraus offensichtlich sei, dass alles, was durch einen äußeren Anstifter angeregt wurde, in etwas endet, was sich von alleine bewegt, und so weiter. Ich stimme auch seiner Behauptung über die Einheit nicht zu und bin mir hier mit Thomas einig, da Averroës zu beweisen versucht, dass die Vernunft eine Substanz ist, die durch das Sein vom Körper getrennt ist, und dass sie sich keinesfalls mit dem Körper als Form vereinigt. Vielleicht liegt das Problem in den Begriffen, die Averroës im Quellentext verwendet, antwortete ich Níko (in der Handschrift: Nico). Es würde sich lohnen, darüber mit unserem werten Piro (in der Handschrift: Pyrrhus) zu sprechen.

Bartolomeo und Màra sahen, dass wir uns ins Gespräch vertieft hatten und gingen voran und verschwanden im Haus. Sie, meine hochgeschätzte Cvijeta (in der Handschrift: Zuieta), sind eine lebendige Negation der These Averroës, sagte Níko. In Ihnen zeigt sich am offensichtlichsten, auf welche Art sich die Vernunft als Substanz mit einem Körper göttlicher Form vereinigt. Wir waren allein auf diesem schönen Pfad. Níko blieb plötzlich stehen und küsste mich unversehens auf die Nasenspitze. Hiermit schließe ich den Kommentar auf Averroës, sagte er zu mir mit glänzenden Augen. Hiermit setze ich den Punkt auf seine Zusammenhanglosigkeit der Zusammenhanglosigkeiten. Dann betrat auch er das Haus und ließ mich mit dem Gefühl dieses beweiskräftigen Kusses zurück. Ich blieb allein. Es schien mir, als flöge mein Stieglitz-Weibchen über meinen Kopf hinweg. Antiope, sagte ich und blieb so lange dort stehen, bis die anderen mich herein riefen.

 

 

[...]

 

 

6. Februar (1572)

 

Wir setzten von Genua nach Neapel über, fuhr Mato in seiner Erzählung fort. Dann kam der Oberbefehlshaber, Don Juan von Österreich, so sagte man mir, auf einem Admiralsschiff mit 49 Galeeren als Begleitung. Ihr hättet diesen Anblick sehen sollen. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen. Ich habe neulich Don Juan in Messina getroffen, sagte Dinko darauf. Wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich mich vor meinem Halbbruder Philip II hüten. Es wäre besser für dich, wenn du dich vor deiner Livija hüten würdest, mein Dinko, sagte Frano (Burina, Anm. L. P.) zu ihm und lächelte dabei bedeutungsvoll.

Wir fuhren in die Korinther Bucht, fuhr Mato etwas lauter fort. Unsere Galeere war in der dritten Reihe. Ein Priester kam. Wir knieten uns alle nieder, und er erteilte uns allen die allgemeine Absolution. Dann ein Kanonendonner. Das Geschrei erhob sich von allen Schiffen zum Himmel empor. Und es waren 200 Schiffe, man konnte sie kaum zählen. Mein Miguel lag krank unter Deck. Das Dreitagefieber (in der Handschrift: terza) schüttelte ihn. Alle riefen: Victoria! Victoria! – will sagen: Sieg! -, übersetzte uns unser Mato. Auch ich rief: Hoch lebe der Heilige Vlaho! Leben und Sieg! Unser Schiff näherte sich dem feindlichen Schiff. Ich schaue: Krummsäbel, Lanzen, Schwerter, Streitkolben, Pfeil und Bogen... Gott bewahre! Was soll ich euch noch sagen. Dann erschien Miguel plötzlich auf Deck. Was will er hier so krank, dachte ich, sagte Mato. Wir rammten dann das türkische Schiff, das voll war mit Janitscharen aus der Garde des Sultans, die mit den komischen Mützen. Unser Schiff war niedriger. Die Türken sprangen auf unser Deck. Jemand rief: Das ist das Schiff der Kapitanerie aus Alexandria. Da ist der Fahnenträger! Entreiß ihm die Fahne! Ich stürzte auf ihn, er stand ganz nah, aber einige andere waren schneller, seufzte Mato. Ich schaue mich um, wo Miguel geblieben ist. Er schlägt wie verrückt mit dem Schwert um sich. Ich schlage mit der Axt. Mein Blut wallt. Ich sah, dass ihm sein Schwert aus der Hand fiel und dass Blut über seinen linken Arm strömte. Ich schlage mich zu ihm durch und hole aus. Ich stieß den Mann um, der ihn gerade erschlagen wollte. Ich trug ihn auf dem Rücken aus dem Gedränge, ich weiß selbst nicht wie. Ich sah, dass auch über meine linke Hand Blut strömte. So habe ich diesen Finger verloren, Mato zeigte uns seine linke Hand, aber dann schämte er sich und versteckte sie im Schoß.

Miguel riss sich von meinem Rücken los und drehte sich um und schrie etwas, was ich nicht verstand: Vence Dulcinea! Vence Dulcinea![13], oder irgend etwas ähnliches. Dann trafen ihn zwei Gewehrkugeln in die Brust. Er fiel. Beinahe im selben Moment fiel auch Kapùdan Pascha. Die Schlacht war beendet. Victoria! Victoria! tönte es von allen Seiten. Gott und dem Heiligen Vlaho sei Dank, sagte ich und trug Miguel unter Deck. Ich war auch später bei ihm, in Messina und in Reggio. Die Wunde in seiner Brust heilte, aber mit seinem Arm konnte man nichts machen, er war völlig ausgetrocknet. Er fieberte und faselte: Wenn in den Augen jener, die sie sehen, meine Wunden nicht glänzen, so werden sie doch zumindest von denen geschätzt, die wissen, wo ich sie bekommen habe, denn ein Soldat sieht schöner aus, wenn er im Kampf stirbt, als wenn er frei auf der Flucht ist. Das sind keine Wunden, das sind Sterne am Himmel der Ehre. Während er das sagte, wurde Mato ernst und veränderte seine Tonlage und versuchte seiner Stimme einen erhabenen Klang zu verleihen. Auch im Krankenhaus las er ununterbrochen, setzte er fort. Ich bat ihn, dass er es auch mir beibringe. Er versprach es mir. Deshalb muss ich zurück zu ihm gehen. Was würde er ohne seinen Mato – Pancho tun!

Hast du diesen Orden dort bekommen, fragte ihn Monaldi. Nein, mein Herr, antwortete Mato. Ich habe ihn in einer Wirtschaft beim Kartenspiel gewonnen, von einem – ich weiß nicht mehr, wie der hieß –, aber das ist jetzt nicht mehr wichtig. Steht ja nicht darauf, wie ich ihn bekommen habe. Alle lachten, oder es erschien mir zumindest so. Dinko schaute unbewusst auf die eigene Brust und ich zu ihm. Er erwiderte das mit einem feurigen Blick, als wolle er mir sagen: Von Gott möchte ich nichts Höheres bekommen, weil es auf der Welt keine schönere Gabe gibt als Dich. Der arme Dinko. Ihn trifft keine Schuld. Ich sagte vor einigen Tagen zu Màra und dachte dabei an sie und Níko, dass der König des Himmels alle Dinge von unterschiedlicher Vollkommenheit in dieser Welt zu unserem Vergnügen und Trost erschaffen hat; jeder, der schön ist und sich grämt, wenn er von edlen Geistern deshalb geliebt, geachtet und geehrt wird, begeht einen schweren Fehler und eine Sünde. Ich möchte diesen Fehler nicht begehen, noch auf diese Art sündigen.

 



[1] Ein Teil des Textes ist in der alten Schreibweise geschrieben, so dass folgendermaßen gelesen werden muss: c = k; ch = k, ć, h; cc = č, k; cj = č, chj = ć; gh = g; gj = đ; gl = lj; gli = lj; gn = nj; s = z; sc = š; sj = š; ∫ = s; ∫c = š; ∫cj = ž; x = ž; v = u; u = v; ar = r; i = j, i

[2] Ancona (Anm. d. Ü.)

[3] griechisch: Sorglosigkeit

[4] lateinisch: Ich kenne zwei Herren, Christus und die Literatur.

[5] Damals nannte man die Zigeunerinnen in Dubrovnik, die dort wahrsagten, „Ägypterinnen“ – Jeđupke (Anm. d. Ü.).

[6] lateinisch: Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, sei gnädig und segne dieses Wesen des Weines und sei mit ihm zufrieden, und darüber hinaus mache, dass jeder, der es trinkt deinen göttlichen, mächtigen Segen erhält.

[7] italienisch: Heitere Tage, glückliche Feste

[8] italienisch: Die verrückte Gärtnerin

[9] italienisch: Weinlitaneien

[10] italienisch: Es steht im Evangelium geschrieben, wer keinen Wein trinkt, kommt nicht ins Paradies, parapon zi, pon zi  pa...

[11] italienisch: Zum tiefen Fuß die Last des Leibes [lag] (Dante, Die Göttliche KomödieDie Hölle, I, 30; übersetzt von Richard Zoozmann)

[12] lateinisch: Grundlagen der Ursache

[13] spanisch: Dulcinea hat gesiegt! 

o nama

Nagrada Sedmica & Kritična masa 2019 - uži izbor

Nakon što je žiri Nagrade Sedmica & Kritična masa za mlade prozne autore bodovao priče autora iz šireg izbora Nagrade, u uži izbor ušlo je sedam autora/ica.
Pogledajte tko su sedmoro odabranih.
Sponzor Nagrade je kulturno osviješteni cafe-bar "Sedmica" (Kačićeva 7, Zagreb).

intervju

Dinko Kreho: Književna ''mladost'' je sklizak i evazivan pojam koji najčešće nosi i problematičan ideološki balast

Predstavljamo uži izbor Nagrade Sedmica & Kritična masa

Dinko je u uži izbor ušao s pričom ''Zoja''. Standardnim setom pitanja predstavljamo jednog od dvojice muških natjecatelja.

proza

Iva Sopka: Moje pravo, nezaljubljeno lice

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - UŽI IZBOR 2019

Iva Sopka (1987., Vrbas) objavila je više kratkih priča od kojih su najznačajnije objavljene u izboru za književnu nagradu Večernjeg lista „Ranko Marinković“ 2011. godine, Zarezovog i Algoritmovog književnog natječaja Prozak 2015. godine, nagrade „Sedmica & Kritična Masa“ 2016. i 2017. godine, natječaja za kratku priču Gradske knjižnice Samobor 2016. godine te natječaja za kratku priču 2016. godine Broda knjižare – broda kulture. Osvojila je i drugo mjesto na KSET-ovom natječaju za kratku priču 2015. godine. Trenutno živi u Belišću i radi kao knjižničarka u osnovnoj školi.

proza

Ivana Pintarić: Priče

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - ŠIRI IZBOR

Ivana Pintarić (1988., Zagreb) je po zanimanju edukacijski rehabilitator. Piše poeziju i kratke priče. Ulomkom iz romana „Gorimo (ali ne boli više)“ ušla je u finale izbora za nagradu "Sedmica & Kritična masa" 2015. godine. Ulazi u širi izbor nagrade "Sedmica & Kritična masa" 2017. ulomkom iz romana "Ovo nije putopis o Americi". Bila je polaznica Booksine radionice pisanja proze pod mentorstvom Zorana Ferića. Objavila je radove na kultipraktik.org i booksa.hr. Objavila je i priču u časopisu Fantom slobode. Članica je književne grupe ZLO.

proza

Marin Ivančić: Karijatida

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - ŠIRI IZBOR

Marin Ivančić (1991., Karlovac) diplomirani je pravnik na stručnom usavršavanju u Hrvatskoj komori ovlaštenih inženjera geodezije. Od zala birokracije dušu spašava čitanjem, županijskim nogometom, a odnedavno i pisanjem. Igra zadnjeg veznog u NK Dobra-Novigrad na Dobri, ima dobar udarac i pregled igre. Čitalački ukus mu je hipsterski eklektičan. Ovo mu je prvi objavljeni rad.

proza

Jelena Petković: Japan

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - ŠIRI IZBOR

Jelena Petković (1984.) diplomirala je povijest i engleski jezik i književnost na Filozofskom fakultetu u Osijeku. Živi i radi u Vukovaru.

proza

Luiza Bouharaoua: Zvučni zid

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - ŠIRI IZBOR

Luiza Bouharaoua (1985., Split) diplomirala je kroatistiku i anglistiku na Filozofskom fakultetu u Splitu. Radi u Skribonautima. Prevodi i piše. Prevela je roman Rachel Kushner "Bacači plamena" (Profil, 2017.). Kratke priče objavljivala je u The Split Mindu, Fantomu Slobode i na portalima Kritična masa i Nema. Priče su joj izvođene u na Trećem programu hrvatskog radija. Uvrštena je u regionalni zbornik "Izvan koridora - najbolja kratka priča" (VBZ, 2011.) i antologiju hrvatske mlade proze "Bez vrata, bez kucanja" (Sandorf, 2012.). Finalistica je natječaja Festivala europske kratke priče u 2016. i 2017. godini. Dobitnica je nagrade Ulaznica za kratku priču te nagrade Prozak za najbolji prozni rukopis autora/ica do 35 godina. U 2019. izlazi joj Prozakom nagrađeni prvijenac.

proza

Valerija Cerovec: Hotel Horizont (ulomak iz kratkog romana)

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - ŠIRI IZBOR

Valerija Cerovec (1993., Čakovec) je vizualna umjetnica i spisateljica. Završila je preddiplomski studij modnog dizajna na Tekstilno-tehnološkom fakultetu i studij komparativne književnosti na Filozofskom fakultetu, a diplomirala na Odsjeku za animirani film i nove medije na Akademiji likovnih umjetnosti. Dobitnica je nagrade “Franjo Marković” Filozofskog fakulteta. Sudjelovala je u nizu skupnih izložbi i jednoj samostalnoj naziva “23. rujna, dan kad se ništa naročito nije dogodilo”. Članica je HDLU-a.

proza

Jan Bolić: Mrtvi kanal (ulomak iz neobjavljenog romana)

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - ŠIRI IZBOR

Jan Bolić (1995., Rijeka) je autor koji boluje od progresivne bolesti spinalne mišićne atrofije tip 2 zbog koje ne može pomaknuti gotovo nijedan dio tijela, no i dalje, bez obzira na progresiju bolesti, uspijeva pisati s dva prsta koja još uvijek može pomaknuti i s njima stvara književna djela. Dosad je objavio dvije knjige: zbirku poezije „Trenutci“ (2016.) i zbirku poezije i proznih zapisa „Može biti lijepo“ (2017.). Jedna pjesma objavljena je i u zbirci poezije skupine autora iz cijele RH naziva „Petrinjske staze“ iz Petrinje. Povremeno objavljuje svoje radove na književnim portalima i svom Facebook profilu U trećoj knjizi odlučio se pozabaviti žanrom krimića.

proza

Andrea Bauk: Kult užarene krune

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - ŠIRI IZBOR

Andrea Bauk (1985., Rijeka) je završila stručni studij vinarstva u Poreču nakon kojeg je radila razne poslove. Teme njezinog pisanja su SF, međuljudski, pogotovo obiteljski odnosi i tabu teme, a njezini likovi redovito su autsajderi i mizantropi. Nekoliko njezinih priča i pjesama objavljene su u sklopu književnih natječaja.

proza

Luka Katančić: Papirnati poljubac

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Luka Katančić (1996., Zagreb) student je Pravnog fakulteta u Zagrebu. 2014. i 2015. godine osvojio je treće nagrade: „Stanislav Preprek“, „Joan Flora“, „Pavle Popović“, „Janoš Siveri“, „Rade Tomić“ te drugu nagradu „Duško Trifunović“ u Novom Sadu za poeziju u kategoriji do 30 godina.

proza

Dalen Belić: Ispovijed serijskog samoubojice

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Dalen Belić rođen je 1997. godine. Živi u Pazinu, a studira engleski i njemački jezik na Filozofskom fakultetu u Rijeci. Objavljivan je u istrakonskoj zbirci Apokalipsa laži te zbirkama Priče o manjinama i Priče o Pazinu u sklopu Festivala Fantastične Književnosti. Osvojio je drugo mjesto na Riječkim perspektivama 2017. godine i prvo mjesto 2018. Jednu njegovu priču teškometalne tematike možete pročitati na portalu Perun.hr.

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