Lyrik

Dobriša Cesarić: Acht Gedichte

Dobriša Cesarić (1902 -1980) war ein kroatischer Dichter. Die Poesie von Cesarić lebt schon mehr als ein halbes Jahrhundert. Im Jahr 1916 erschien sein erstes Gedicht „I ja ljubim…“ (Und ich liebe…) in der Zeitschrift „Pobratim“. 1920 veröffentlichte die populäre Zeitschrift „Kritik“ sein Gedicht „Buđenje Šume“ (Das Erwachen des Waldes). Später in seinem Leben beschäftigte er sich viel mit Zeitschriften, aber nur eine hat er mit Vjekoslav Majer, selbst gegründet, und zwar „Ozon“ 1923. Von 1929 - 1941 arbeitet er als Lektor und Bibliothekar. In dieser Vorkriegszeit entstanden bedeutende Werke.
Seine Dichtungen sind eine Mischung der traditionellen Form und des modernen Denkens. Er schrieb viel über das schwere Leben der ärmeren Stände und über die Dinge, die der moderne Mensch nicht beachtet. Die Lyrik von Dobriša Cesarić entstand und wuchs zwischen zwei Weltkriegen. Diese Lyrik hat innere Kraft. Er dichtete viel über die Geschehnisse seiner Zeit, über Zagreb, wo er 50 Jahre verbrachte. Diese Lieder haben einen humanen Charakter. Der größte Teil seiner Poesie spricht über das Alltagsleben. So dichtet er über den Käfer auf dem Baum, über zwei - drei Ziegelsteine auf dem Weg oder über den Zug. Sein Schreibstil ist einfach, reimvoll, verständlich. Er wird auch „Zauberer des Verses genannt˝. Das menschliche Herz hat eine wichtige Rolle in seinen Liedern, denn es leidet, liebt und verbindet Menschen. Die Verbindung des Reflexiven und Emotiven in seiner Lyrik ist das Resultat seines humanen Verhältnisses gegenüber der Welt. Cesarić übersetzte viel aus dem Deutschen und Russischen (Goethe, Heine, Rilke, Puschkin, Lermontow, Jessenin).



 IN JEDEM LEBEN GIBT ES RITZEN

(Pukotina ima svaki život)

 

In jedes Menschen Leben gibt es Ritzen,

Durch die die lieben Nächsten gerne spähn

Auf unsre Tage, die vorüberflitzen.

 

So kommt's daß nichts uns ganz gehört von diesem Leben

Das wir in uns einschlürfen gleichwie Wein

Aus Bechern, daran Spuren fremder Finger kleben.

 

Ist aber einer scheu und sauber von Gemüt,

Dann sehnt er sich, Gardinen vorzuziehen

Vor seiner Seele Fenster, daß ihn keiner sieht.

 

Und sein Gesicht zu einer ausdruckslosen

Und leeren Maske glätten - wie ein kahles Feld,

Darunter Wellen tiefer Ströme tosen.

 

 

DIE WOLKE

(Oblak)

 

Im frühen Dämmer unvermutet

Taucht über Stadt und Kirchturmknauf

Im blauen Himmel rosig blutend

Ein kleines weisses Wölkchen auf.

 

Gewiegt von sanften Höhenwinden

Beginnt die Wolke still zu glühn.

Jedoch der Blick der Erdenkinder

Gilt nur dem eigenen Bemühn.

 

Denn jeder jagt auf eigenen Wegen

Nach Geld und Geltung, Macht und Brot.

Nur sie, in Schöneit einsam schwebend,

Verblutet still im Abendrot.

 

Und immer höher schwebt sie droben

Als strebe sie zu Gott hinauf!

Vom Höhenwinde sanft gehoben,

Löst sie im Höhenwind sich auf.

 

 

WIEDERKEHR

(Povratak)

Wer weiß - ach, niemand kann wissen -

Wissen ist Schaum!

Ob ein Strahl der Wahrheit vielleicht mich traf -

oder wars nur Traum.

Noch einmal könnt mir die Liebe geschehen,

mich die Liebe erfassen -

doch ich weiß nicht ob ich mir's wünschen soll,

oder es bleiben lassen.

 

Im Meer des Lebens, wo es wallt und verdampft

in tiefen Gründen,

könnten die gleichen Tropfen aufs Neue

sich formen, sich finden.

Und wenn ein Äon auf Sternenwegen

vorübergegangen,

könnten zwei Lippen sich wieder begegnen

im gleichen Verlangen.

 

Eines Tages bist du so schön und in Blau

wiedergekehrt

Nicht ahnend daß mir all diese Zeit

dein Leuchten verklart

Doch ich, der Jetzt dichtet, erfüllt ganz von dir

im tiefsten Innern,

werd mich deines Namens - o du Sinn meines Seins!

nicht mehr erinnern...

 

Und wenn dann plötzlich aufhorcht die Seele  

ungläubig voll Staunen,  

gleich erstickt die Vernunft mit sicherer Stimme

das ahnende Raunen

Beim Lampenschein tauschen wir dann wie zwei Fremde

verstohlene Blicke,

nicht wissend wie stark uns immer noch ketten

die alten Stricke.

 

Doch die Zeit dreht sich, sie hastet und dreht sich

wie die Sonne im Kreise,

Freud bringt sie, und Leid, die einmal gewesen

auf gleiche Weise.

Aufleuchten Augen, Hände sich finden,

Herzen erbeben -

und blind für unsre Fußspur wandern wir wieder

auf alten Wegen.

 

Wer weiß - ach wer kann schon wissen -

Wissen ist Schaum!

Ob ein Strahl Wahrheit vielleicht mich traf

oder nur ein Traum?

Noch könnt vielleicht mir die Liebe begegnen,

mich die Liebe erfassen -

und ich weiß nicht ob ich mir sie wünschen soll

oder es bleiben lassen.

 

 

OBSTBÄUMCHEN NACH DEM REGEN

(Voćka poslije kiše)

 

Das Obstbäumchen sieh, nach dem Regen,

Die Zweige voll von Tropfen regen:

Es gleißt und glänzt im Sonnenscheine

Im Prunke seiner Edelsteine.

 

Doch kaum die Sonne sich versteckt,

Ist jäh der ganze Zauber weg!

Es wird, wie vordem, arm und kläglich

Ein kleiner Obstbaum - ganz alltäglich.

 

 

IM MONDSCHEIN

(Mjesečina)

 

Jetzt regt sich nirgends auch das kleinste Blatt.

 

Zutiefst scheint jedes Ding von Heimlichkeit erfüllt;

In diesem weißen Mondlicht das vom Himmel quillt.

 

Und alles scheint in eine andere Welt erhöht

Der Strauch ist nicht mehr Strauch, der Stein nicht Stein.

Eine Verwandlung hat sich still vollzogen.

Und jedem Ding entströmt Musik in breiten Wogen,

 

die nur das Herz vernimmt. In dieser Flut versinke,

Gib dich den Klängen hin und trinke, trinke!

 

 

ALTWEIBERSOMMER

(Na kraju ljeta)

 

Schimmernde Fäden, ganz leicht und dünn

Schwanken durch die Luft und gleißen.

Ganz ohne Nutzen und ohne Sinn

Und dennoch zögern wir, sie zu zerreissen.

 

Kurz schweben sie und leicht, versuchen nicht

Die Erdenschwere zu ergründen.

Auf rätselhafte Weise sind sie froh und licht -

Wer weiß mit wem sie uns verbinden.

 

 

DER SCHREI

(Krik)

 

Lang wuchs mein Schmerz ganz leise in mir drin

Und schwoll fast unhörbar am Tage.

Doch in der Nacht da brach er aus:

In Versen schrie heraus ich meine Klage.

 

Laut schrie, ich meinen Schrei hinaus

Ob nicht ein Echo Antwort gellt?

Verteiiend so mein Herze stückchenweise

An ferne fremde Brüder in der Welt.

 

So irrt mein Schrei fortan, er irrt und irrt

Und rührt er an ein andres Herz bei Nacht -

Ob es wohl ahnt, daß er sich losgemacht

In schwerer Qual, durchlitten und durchwacht?

 

 

TOTER HAFEN

(Mrtva luka)

 

Ich weiß aus einer alten Sage

von einem toten Hafen.

Dort hört man am Morgen des Käuzchens Klage

Und sieht müde Schiffe schlafen.

 

Sie schlafen und träumen die müden Schiffe

Vom Segeln und großen Fahrten

Doch ihre Anker ruhn in der Untiefe

Im seichten Wasser und warten.

 

Und so erleben sie das Glück nur im Traum:

Mit buntbewimpelten Masten

Traun sie sich nicht in den weiten Raum,

 

Sie bleiben im Hafen und rasten.

 

 Aus dem Kroatischen 

 von Ina Jun Broda

o nama

Nagrada Sedmica i Kritična masa 2019. za Miru Petrović

Pobjednica ovogodišnje nagrade "Sedmica i Kritična masa" za mlade prozne autore je Mira Petrović (1989.) iz Splita.
U užem izboru Nagrade za 2019. bili su: Leonarda Bosilj, Iva Hlavač, Toni Juričić, Maja Klarić, Dinko Kreho, Mira Petrović i Iva Sopka.
Ovo je bio četvrti natječaj koji raspisuje Kritična masa, a nagradu sponzorira cafe-bar Sedmica (Kačićeva 7, Zagreb).
U žiriju nagrade Sedmica i Kritična masa bili su - Viktorija Božina, Branko Maleš i Damir Karakaš.

o nama

Nagrada Sedmica & Kritična masa 2019 - uži izbor

Nakon što je žiri Nagrade Sedmica & Kritična masa za mlade prozne autore bodovao priče autora iz šireg izbora Nagrade, u uži izbor ušlo je sedam autora/ica.
Pogledajte tko su sedmoro odabranih.
Sponzor Nagrade je kulturno osviješteni cafe-bar "Sedmica" (Kačićeva 7, Zagreb).

proza

Mira Petrović: Bye bye baby bye; Zana

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - DOBITNICA NAGRADE 2019

Mira Petrović rođena je 1989. u Splitu. Predaje engleski jezik iako bi više uživala s talijanskim. Piše prozu, ponekad odluta u poeziju. Objavila priče i pjesme na raznim portalima i u časopisima. Bila je u užem izboru za nagradu Sedmice i Kritične mase 2017. Jedna od deset finalista međunarodnog natječaja Sea of words 2016. Dobitnica Vranca – 2015. i Ulaznice 2016.

proza

Dinko Kreho: Zoja

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - UŽI IZBOR 2019

Počinjemo s objavom radova koji su ušli u širi izbor... Dinko Kreho (Sarajevo, 1986.) diplomirao je književnost na Filozofskom fakultetu u Sarajevu. Bio je član uredništva dvotjednika za kulturu i društvena pitanja Zarez, te suradnik na projektu Alternativna književna tumačenja (AKT). Autor je knjiga poezije Ravno sa pokretne trake (2006.) i Zapažanja o anđelima (2009.), kao i koautor (s Darijem Bevandom) radiodramskoga krimi serijala Bezdrov (2013.). Književnu kritiku, esejistiku i poeziju u novije vrijeme objavljuje u tjedniku Novosti, na portalima Booksa i Proletter, te u književnom dvomjesečniku Polja. Živi u Zagrebu.

proza

Leonarda Bosilj: Ptice ne lete

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - UŽI IZBOR 2019

Leonarda Bosilj (2000., Varaždin) studira psihologiju na Filozofskom fakultetu Sveučilišta u Zagrebu. Tijekom srednje škole sudjelovala je na literarnim natječajima (LiDraNo, Gjalski za učenike srednjih škola), a ovo je prvi put da šalje svoj rad na neki javni natječaj.

proza

Toni Juričić: Con calma

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - UŽI IZBOR 2019

Toni Juričić (1990., Labin) diplomirao je komparativnu književnost na Filozofskom fakultetu u Zagrebu. Objavljivao je u književnim časopisima Fantom Slobode, UBIQ, Zarez i u zbirkama spekulativne fikcije Transreali, Sfumato i Futur Crni. Režirao je kratkometražne filmove (Momentum Mortem, Preludij Sumanutosti, Rosinette) i spotove za glazbene skupine NLV, Barbari, BluVinil, Nellcote i dr. Osnivač je i predsjednik udruge Notturno za produkciju i promicanje audio-vizualne djelatnosti. Pokretač je i producent projekata [noir.am sessions] i [noir.am storytellers] čiji je cilj promoviranje nezavisne glazbene i književne scene. Režirao je monodramu Sv. Absinthia. Dobitnik je nagrade "Slavko Kolar" Hrvatskog Sabora Kulture za prozno stvaralaštvo mladih autora. Trenutno je na doktorskom studiju u sklopu Sveučilišta u Durhamu.

proza

Iva Sopka: Moje pravo, nezaljubljeno lice

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - UŽI IZBOR 2019

Iva Sopka (1987., Vrbas) objavila je više kratkih priča od kojih su najznačajnije objavljene u izboru za književnu nagradu Večernjeg lista „Ranko Marinković“ 2011. godine, Zarezovog i Algoritmovog književnog natječaja Prozak 2015. godine, nagrade „Sedmica & Kritična Masa“ 2016. i 2017. godine, natječaja za kratku priču Gradske knjižnice Samobor 2016. godine te natječaja za kratku priču 2016. godine Broda knjižare – broda kulture. Osvojila je i drugo mjesto na KSET-ovom natječaju za kratku priču 2015. godine. Trenutno živi u Belišću i radi kao knjižničarka u osnovnoj školi.

proza

Maja Klarić: Japan: Put 88 hramova (ulomak)

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - UŽI IZBOR 2019

Maja Klarić (1985., Šibenik) diplomirala je engleski jezik i književnost i komparativnu književnost na Filozofskom fakultetu u Zagrebu, s diplomskim radom na temu „Suvremeni hrvatski putopis“, a radi kao književna prevoditeljica. Vodi Kulturnu udrugu Fotopoetika u sklopu koje organizira kulturne manifestacije. Objavila je poeziju i kraću prozu u raznim novinama i časopisima: Zarez, Quorum, Knjigomat, Poezija, Tema... Zastupljena je u antologijama Erato 2004. (Zagreb), Rukopisi 32 (Pančevo), Ja sam priča (Banja Luka), Sea of Words (Barcelona), Castello di Duino (Trst), Ulaznica (Zrenjanin). Nagrađena je na međunarodnom pjesničkom natječaju Castello di Duino (Trst, Italija, 2008.), međunarodnom natječaju za kratku priču Sea of Words (Barcelona, Španjolska, 2008.). Dobitnica je UNESCO/Aschberg stipendije za rezidencijalni boravak na otoku Itaparica, Brazil, 2012. te stipendije organizacije MOKS za rezidencijalni boravak u Estoniji (Mooste, Tartu). Objavila je tri zbirke putopisne poezije - Život u ruksaku (AGM, 2012.), Quinta Pitanga (V.B.Z., 2013.) i Nedovršeno stvaranje (vlastita naklada, 2015.) te prozno-poetski putopis Vrijeme badema o hodočašću Camino de Santiago, 880 km dugom putu koji je prehodala 2010. godine. Urednica je brojnih domaćih putopisnih izdanja kao što su knjige Davora Rostuhara, Tomislava Perka, Hrvoja Jurića i ostalih.

proza

Iva Hlavač: Humoreske o ženama koje se ne smiju

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - UŽI IZBOR 2019

Iva Hlavač (1986., Osijek) diplomirala je na pravnom fakultetu u Osijeku. Objavila je dvije zbirke kratkih priča; „I obični ljudi imaju snove“ (2009.) izašla je u sklopu natječaja Matice hrvatske Osijek za osvojeno prvo mjesto, a „Svi smo dobro“ u izdanju Profila (biblioteka Periskop) 2016. godine te je, između ostaloga, dobila stimulaciju Ministarstva kultur za najbolje ostvarenje na području književnog stvaralaštva u 2016. Živi u Valpovu.

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