Lyrik

Dinko Zlatarić: Gedichte

Dinko Zlatarić, auch Dominko Zlatarić (1558 -1613) war ein kroatischer Poet und Übersetzer der Renaissance. Zlataric studierte Philosophie und Medizin in der italienischen Gemeinde Padua, wo er im Jahr 1579 zum Rektor der Studenten der Universität gewählt wurde. Es ist nicht gesichert, ob er seine Studien dort abschloss. Nach Dubrovnik kehrte er im Jahr 1581 zurück. Zu Dichtern aus der Republik Ragusa und aus Italien pflegte er freundschaftliche Verhältnisse. Er schrieb in kroatischer und italienischer Sprache. Ein Thema seiner Werke war die Liebe. Aber auch der satirisch-humoristische Schreibstil hielt in seinen Werken Einzug. Als einer der besten Übersetzer der älteren kroatischen Literatur wird er ebenfalls gehandelt. In seinen Übersetzungen werden die Urheber sehr respektiert. Im Jahr 1580 veröffentlichte er die Pastorale Aminta T. Tassa; jedoch ist kein Exemplar davon bis heute erhalten geblieben. Das Ziel seiner Übersetzungsarbeiten war nach eigener Angabe „die Bereicherung der kroatischen Sprache“. In seiner Lyrik der Liebe schreibt er über die ideale Beziehung. Einige Lieder bearbeiten Inhalte aus der Mythologie der Antike, wiederum andere sind Übersetzungen aus klassischen Quellen.



 Dinko Zlatarić (1558-1613)

 

Auf den Tod meines erstgeborenen Sohnes Šimun, der ein Jahr, zwei Monate und fünfzehn Tage gelebt. Er starb am dritten September des Jahres 1592.

 

Wo find ich Grund und Sinn, geliebtes Söhnchen du,

Dass heute ich es bin, der dir drückt die Augen zu?

Was ich ja stets gehofft, dass du einst tust für mich.

Doch du starbst unverhofft - und ich leb ohne dich.

Die Sonne zog ein Mal die Bahn am Himmelszelt,

Der Mond noch nicht drei Mal, da du kamst auf die Welt.

Kurz hast du nur verweilt, hast uns verlassen jäh -

Mit dir mein Stolz enteilt, und mir blieb Lieb und Weh.

Gleich einem Pfeil geschnellt - so flogst du uns davon,

Entzogest unserer Welt dein holdes Bild, mein Sohn!

Auf Vaters Schoss, den warmen, wirst nimmer du verlangen,

Nimmer mit weichen Armen wirst seinen Hals umfangen.

Warst Erstling - erste Freud fürs treue Vaterherz.

Jetzt bist du bittres Leid - Weh! ewig Pein und Schmerz!

Mein Leben ward zerstört in grausam kurzer Zeit

Und süsse Lieb verkehrt in eitel Bitterkeit.

Die Sonne alle Tage wird auf- und untergehn

Und hören meine Klage und meine Tränen sehn

Des Lebens froher Sinn mit meiner Augen Licht

Auf ewig ist dahin mit dir - ich find ihn nicht.

 

 

Lob der Seelenruhe und der Vernunft

 

Jetzt, da der Schnee schon taut und Gras und Blüten tränkt,

Mit Tagen froh und blau die Sonne uns beschenkt,

 

O Wiesen, O Wälder, aufs neue will ich wandern,

Entsagen ohne Reue dem, was begehrt von andern.

 

Lasst andre sich nur plagen jahraus jahrein und ringen,

Nach Ruhm und Reichtum jagen und andern eitlen Dingen,

 

Indes mein Geist sich weise erquickt an heitrem Schlummer,

Wo die Nachtigall leise singt verwundnen Liebeskummer.

 

Ich schalt mich in den Sang und ruf die Liebste ferne,

Dass ihres Namens Klang das scheue Echo lerne.

 

Ein Narr begreifet nicht, wie er sich auch verzehret,

Auf Gold und Gut erpicht, dass ihm das Glück verwehret.

 

Denn König und Kaiser, sie machen dich hienieden

Nicht ehrlicher noch Weiser - allein der Seele Frieden.

 

Denn der Mensch ohne Güte, mag ihn die Sonne auch wärmen,

Muss, friedlos im Gemüte, sein Leben lang sich härmen.

Berichte

Was willst du in Senj, Thilo?

"Und du willst nach Senj, Thilo?“

Ja. Ich wollte trotz des touristischen Überangebot Kroatiens jene Stadt sehen, in die der von den Nazis verfolgte Kurt Held und seine Frau Lisa Tetzner 1940 kamen und Inspiration zum Verfassen der „Roten Zora“ erhielten.

Berichte

Original-Kulissen von “Game of Thrones” in Kroatien (Galerie)

Andrea David, eine deutsche Bloggerin und großer Film-Fan, bereiste alle Locations in Kroatien, an welchen „Game of Thrones“ gedreht wurde.
Diese Fotos verbreiten sich wie ein Lauffeuer im Netz. Grund hierfür ist nicht nur, dass die Fotografin berühmte Filmkulissen bereist, sondern diese auf eine ganz besondere Art und Weise festhält.

Rezensionen

Der literarische Blick nach Osteuropa

Die kroatische Schriftstellerin, Dramaturgin und Regisseurin Ivana Sajko ist in ihrem Land eine wichtige künstlerische Stimme und ihre Theaterstücke wurden auch in Deutschland aufgeführt. Nun hat sie mit "Liebesroman" ein Buch vorgelegt, über das der Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer schreibt: "Als ich Ivana Sajko das erste Mal traf und ihre Texte hörte und las, wusste ich sofort, das ist was Besonderes. Da spürte ich die Kraft ihrer Sprache, die Schmerzen der Liebe und des Krieges, und ich war getroffen von diesem klaren und poetischen Sajko-Sound."

KM Extensions

Moderna Galerija: Moderne Kunst in Zagreb

Wenn man moderne Malereien und Skulpturen mag und wissen möchte, was für Werke kroatische Künstler vom 19. bis zum 21. Jahrhundert erschaffen haben, sollte man auf einem Städtetrip nach Zagreb die Moderna Galerija besuchen.

Berichte

Museum der zerbrochenen Beziehungen

Ein Museum in Zagreb zeigt, was von der Liebe übrig blieb.

Essay

Ivo Frangeš: Die Stellung des Dialektes in der Kroatischen Literatur

Der Grundwortschatz des Standardkroatischen besteht ebenso wie derjenige der kroatischen Dialekte überwiegend aus Erbwörtern gemeinslawischer Herkunft. Auf dialektaler Ebene gibt es deutliche Unterschiede im Erbwortschatz zwischen den štokavischen, čakavischen und kajkavischen Varietäten, jedoch überwiegen insgesamt die Gemeinsamkeiten. Der Grundwortschatz des Standardkroatischen ist weitgehend štokavischer Herkunft.

Der Lehnwortschatz der kroatischen Dialekte unterscheidet sich regional stark: im Küstenraum gibt es viele Entlehnungen aus dem Dalmatischen und Italienischen, im nördlichen Landesinneren aus dem Ungarischen und Deutschen, in allen ehemals osmanischen Gebieten aus dem Türkischen.

Der Aufbauwortschatz des Standardkroatischen ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Bestrebens, neue (Fach-)Begriffe fremdsprachiger, vor allem lateinischer Herkunft mit den Mitteln des Slawischen wiederzugeben. Dieses begann im Mittelalter im Kroatisch-Kirchenslawischen, setzte sich in der frühen Neuzeit in den regionalen Schriftsprachen und ihren Lexikographien fort und fand eine offizielle Kodifizierung in den maßgeblich am tschechischen Vorbild orientierten Werken des standardkroatischen Lexikographie des 19. Jahrhunderts. Ein großer Teil der im Laufe der Jahrhunderte geprägten Neologismen ist zwar wieder verschwunden oder von Anfang an nie über die Werke seiner Urheber hinausgelangt, ein anderer Teil ist jedoch zu einem festen Bestandteil der kroatischen Standardsprache geworden.

Autoren

Ivan Kozarac

Der kroatische Schriftsteller Ivan Kozarac erschien in der Literatur im Jahr 1902 mit dem Gedicht in der Zeitung. In den acht Jahren seiner literarischen Tätigkeit (1902-1910) schrieb er etwa 60 Gedichte, 40 Kurzgeschichten und Novellen, den Roman und eine Autobiografie.
Der Roman "Đuka Begović" ist seine literarische Spitzenleistung.

Lyrik

Hanibal Lucić: Lyrik

DIE ÄLTERE KROATISCHE LITERATUR

Hanibal Lucić (* um 1485 in Hvar; † 14. Dezember 1553 in Venedig) war einkroatischer Schriftsteller der Renaissance. Der Sohn wohlhabender und entsprechend einflussreicher Eltern war als Richter und Rechtsanwalt tätig und verbrachte die meiste Zeit seines Lebens auf seiner Heimatinsel Hvar. Ein Großteil seiner Werke (vor allem der frühen) ist nicht erhalten, da er sie verwarf und vernichtete.
Das bekannteste und am weitesten rezipierte Werk von Lucić ist Robinja (Die Sklavin), das erste weltliche Schauspiel in der kroatischen Literatur überhaupt. Es wurde, zusammen mit Versen Lucićs, 1556 in Venedig veröffentlicht, also erst nach seinem Tod, erlebte jedoch bis in jüngste Zeit etliche Ausgaben. Im Mittelpunkt dieses eher „handlungsarmen“ und streckenweise „weitschweifigen“ Liebesdramas stehen der Aristokrat Derenčin und eine in Budapest von Türken geraubte Schöne, die er auf dem Sklavenmarkt vonDubrovnik trifft. Am Ende wird sie seine Braut. Auch in seinen Liedern kreiste Lucić vorwiegend um das Thema Liebe. In allen Werken Lucićs vereinten sich italienische Einflüsse (Francesco Petrarca, Pietro Bembo) mit seiner Leidenschaft für die Alltagssprache kroatischer Bauern und Schafhirten. Sie hinderte ihn freilich nicht daran, seine in den Jahren 1510–1514 gegen die venezianischen Beherrscher Hvars rebellierenden Landsleute einen „Haufen von Dummköpfen“ zu nennen.

Rezensionen

Miroslav Krležas Werk im lichte der Französischen Kritik

Bisher wurden sechs Werke Miroslav Krležas ins Französische übersetzt, und zwar: „Beisetzung in Theresienburg“ (Novellen, Edition de Minuit, in der Übersetzung von Antun Polanšćak mit einem Vorwort von Léon Pierre Quint, Paris 1956), „Die Rückkehr des Filip Latinovicz“ (Roman, herausgegeben von Calman, Lévy, in der Übersetzung von Mila Đorđević und Clara Malraux, Paris 1957), „Das Bankett von Blitwien“ (Roman, herausgegeben von Calman-Lévy, in der Übersetzung von Mauricette Beguitch, Paris 1964). „Ohne mich“ (Roman, Edition De Seuil, übersetzt von Janine Matillon, Paris 1969), „Der kroatische Gott Mars“ (Novellen, herausgegeben von Calman-Lévy, übersetzt von Janine Matillon und Antun Polansćak, Paris 1971). „Die Balladen des Petrica Kerempuch“ (Edition Presse Orientales de France, übersetzt von Janine Matillon, Paris 1975).
Sie alle haben eine warme Aufnahme gefunden. Wir bringen hier einige Auszüge aus Rezensionen (Maurice Nadeau, Léon Pierre Quint, Claude Roy, Marcel Schneider und andere), die das Werk Krležas auf jeweils verschiedene Art und Weise beleuchten.
Maurice Nadeau widmet (u. d. T. „Ein großer jugoslavischer Schriftsteller“) im „France Observateur“ vom 20. Juni 1956 eine ganze Seite dem Erscheinen der Novellensammlung „Beisetzung in Theresienburg“. Daraus einige charakteristische Passagen: Für viele wird die Novellensammlung „Beisetzung in Theresienburg“ zu einer wirklichen Offenbarung werden...

Der Text ist ursprünglich in der Literaturzeitschrift Most/The Bridge (Heft 3-4, 1979) erschienen.

Authors' pages

Književna Republika Relations Quorum Hrvatska književna enciklopedija PRAVOnaPROFESIJU LitLink mk zg