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Chancen von Sprache: Die Nürnberger Integrationskonferenz

Ausdruck und Verständigung im Fokus - 22.04.2013

Nürnberg - Das Thema "Sprache und Verständigung in einer vielfältigen Gesellschaft" stand im Mittelpunkt der 3. Nürnberger Integrationskonferenz am Samstag im Künstlerhaus. Einmal im Jahr treffen sich die Akteure der Integrationsarbeit in Nürnberg zu einem Gedankenaustausch.



Sie wurde im schwäbischen Waiblingen geboren, studierte in Heidelberg und ist dort Leiterin des „Interkulturellen Zentrums in Gründung“. Trotzdem wird die Schriftstellerin Jagoda Marinic oft gefragt: „Wo kommst du her?“ Wie Marinic, deren Eltern aus Kroatien stammen, geht es auch vielen Nürnbergern mit ausländischen Wurzeln.

„Obwohl ich nie migriert bin, gelte ich als Autorin mit Migrationserfahrung“, so die 35-Jährige, die am Samstag den Eröffnungsvortrag hielt. Der Migrationshintergrund klebe so fest an einem, dass man kaum die Chance habe, ihn los zu werden. Jagoda Marinic meint, man müsse keine Angst vor der Vielfalt der Kulturen haben. Denn schließlich habe fast jeder eine Migrationsgeschichte in seiner Familienhistorie – sogar die Kanzlerin.


 

Kulturamtsleiter Jürgen Markwirth holte nach dem Vortrag Oberbürgermeister Ulrich Maly und Diana Liberova, die Vorsitzende des Integrationsrates, mit auf die Bühne. Einig waren sich die Gesprächspartner, dass auf der Ebene der politischen Akteure sehr sachlich und differenziert über Migration und Integration gesprochen werde. Bei den Menschen in der Stadt gebe es aber mitunter Verunsicherung, wie man mit dieser Vielfalt umgehen soll. „Es gibt in der Bevölkerung einen Prozess der interkulturellen Alphabetisierung – und dieser hat unterschiedliche Geschwindigkeit“, sagte OB Maly. Er wünsche sich um Himmels willen keine politische Korrektheit, wie sie in den USA üblich ist, dennoch müsse man die Benennungsmacht von Sprache beachten. So hätten etwa die Wörter „Duldung“ und „Gastarbeiter“ einen negativen Beiklang. Von Betroffenen könne das als alltäglicher Rassismus verstanden werden.

Diana Liberova kritisierte, dass sich die Willkommenskultur, für die man sich in Deutschland seit einiger Zeit selbst lobt, nur auf Fachkräfte beziehe, die man als Arbeitskräfte benötige. Sie fordert daneben eine Anerkennungskultur, die zum Beispiel auch Sprache und Kultur einbeziehe.

Auch Maly hält ein Zuwanderungsrecht, das in „erwünscht“ und „nicht erwünscht“ einteilt, für überarbeitungsreif. Man dürfe nicht nur die ökonomische Nützlichkeit sehen, sondern müsse auch humanitäre Gründe anerkennen. Der Oberbürgermeister wies darauf hin, dass viele Bürger mit Migrationshintergrund wichtige Qualifikationen mitbringen, vor allem ihre Muttersprache. Diese Qualifikationen gelte es ins Licht zu rücken. Er berichtete von einem Bauunternehmer, der für Auslandsbaustellen in Bulgarien und Rumänien dringend Mitarbeiter mit entsprechenden Sprachkenntnissen suchte. Aus den Bewerbungsunterlagen und Zeugnissen gehe aber oft nicht hervor, dass Bewerber diese Sprachen fließend sprechen.

Den zweiten Vortrag bestritten die Literaturwissenschaftlerin Elzbieta Szczebak und der Diversity- und Antidiskriminierungsberater Cooper Thompson. Die Polin und der Amerikaner mit Heimat in Nürnberg sprachen über ihre Erfahrungen mit Sprache und Sprachen.
 

Am Nachmittag hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich in sieben Workshops intensiver mit einem Thema auseinanderzusetzen und Erfahrungen auszutauschen. Neben Angeboten rund um das Thema Sprache stand auch das neue Anerkennungsgesetz auf der Agenda.

Weitere Informationen zum Thema unter www.integration.nuernberg.de

Berichte

Museum der zerbrochenen Beziehungen

Ein Museum in Zagreb zeigt, was von der Liebe übrig blieb.

Berichte

Lumbarda: Ein modernes Reiseziel mit antiken Wurzeln

Nur wenige Kilometer von der Stadt Korčula entfernt, am östlichen Ufer der gleichnamigen Insel, liegt das Dorf Lumbarda. Vor mehr als zweitausend Jahren war Lumbarda eine Gemeinde der griechischen Kolonie der Insel Vis.
Im Jahr 1877 entdeckten Archäologen in Lumbarda eine antike Steinschnitzerei, das als Lumbarda-Psephisma bekannt wurde.

Rezensionen

Miroslav Krležas Werk im lichte der Französischen Kritik

Bisher wurden sechs Werke Miroslav Krležas ins Französische übersetzt, und zwar: „Beisetzung in Theresienburg“ (Novellen, Edition de Minuit, in der Übersetzung von Antun Polanšćak mit einem Vorwort von Léon Pierre Quint, Paris 1956), „Die Rückkehr des Filip Latinovicz“ (Roman, herausgegeben von Calman, Lévy, in der Übersetzung von Mila Đorđević und Clara Malraux, Paris 1957), „Das Bankett von Blitwien“ (Roman, herausgegeben von Calman-Lévy, in der Übersetzung von Mauricette Beguitch, Paris 1964). „Ohne mich“ (Roman, Edition De Seuil, übersetzt von Janine Matillon, Paris 1969), „Der kroatische Gott Mars“ (Novellen, herausgegeben von Calman-Lévy, übersetzt von Janine Matillon und Antun Polansćak, Paris 1971). „Die Balladen des Petrica Kerempuch“ (Edition Presse Orientales de France, übersetzt von Janine Matillon, Paris 1975).
Sie alle haben eine warme Aufnahme gefunden. Wir bringen hier einige Auszüge aus Rezensionen (Maurice Nadeau, Léon Pierre Quint, Claude Roy, Marcel Schneider und andere), die das Werk Krležas auf jeweils verschiedene Art und Weise beleuchten.
Maurice Nadeau widmet (u. d. T. „Ein großer jugoslavischer Schriftsteller“) im „France Observateur“ vom 20. Juni 1956 eine ganze Seite dem Erscheinen der Novellensammlung „Beisetzung in Theresienburg“. Daraus einige charakteristische Passagen: Für viele wird die Novellensammlung „Beisetzung in Theresienburg“ zu einer wirklichen Offenbarung werden...

Der Text ist ursprünglich in der Literaturzeitschrift Most/The Bridge (Heft 3-4, 1979) erschienen.

Berichte

Das Bild der Deutschen in der neuen kroatischen Literatur

Modernisierer, Kollaborateure, Faschisten: Die Geschichte und die Wahrnehmung der Balkandeutschen ist vielfältig und bis heute mit Tabus belegt. In den letzten Jahren sind sie jedoch zum Thema der kroatischen Literatur geworden.

Von Martin Sander und Ksenija Cvetković-Sander / Deutschlandfunk kultur

Berichte

Was willst du in Senj, Thilo?

"Und du willst nach Senj, Thilo?“

Ja. Ich wollte trotz des touristischen Überangebot Kroatiens jene Stadt sehen, in die der von den Nazis verfolgte Kurt Held und seine Frau Lisa Tetzner 1940 kamen und Inspiration zum Verfassen der „Roten Zora“ erhielten.

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