Lyrik

Ignjat Đurđević: Gedichte

Ignjat Đurđević (1657- 1737), auch Ignazio Giorgi, war eine barocke Dichter und Übersetzer, auch Benediktinermönch und Astronom. Đurđević wurde in der Republik Ragusa geboren.
Als Mitglied einer reichen und angesehenen Familie lebte er leichtsinnig und oft in Ausschweifungen. Seine Liebe Abenteuer kostete ihn die Position des Herzogs auf Šipan. Wegen seiner unerfüllten Liebe zu einer diklica von Dubrovnik und ein Wüst Gedicht, das er ihr schrieb, Đurđević hatte sogar, um die Stadt für eine Weile zu verlassen.
Er war ein dreisprachige Dichter (er schrieb in lateinischer, italienischer und kroatischer Sprache.) mit tiefen Gefühlen, hemmungslos von katholischen Moral. Seine feurigen Ljuvene pjesni sind einige der besten lyrischen Gedichten von Dubrovnik, mit Einflüssen aus Bunić Vers. Suze Marunkove, Đurđević Gedicht über Marunko von der Insel Mljet, die wegen einer schönen djevičina Pavica Seufzen ist, wurden offensichtlich von Dervis inspiriert durch seinen Namensvetter Stijepan Đurđević geschrieben. Dennoch Ignjat oft gelingt es wegen seiner freieren Stil treffen Stijepan.
Nach mehr als zwanzig Jahren der Vorbereitung, gedruckt Đurđević Uzdasi Mandaljene pokornice in Venedig im Jahre 1728, zusammen mit dem Kreislauf der Pjesni razlike. Magdalena ist sein schönstes Werk, während Gedichte haben außergewöhnlich abwechslungsreichen Themen und Formen. Experten in der kroatischen Literatur wie Mihovil Kombol und Ivo Frangeš aufgefallen, dass die Themen und Formen der Đurđević die Gedichte ähnlich zu den Gedichten von Fran Krsto Frankopan sind.
Im Jahre 1729 wurden seine Saltijer Slovinski in Venedig gedruckt. Sie enthalten Übersetzungen oder Paraphrasen der Psalmen des Königs David. Ihre feine Sprache und Stil unterscheiden sie von vielen ähnlichen Übersetzungen von den Dichtern von Dubrovnik gemacht.



 

Blumengabe, von der Dame übersandt

 

Deine Blume, die so zart

wie mein Leid, darob ich schmacht,

ward nicht auf gewohnte Art

von der Erd' hervorgebracht.

Sie entspross ihr, als statt Tau

                Meine Tränen sie begossen,

                Deiner Augen Strahl so blau

Hat die Blume erst erschlossen.

Ich empfang sie wie Geschmeide,

                Das dir gleicht, und seh entzückt

In ihr aufblühn mir zur Freude

auch mein eignes Liebesglück.

Drum, du Blütengleiche, weihe

Ich zum Dank dir mein Verlangen:

Mög der Frühling stets aufs neue

Blühn auf deinen holden Wangen!

 

 

Das verlorene Herz

 

Ob nicht wer zu meinem Glücke

Fand mein Herz auf weiter Flur?

Ich verlors durch Amors Tücke,

Folgend meiner Liebsten Spur.

 

Unschwer wirst du es erkennen:

Flöckchen Hoffnung, Bröckchen Freud,

Angst und Argwohn drinnen brennen,

Tränen viel und Bitterkeit.

 

Eingezeichnet wie im Rahmen

mit der Liebe kühnem Strich,

prangt das Bild drin meiner Dame

schön und stolz und königlich.

 

Findst sonst nicht viel Nutz noch Werte,

gib's drum her mit leichter Hand,

das von Pfeilen oft versehrte

ist zur Hälfte auch verbrannt.

 

Und fürs Herz als Gegengabe

biet ich jedem zum Entgelt,

was ich bin und was ich habe,

was ich gelt in dieser Welt.

 

Da ich also gramvoll klagte,

kam, das Herze in der Hand,

meine Dame an und sagte:

„Nimm's, doch lös erst aus dein Pfand!“

 

Und ich tat, wie ich geschworen:

gab ihr alles und blieb leer.

Weh! Mein Herz, das ich verloren,

gab die Schöne doch nicht her.

 

 

Ein kleiner Liebesdienst

 

Ermattung legt der müden Welt

aufs Antlitz einen blassen Schein.

Zum Reigen sich am Himmelszelt

geheimer Liebe Sterne reihn.

 

Zu sehn am Fenster meiner Schönen

wart ich ein Licht an dunkler Hecke;

doch ward mir bloss für all mein Sehnen

als Trost ein Brieflein zugestecket.

 

Des Wissens Durst mich schier verzehret,

was mir wohl schreibt mein holdes Wesen;

doch die Dunkelheit verwehret

neidisch mir, den Brief zu lesen.

 

Noch am Berg zu meinem Schmerze

ist der Mond nicht aufgegangen,

und der Sterne Weltraumkerzen

allzu fern am Himmel prangen.

 

Und so heftig ist mein Sehnen,

zu verstehn die lieben Zeichen;

könnt ich Licht vom Blitz entlehnen,

würd ich nicht dem Donner weichen.

 

Doch da fügt sichs: im Verstecke

zwischen Gras und Blumen glimmend

ein geflügelt Tierlein steckte,

vorne golden, hinten schimmernd.

 

Es gelang mir, es zu fangen -

köstlich Beute auf der Fährte.

Einfallsreich mich mein Verlangen

dieses Licht zu nutzen lehrte.

 

Sorgsam leitend längs der Zeilen

das beschwingte Flämmchenwesen,

konnte ich dann ohne Eilen

meinen Brief beim Lichtlein lesen.

 

Du geflügelt Liebesfunken,

zarten Lichtes stolzer Träger,

kleiner Liebesstern im Dunkel!

Ewig Dank sagt dir dein Jäger.

 

Dich zu preisen, Tierlein, gutes,

nur mein Lied ist mir geblieben,

dass du beizustehn geruhtest

meinem ungestümen Lieben.

 

Zierde, köstliche und zarte,

drin Natur in ihrer Güte

Restchen Sommers aufbewahrte,

zu erfreuen Gras und Blüte.

 

Gold vor deinem Gold verblasset

schamerfüllt, weil es so fahl.

Wie der Stein im Ring gefasset,

leuchtest du mit eignem Strahl.

 

Schwebend Augenstern im Fluge,

Lichtlein, auf und ab im Reigen.

Bild der Jungfraun, jener klugen,

die ihr Licht nur abends zeigen.

 

Dass dir Frohsinn stets begegne,

dass dir eitel Güte werde

und mit Honigseim dich segne

mild der Himmel, sanft die Erde.

 

Aus dem Kroatischen von

Ina Jun Broda 

KM Extensions

Moderna Galerija: Moderne Kunst in Zagreb

Wenn man moderne Malereien und Skulpturen mag und wissen möchte, was für Werke kroatische Künstler vom 19. bis zum 21. Jahrhundert erschaffen haben, sollte man auf einem Städtetrip nach Zagreb die Moderna Galerija besuchen.

Berichte

Museum der zerbrochenen Beziehungen

Ein Museum in Zagreb zeigt, was von der Liebe übrig blieb.

Essay

Ivo Frangeš: Die Stellung des Dialektes in der Kroatischen Literatur

Der Grundwortschatz des Standardkroatischen besteht ebenso wie derjenige der kroatischen Dialekte überwiegend aus Erbwörtern gemeinslawischer Herkunft. Auf dialektaler Ebene gibt es deutliche Unterschiede im Erbwortschatz zwischen den štokavischen, čakavischen und kajkavischen Varietäten, jedoch überwiegen insgesamt die Gemeinsamkeiten. Der Grundwortschatz des Standardkroatischen ist weitgehend štokavischer Herkunft.

Der Lehnwortschatz der kroatischen Dialekte unterscheidet sich regional stark: im Küstenraum gibt es viele Entlehnungen aus dem Dalmatischen und Italienischen, im nördlichen Landesinneren aus dem Ungarischen und Deutschen, in allen ehemals osmanischen Gebieten aus dem Türkischen.

Der Aufbauwortschatz des Standardkroatischen ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Bestrebens, neue (Fach-)Begriffe fremdsprachiger, vor allem lateinischer Herkunft mit den Mitteln des Slawischen wiederzugeben. Dieses begann im Mittelalter im Kroatisch-Kirchenslawischen, setzte sich in der frühen Neuzeit in den regionalen Schriftsprachen und ihren Lexikographien fort und fand eine offizielle Kodifizierung in den maßgeblich am tschechischen Vorbild orientierten Werken des standardkroatischen Lexikographie des 19. Jahrhunderts. Ein großer Teil der im Laufe der Jahrhunderte geprägten Neologismen ist zwar wieder verschwunden oder von Anfang an nie über die Werke seiner Urheber hinausgelangt, ein anderer Teil ist jedoch zu einem festen Bestandteil der kroatischen Standardsprache geworden.

Rezensionen

Epochal: Miroslav Krlezas fünfbändiger Mammut-Roman "Die Fahnen"

Als Martin Kusej 2013 bei den Wiener Festwochen die Trilogie „In Agonie“ von Miroslav Krleza präsentierte, war dies für viele die erste Begegnung mit diesem kroatischen Autor. Sein fünfteiliger Roman „Die Fahnen“, dessen erste deutsche Übersetzung nun im Wieser Verlag erschienen ist, behandelt ebenfalls den Ersten Weltkrieg samt Vorgeschichte und Auswirkungen. Ein gewaltiges, imponierendes Werk.

Autoren

Ivan Kozarac

Der kroatische Schriftsteller Ivan Kozarac erschien in der Literatur im Jahr 1902 mit dem Gedicht in der Zeitung. In den acht Jahren seiner literarischen Tätigkeit (1902-1910) schrieb er etwa 60 Gedichte, 40 Kurzgeschichten und Novellen, den Roman und eine Autobiografie.
Der Roman "Đuka Begović" ist seine literarische Spitzenleistung.

Lyrik

Hanibal Lucić: Lyrik

DIE ÄLTERE KROATISCHE LITERATUR

Hanibal Lucić (* um 1485 in Hvar; † 14. Dezember 1553 in Venedig) war einkroatischer Schriftsteller der Renaissance. Der Sohn wohlhabender und entsprechend einflussreicher Eltern war als Richter und Rechtsanwalt tätig und verbrachte die meiste Zeit seines Lebens auf seiner Heimatinsel Hvar. Ein Großteil seiner Werke (vor allem der frühen) ist nicht erhalten, da er sie verwarf und vernichtete.
Das bekannteste und am weitesten rezipierte Werk von Lucić ist Robinja (Die Sklavin), das erste weltliche Schauspiel in der kroatischen Literatur überhaupt. Es wurde, zusammen mit Versen Lucićs, 1556 in Venedig veröffentlicht, also erst nach seinem Tod, erlebte jedoch bis in jüngste Zeit etliche Ausgaben. Im Mittelpunkt dieses eher „handlungsarmen“ und streckenweise „weitschweifigen“ Liebesdramas stehen der Aristokrat Derenčin und eine in Budapest von Türken geraubte Schöne, die er auf dem Sklavenmarkt vonDubrovnik trifft. Am Ende wird sie seine Braut. Auch in seinen Liedern kreiste Lucić vorwiegend um das Thema Liebe. In allen Werken Lucićs vereinten sich italienische Einflüsse (Francesco Petrarca, Pietro Bembo) mit seiner Leidenschaft für die Alltagssprache kroatischer Bauern und Schafhirten. Sie hinderte ihn freilich nicht daran, seine in den Jahren 1510–1514 gegen die venezianischen Beherrscher Hvars rebellierenden Landsleute einen „Haufen von Dummköpfen“ zu nennen.

Prosa

Mirko Božić: Körper und Geister (Fragment aus dem Roman)

Mirko Božić (1919 - 1995) war ein kroatischer Schriftsteller. Božić war ein ebenso begabter Dramatiker wie Prosaist der Nachkriegszeit. Er verfasste auch Drehbücher und Hörspiele. Es existieren nur wenige Übersetzungen ins Deutsche.

Der Text ist ursprünglich in der Literaturzeitschrift Most/The Bridge (Heft 3, 1981) erschienen.

Rezensionen

Miroslav Krležas Werk im lichte der Französischen Kritik

Bisher wurden sechs Werke Miroslav Krležas ins Französische übersetzt, und zwar: „Beisetzung in Theresienburg“ (Novellen, Edition de Minuit, in der Übersetzung von Antun Polanšćak mit einem Vorwort von Léon Pierre Quint, Paris 1956), „Die Rückkehr des Filip Latinovicz“ (Roman, herausgegeben von Calman, Lévy, in der Übersetzung von Mila Đorđević und Clara Malraux, Paris 1957), „Das Bankett von Blitwien“ (Roman, herausgegeben von Calman-Lévy, in der Übersetzung von Mauricette Beguitch, Paris 1964). „Ohne mich“ (Roman, Edition De Seuil, übersetzt von Janine Matillon, Paris 1969), „Der kroatische Gott Mars“ (Novellen, herausgegeben von Calman-Lévy, übersetzt von Janine Matillon und Antun Polansćak, Paris 1971). „Die Balladen des Petrica Kerempuch“ (Edition Presse Orientales de France, übersetzt von Janine Matillon, Paris 1975).
Sie alle haben eine warme Aufnahme gefunden. Wir bringen hier einige Auszüge aus Rezensionen (Maurice Nadeau, Léon Pierre Quint, Claude Roy, Marcel Schneider und andere), die das Werk Krležas auf jeweils verschiedene Art und Weise beleuchten.
Maurice Nadeau widmet (u. d. T. „Ein großer jugoslavischer Schriftsteller“) im „France Observateur“ vom 20. Juni 1956 eine ganze Seite dem Erscheinen der Novellensammlung „Beisetzung in Theresienburg“. Daraus einige charakteristische Passagen: Für viele wird die Novellensammlung „Beisetzung in Theresienburg“ zu einer wirklichen Offenbarung werden...

Der Text ist ursprünglich in der Literaturzeitschrift Most/The Bridge (Heft 3-4, 1979) erschienen.

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