panorama

Ivo Andrić: Chronist des Hasses, Hüter der Vielfalt

Deutschlandradio Kultur:
"Hierzulande gilt der jugoslawische Schriftsteller Ivo Andrić als Klassiker, dessen Werke uns die Geschichte und Konflikte des ehemaligen Jugoslawiens näher bringen. Doch auf dem Balkan ist der Literaturnobelpreisträger von 1961 eine umstrittene Figur."

Berichte

Rijeka – Industriestadt mit Kultur

Rijeka in Kroatien wurde im Frühjahr 2016 zur europäischen Kulturhauptstadt 2020 ernannt.

KM Extensions

Moderna Galerija: Moderne Kunst in Zagreb

Wenn man moderne Malereien und Skulpturen mag und wissen möchte, was für Werke kroatische Künstler vom 19. bis zum 21. Jahrhundert erschaffen haben, sollte man auf einem Städtetrip nach Zagreb die Moderna Galerija besuchen.

Berichte

Museum der zerbrochenen Beziehungen

Ein Museum in Zagreb zeigt, was von der Liebe übrig blieb.

Rezensionen

Epochal: Miroslav Krlezas fünfbändiger Mammut-Roman "Die Fahnen"

Als Martin Kusej 2013 bei den Wiener Festwochen die Trilogie „In Agonie“ von Miroslav Krleza präsentierte, war dies für viele die erste Begegnung mit diesem kroatischen Autor. Sein fünfteiliger Roman „Die Fahnen“, dessen erste deutsche Übersetzung nun im Wieser Verlag erschienen ist, behandelt ebenfalls den Ersten Weltkrieg samt Vorgeschichte und Auswirkungen. Ein gewaltiges, imponierendes Werk.

Rezensionen

Krležas 'Die Fahnen' auf Deutsch - eine kulturelle Großtat

"'Die Fahnen', das Meisterwerk des kroatischen Jahrhundertautors Miroslav Krleža, galt lange als unübersetzbar. Nun ist diese Vater-Sohn-Geschichte auf Deutsch erschienen." (Karl-Markus Gauß, Süddeutsche Zeitung)

"Er ist der große Unbekannte der europäischen Literatur: Endlich erscheint Miroslav Krlezas Hauptwerk auf Deutsch." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

"Sein Rang als einer der wichtigsten europäischen Schriftsteller des 20.Jahrhunderts ist in Fachkreisen unbestritten, und doch kennt ihn in unseren Breitengraden kaum jemand: den kroatischen Schriftsteller Miroslav Krleza. Er wird gerne mit Karl Kraus, Bertolt Brecht oder Robert Musil verglichen, manche sprechen von ihm als "kroatischer Goethe". Jean-Paul Sartre soll gesagt haben, er hätte sich viele künstlerische und politische Umwege ersparen können, hätte er früher um das Werk von Miroslav Krleza gewusst. Er selbst verehrte Rainer Maria Rilke, verachtete hingegen etwa Hugo von Hofmannsthal, auch für Thomas Mann hatte er nichts übrig, obwohl er mit diesem die antifaschistische Haltung teilte. Nun ist sein fünfbändiges Monumentalwerk "Die Fahnen" erstmals in deutscher Übersetzung erschienen - eine kulturelle Großtat." (ARD.de)

Berichte

Winnetou-Kulissen

Krka-Wasserfall, Zrmanja-Fluss, der Gipfel Tulove Grede: Die Drehorte von "Winnetou" sind spektakulär... Der kroatische Schriftsteller Edo Popovic hat in seinem Buch „Anleitung zum Gehen“ ausführlich über seine Wanderungen in diesem Gebiet berichtet – und dem Velebit eine Liebeserklärung gemacht. Aber im südlichen Teil, dort, wo die Winnetou-Filme einst gedreht wurden, müssen Bergtouristen aufpassen.
Von Hella Kaiser / Der Tagesspiegel

Lyrik

Drago Gervais: Mein Land

Drago Gervais war ein kroatischer istrischen Dichter und Dramatiker, und einer der bedeutendsten Dichter schreibt in dem tschakawischen Dialekt der kroatischen Sprache.
Drago Gervais wurde 1904 in Opatija geboren. Sein Vater Artur, ein Nachkomme von einem Französisch Soldaten in Napoleons Armee, war Musiklehrer in Severin na Kupi im Gorski Kotar Region Kroatiens, damals Teil des österreichisch-ungarischen Monarchie geboren. Seine Mutter Klementina war von Opatija. Im Jahre 1918 während der italienischen Annexion von Istrien, zog er mit seiner Familie nach Bakar. Im Jahr 1922 absolvierte er das Gymnasium in Sušak und besuchte Zagreb Law School. Während seines Studiums begann er mit dem Triestiner Magazin Naš Glas, in der seine ersten beiden Gedichte, Iz Improvizacija und Mi, veröffentlicht wurden zusammenarbeiten. Bald nach seinem Abschluss zog er nach Crikvenica, wo er arbeitete in einem örtlichen Rechtsanwaltskanzlei. Im nächsten Jahr veröffentlichte er seine erste Gedichtsammlung čakavski stihovi. Später arbeitete er in Bjelovar und Belgrad während des Zweiten Weltkriegs.
In Belgrad schließlich arbeitete er für die jugoslawischen staatlichen Nachrichtenagentur, Tanjug, und dem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, aber bald wieder in Rijeka, wo er als Direktor des Rijeka Croatian National Theater. Er arbeitete dort bis ein Autounfall in der Nähe von Sežana plötzlich nahm sein Leben im Jahr 1957, im Alter von 53.

Lyrik

Mate Balota: Die Ziege

Der bekannteredialektdichter Istriens ist der aus einem kleinen Ort an der Raša stammende Schriftsteller Mijo Mirković (1898-1963). Er schrieb über das schwere Leben der Fischer und Matrosen und Veröffentlichte unter dem Pseudonym Mate Balota Čakavische Gedichte.
Mijo Mirković (1898 - 1963) war ein Akademiker und Professor an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften in Zagreb. Er veröffentlichte eine große Anzahl von Bücher, wissenschaftliche Studien und Artikel über Wirtschaft und kroatischen Kulturgeschichte. Er war tief in Journalismus und Literatur beteiligt und ist Autor verschiedener wissenschaftlicher Monographien über Matthias Flacius Illyricus.Unter seinen literarischen Werke sind: Dragi Kamen (1938), Gedichte in tschakawischen Dialekts; der Roman Tijesna zemlja (1946), und Chroniken Zusammenhang mit istrischen Themen. Seine Gedichte sind mti den istrischen Menschen und ihrem Land verbunden.

Autoren

Ivan Kozarac

Der kroatische Schriftsteller Ivan Kozarac erschien in der Literatur im Jahr 1902 mit dem Gedicht in der Zeitung. In den acht Jahren seiner literarischen Tätigkeit (1902-1910) schrieb er etwa 60 Gedichte, 40 Kurzgeschichten und Novellen, den Roman und eine Autobiografie.
Der Roman "Đuka Begović" ist seine literarische Spitzenleistung.

Prosa

Zoran Feric: Das Alter kam am 23. Mai gegen 11 Uhr

Leseprobe zu: Zoran Feric: Das Alter kam am 23. Mai gegen 11 Uhr / Roman / Aus dem Kroatischen von Klaus Detlef Olof / Folio Verlag, Wien / 480 Seiten
Die ehemalige Klasse eines Zagreber Gymnasiums trifft nach Jahren zusammen, um ihre Abiturfahrt zu wiederholen. Die "Tramuntana", ein Motorschiff, führt die mittlerweile Mittsechziger ein zweites Mal der dalmatinischen Küste entlang.
In zahlreichen Rückblenden erzählt die Hauptfigur, der ebenfalls an Bord befindliche Gynäkologe Tihomir Romar, seine Lebensgeschichte. Im Zentrum steht dabei die fatale Liebesbeziehung zu seiner einstigen Mitschülerin Senka, die beinahe zerstörerische Dimensionen annimmt und für drei Menschen zur Hölle auf Erden wird.
Zoran Feric zeichnet ein ironisches Sittenbild der goldenen Jugend im Tito-Jugoslawien, Abkömmlinge einer neuen privilegierten Klasse, deren Pubertät mehr von den Auswirkungen der sexuellen denn der sozialen Revolution geprägt ist. Die zweite Abiturfahrt spült alte Beziehungsgeflechte wieder hoch, vergessen geglaubte pubertäre Verhaltensmuster paaren sich mit aufkeimender Senilität.

Lyrik

Ignjat Đurđević: Gedichte

Ignjat Đurđević (1657- 1737), auch Ignazio Giorgi, war eine barocke Dichter und Übersetzer, auch Benediktinermönch und Astronom. Đurđević wurde in der Republik Ragusa geboren.
Als Mitglied einer reichen und angesehenen Familie lebte er leichtsinnig und oft in Ausschweifungen. Seine Liebe Abenteuer kostete ihn die Position des Herzogs auf Šipan. Wegen seiner unerfüllten Liebe zu einer diklica von Dubrovnik und ein Wüst Gedicht, das er ihr schrieb, Đurđević hatte sogar, um die Stadt für eine Weile zu verlassen.
Er war ein dreisprachige Dichter (er schrieb in lateinischer, italienischer und kroatischer Sprache.) mit tiefen Gefühlen, hemmungslos von katholischen Moral. Seine feurigen Ljuvene pjesni sind einige der besten lyrischen Gedichten von Dubrovnik, mit Einflüssen aus Bunić Vers. Suze Marunkove, Đurđević Gedicht über Marunko von der Insel Mljet, die wegen einer schönen djevičina Pavica Seufzen ist, wurden offensichtlich von Dervis inspiriert durch seinen Namensvetter Stijepan Đurđević geschrieben. Dennoch Ignjat oft gelingt es wegen seiner freieren Stil treffen Stijepan.
Nach mehr als zwanzig Jahren der Vorbereitung, gedruckt Đurđević Uzdasi Mandaljene pokornice in Venedig im Jahre 1728, zusammen mit dem Kreislauf der Pjesni razlike. Magdalena ist sein schönstes Werk, während Gedichte haben außergewöhnlich abwechslungsreichen Themen und Formen. Experten in der kroatischen Literatur wie Mihovil Kombol und Ivo Frangeš aufgefallen, dass die Themen und Formen der Đurđević die Gedichte ähnlich zu den Gedichten von Fran Krsto Frankopan sind.
Im Jahre 1729 wurden seine Saltijer Slovinski in Venedig gedruckt. Sie enthalten Übersetzungen oder Paraphrasen der Psalmen des Königs David. Ihre feine Sprache und Stil unterscheiden sie von vielen ähnlichen Übersetzungen von den Dichtern von Dubrovnik gemacht.

Lyrik

Franjo Krsto Frankopan: Das Herz trauert, dieweil es die Liebste nicht sieht

Franjo Krsto Frankopan (1643-1671) war ein Politiker, Schriftsteller und Lyriker aus dem kroatisch-italienischen Adelsgeschlecht Frankopan.
Frankopan war Markgraf von Istrien sowie Graf von Tersat, einer Burg im damaligen Kroatien im Staatsverband mit Ungarn (heute zu Cazin, Bosnien und Herzegowina). Er wurde wegen seiner Beteiligung an der Magnatenverschwörung (in Kroatien: Zrinski-Frankopan-Verschwörung) durch Enthaupten hingerichtet.
Frankopan stand mit dem Palatin Franz Graf Wesselényi, Ferenc Graf Nádasdy und seinem Schwager Petar Zrinski an der Spitze der Zrinski-Frankopan-Verschwörung gegen Kaiser Leopold I. in Kroatien und Ungarn. 1671 wurde er deshalb wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und zusammen mit Zrinski in Wiener Neustadt enthauptet. Seine Güter wurden eingezogen und seiner Familie der Adel aberkannt. Hauptsitz der Adelsdynastie war zuletzt das Schloss Ozalj nahe dem gleichnamigen Ort.

Neues

Lesung und Gespräch mit den kroatischen Dichterinnen Sonja Manojlović, Ivana Šojat und dem Dichter Delimir Rešicki

Lesung und Gespräch mit den kroatischen Dichterinnen Sonja Manojlović Zagreb | Ivana Šojat Osijek und dem Dichter Delimir Rešicki Osijek
Moderation: Alida Bremer Autorin und Übersetzerin, Split/Münster
13.12.2016 19:00
Haus für Poesie, Berlin

Neues

Im Dialog – Daša Drndić (Kroatien) und Dragan Velikić (Serbien)

Theater im Burgbachkeller, Zug
5.12.2016 20:00 Uhr
In der Reihe „Residenzen“ : Doppellesung und Gespräch (Englisch/Deutsch)
Moderation: Ilma Rakusa, Schriftstellerin, Zürich

Lyrik

Ivan Bunić Vučić: Gedichte

Als vornehmlich durch die romanischen Länder und hier insbesondere Italien vermittelt kam das Barock nach Kroatien, das freilich um 1600 noch über keine einheitliche Literatursprache verfügte, so dass sich hier in unterschiedlichen regionalen Zentren eine bedeutende Barockliteratur entwickelte, deren Sprache an den jeweiligen regionalen Dialekten/Sprachen orientiert war. Die größte Entwicklung hatte die Literatur in Dubrovnik und Dalmatien bereits seit dem 15. Jahrhundert, während der Renaissance bzw. des Humanismus genommen. Auch im Barock gibt es hier Entwicklungen, die zwar wie alles in dieser Gegend unter starkem italienischem Einfluss stehen, doch ähnlich wie es bereits während des Humanismus geschehen war, in der Literatur eine durchaus eigene Formensprache zeitigen. (vor allem im Bereich der Lyrik in Metrik und Strophik). Hier sind in der Lyrik zu nennen Ivan Bunić Vučić (1591-1658) (Gedichtsammlung Plandovanja; Müßiggänge 1620, geschrieben, erstmals 1849 veröffentlicht, Liebeslieder, 70 Gedichte) und Ignjat Đurđević (1675-1737) mit seinem Poem Uzdasi Mandalijene pokornice (Die Seufzer der Büßerin Mandalijena 1728, Venedig, 8 Gesänge der Büßerin in einem lyrischen Monolog).

Lyrik

Ivan Gundulić: Dubravka (Fragmente)

Ivan Gundulić (1589-1638) ist der bedeutendste kroatische Schriftsteller des Barock. In Gundulić erreicht die dalmatinische Poesie ihren Höhepunkt. Seine Schöpfungen, lyrischen, dramatischen und epischen Inhalts, zeichnen sich durch eine Vollendung der Form und einen Wohllaut der Sprache aus, die weder vor noch nach ihm je wieder erreicht worden sind.
Gundulić war unter den Slawen der erste dramatische Dichter. In seiner Pastorale Dubravka feiert Gundulić die Gesellschaftsordnung in Dubrovnik.

Essay

Ivo Frangeš: Die Stellung des Dialektes in der Kroatischen Literatur

Der Grundwortschatz des Standardkroatischen besteht ebenso wie derjenige der kroatischen Dialekte überwiegend aus Erbwörtern gemeinslawischer Herkunft. Auf dialektaler Ebene gibt es deutliche Unterschiede im Erbwortschatz zwischen den štokavischen, čakavischen und kajkavischen Varietäten, jedoch überwiegen insgesamt die Gemeinsamkeiten. Der Grundwortschatz des Standardkroatischen ist weitgehend štokavischer Herkunft.

Der Lehnwortschatz der kroatischen Dialekte unterscheidet sich regional stark: im Küstenraum gibt es viele Entlehnungen aus dem Dalmatischen und Italienischen, im nördlichen Landesinneren aus dem Ungarischen und Deutschen, in allen ehemals osmanischen Gebieten aus dem Türkischen.

Der Aufbauwortschatz des Standardkroatischen ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Bestrebens, neue (Fach-)Begriffe fremdsprachiger, vor allem lateinischer Herkunft mit den Mitteln des Slawischen wiederzugeben. Dieses begann im Mittelalter im Kroatisch-Kirchenslawischen, setzte sich in der frühen Neuzeit in den regionalen Schriftsprachen und ihren Lexikographien fort und fand eine offizielle Kodifizierung in den maßgeblich am tschechischen Vorbild orientierten Werken des standardkroatischen Lexikographie des 19. Jahrhunderts. Ein großer Teil der im Laufe der Jahrhunderte geprägten Neologismen ist zwar wieder verschwunden oder von Anfang an nie über die Werke seiner Urheber hinausgelangt, ein anderer Teil ist jedoch zu einem festen Bestandteil der kroatischen Standardsprache geworden.

Drama

Marin Držić: Dundo Maroje

Marin Držić, auf Italienisch Marino Darsa (1508 ), war ein kroatischer Schriftsteller aus Dubrovnik. Er war ein bedeutender Komödienschreiber der Kroatischen Literatur der Renaissance.
Das bekannteste Drama von ihm, trägt den Namen Dundo Maroje. Hier geht es um einen alten Mann, der seinen Sohn mit 5000 Dukaten nach Florenz schickt. Sein Sohn Maro geht aber nach Rom und trifft dort eine junge Dame (eine Kurtisane) und verprasst das Geld mit ihr. Der Vater wird misstrauisch und geht seinen Sohn suchen, im Schlepptau hat er dessen Verlobte mit. Im Endeffekt findet er ihn mit noch 3000 Dukaten im Sack und nimmt ihn mit nach Hause. In diesem Stück spielen aber auch noch andere Personen eine wichtige Rolle wie z.B. der Diener, der für die Komik sorgt, da er sehr erfahren ist und kleine Betrügereien organisiert. Verfasst ist das Stück in der Dubrovniker Volkssprache, aber es gibt auch italienische Passagen.

Lyrik

Ivan Goran Kovačić: Das Massengrab

Ivan Goran Kovačić (1913 - 1943) war ein kroatischer Schriftsteller. Kovačić verfasste Gedichte, Erzählungen und Essays. Am bekanntesten wurde sein Poem Jama (Das Massengrab), eine leidenschaftliche Anklage gegen die Schrecken des Krieges, und das in viele Sprachen übersetzt wurde. Auch Pablo Picasso wurde durch das Werk inspiriert. An seinem Geburtshaus in Lukovdol befindet sich eine Gedenktafel und daneben ein Denkmal. Hier findet alljährlich am Geburtstag des Schriftstellers die Veranstaltung Goranovo proljeće statt.

Lyrik

Dalibor Cvitan: Gedichte

Dalibor Cvitan (1934 - 1993) war ein kroatischer Prosaist, Lyriker, Dramatiker, Essayist und Literaturkritiker.
Er verfasste mehrere Bände mit Essays, mit denen er sich in der kroatischen Literaturszene endgültig etablierte: Ironični narcis (Der ironische Narziss, 1971), Pravo na nesreću (Recht auf Unglück, 1978), Zgranut pred Zlom (Entsetzt von dem Bösen, 1978), sowie das posthum erschienene Demos i demon (Demos und Dämon, 1994). Die meisten seiner Essays handeln von alltäglichen Problemen.
Sein Romanwerk ist klein aber bedeutend, weil er sich damit den dominierenden literarischen Strömungen seiner Zeit entgegenstellte (Jeans Prosa, Phantastik, Genre-Prosa... ) und einen eigentümlichen Rückfall in den Existentialismus in der kroatischen Literatur darstellt. Es handelt sich um die Romane Polovnjak (Der Gebrauchte, 1984) und Ervin i luđaci (Erwin und die Wahnsinnigen, 1992), die häufig die „Duologie“ von der zeitgenössischen Zagreber Existenz genannt werden, sowie um den posthum veröffentlichten Roman Privatna stvar (Privatsache, 2000), der allerdings vor den beiden ersterwähnten verfasst wurde.
Einige seiner Werke erschienen 1996 in der Anthologie Zywe zradla, einer Zusammenstellung kroatischer Dichtung, ausgewählt und übersetzt von der polnischen Schriftstellerin und Übersetzerin Łucja Danielewska.

Lyrik

Volkslieder

Ein wesentlicher Aspekt der europäischen Kultur als Gesamtheit ist das schöpferische Innovationsvermögen der sogenannten „kleineren Völker“, die im bewussten Kulturschaffen, zur Verteidigung der eigenen Identität, gegen die quantitativ stärkeren Nationen kulturell produktiv, kreativ und innovativ werden müssen.

Alle Vertreter kleinerer Nationen bringen ihre spezifische Gefühlswelt, ihr spezifisches Erleben des Seins und der Welt in die gesamteuropäische bzw. in die Weltliteratur.

Volksdichtung ist die Sammelbezeichnung für vorwiegend mündlich tradierte Texte, die nach romantischer Vorstellung den „Volksgeist“, beziehungsweise dessen dichterische Weltsicht verkörpern. Zur Volkspoesie zählen neben den einfachen Formen auch epische (Volkserzählung), dramatische (Volksschauspiel) und lyrische Gattungen (Volkslied). Formale Charakteristika der Volkspoesie sind u. a. die schmucklose Sprache, die typisierte Darstellung von Personen und Ereignissen und der Verzicht auf Individualisierung und Reflexion; inhaltlich werden häufig archetypische, allgemein menschliche Themen (z. B. Liebe, Kampf, mythische Natur- und Weltdeutung) behandelt. Die literaturwissenschaftliche und volkskundliche Forschung befasst sich heute weniger mit der Frage nach dem Ursprung der Volkspoesie als mit der literarischen Typik, sowie der sozialgeschichtlichen und tiefenpsychologischen Funktion der überlieferten Texte und Gattungen.

Folklore kann religiöse oder mythologische Elemente enthalten, befasst sich aber normalerweise mit den profanen Überlieferungen des täglichen Lebens. Sie vereint häufig das Reale und das Übersinnliche in einem erzählerischen Miteinander. Andererseits kann Folklore für eine Darstellung verwendet werden, die keinen theologischen oder erbaulichen Inhalt hat, sondern nützliche weltliche Überlieferungen in der Art von Regeln oder Rezepten. Diese weltliche Überlieferung kann Elemente des Fantastischen aufweisen (wie Magie, übernatürliche Wesen oder personifizierte Gegenstände).

Die Bugarštica ist eine der beiden Versformen in der oralen epischen Dichtung der Südslawen. Der Begriff ist der bulgarischen Bezeichnung für pastorale Hirtengesänge entlehnt. Allgemein stellt die Bugarštica, anders als der daraus abgeleitete Deseterac, ein ausgestorbenes episches Medium im Volksliedschaffen in der kroatischen Sprache dar und fällt literaturwissenschaftlich zwischen Philologie und Mediävistik. Die letzten Dichtungen der Bugarštica werden überwiegend auf das 18. Jahrhundert datiert.

Die Bugarštica entstammt einem feudalen Kontext, der sich, nach der osmanischen Eroberung und der Auslöschung des christlichen Adels, nur in Textform überliefern und so eine Zeitlang in der urbanen Umgebung der dalmatinischen Städte überdauern konnte. Damit unterscheidet sie sich von der weitverbreiteten Volksdichtung im Deseterac.

Lyrik

Unbekannte Dichter aus der Sammlung Ranjina (1507)

DIE ÄLTERE KROATISCHE LITERATUR

Nikša Ranjina Andretić (1494–1582), der (jugendliche) Autor der Sammlung, hat beginnend mit dem Jahr 1507 mündlich kursierende Gedichte ragusanischer Poeten erstmals aufgezeichnet – wobei Menčetić und Držić als Hauptautoren hervortrete – und damit auch ein Dokument hinterlassen, das vor der Ablösung lateinsprachiger durch muttersprachliche Dichtung zeugt. Thematisch, stilistich und verstechnisch hat der „Zbornik“ die weitere Entwicklung, inbesondere der erotischen Dichtung, bis ins 17. Jahrhundert mitgeprägt.

Lyrik

Volkslieder der Kroatischen Volksgruppe in Österreich- Burgenland

Die Nachdichtungen der burgenländischen Volkslieder sind der 1971 in Zagreb herausgegeben Sammlung von Fran Kurelac „JAČKE“ entnommen.

Der Originaltitel lautet: „JAČKE ili NARODNE PESME PROSTOGA I NEPROSTOGA PUKA HRVATSKOGA PO ŽUPAH ŠOPRUNSKOJ, MOŠONJSKOJ I ŽELEZNOJ NA UGRIH.“

Lyrik

Janko Polić Kamov: Gedichte

Janko Polić Kamov (1886 — 1910) war ein kroatischer Erzähler, Dichter und Dramatiker. Starrköpfig und von überschäumendem Temperament, legte er sich den Namen Kamov zu, nach Ham (oder Kam) aus dem Alten Testament, der seinen Vater Noah nackt gesehen, um Gegensatz zu seine Brüdern Sem und Jafet seine Blöße aber nicht zugedeckt hat und deshalb verflucht wurde. In einem Brief an seinen Bruder Vladimir schrieb er 1910, Kamov sei für ihn „ein literarisches Programm“. Sein literarisches Werk war von geringem Umfang, dafür aber überaus bedeutsam, da in seinen Gedichten, Erzählungen und Bühnenstücken seine Verärgerung und Enttäuschung über die Heuchelei und die Ungerechtigkeit seiner Zeitgenossen in einer Weise zum Ausdruck kamen, wie es sie bis dahin in der kroatischen Literatur nicht gegeben hat. Zu seinen Meisterwerken zählt der modernistische, von psychosexuellen und geistigen Konflikten geprägte Roman „Isušena kaljuža“ (Der ausgetrocknete Sumpf, 1906 — 1909, gedruckt 1956), der als Beginn der literarischen Avantgarde in Kroatien angesehen wird. Sein Werk und seine ungestüme, rebellische Natur brachten ihm de Ruf eines der größten Rebellen und Bilderstürmer in der Geschichte der kroatischen Kultur ein. Der „Ritter des schwarzen Fluches“, wie er auch genannt wurde, starb im Alter von 24 Jahren in Barcelona und wurde in einer namenlosen Gruft auf dem Armenfriedhof des „Hospital de la Santa Creu“ beigesetzt. Heute befindet sich an diesem Ort die Katalonische Nationalbibliothek.

Lyrik

Ivan Slamnig: Gedichte

Ivan Slamnig (1930 - 2001) war ein kroatischer Dichter, Erzähler, Essayist und Übersetzer. Slamnig ist vor allem bekannt als Autor mehrerer anthologischer Gedichtsammlungen (Aleja poslije svečanosti, dt. Allee nach der Festlichkeit; Odron, dt. Abbruch; Naronska siesta, dt. Siesta von Narona; Pjesme, dt. Gedichte usw.) und des ersten kroatischen postmodernen Romans (Bolja polovica hrabrosti, dt. Bessere Hälfte des Muts). Überdies schrieb er literaturgeschichtliche Monografien und übersetzte aus dem Englischen, Russischen, Italienischen und Schwedischen. Neben Erudition und lyrischem Artismus ist Humor die eindrucksvollste Eigenschaft seiner Dichtung, sowohl in literarischen als auch in wissenschaftlichen Werken. Wegen der Anwendung des Humors als Innovationselement und der wagemutigen Folgerung wurde er bei den Lesern und Wissenschaftlern gleichmäßig beliebt. Für seine letzte Gedichtsammlung, Ranjeni tenk (dt. Verwundeter Panzer), wurde ihm postum der angesehenste Literaturpreis in Kroatien verliehen, Tin-Ujević-Preis (2001).

Lyrik

Petar Hektorović: Vom Fischen und von Fischergesprächen (Fragmente)

DIE ÄLTERE KROATISCHE LITERATUR

Petar Hektorović (1487-1572) war ein Poet und Universalgelehrter der Renaissance.
Petar Hektorović verweilte während seiner gesamten Lebenszeit in seinem Heimort. Er verließ seine Heimatinsel Hvar lediglich ein Mal zu einer dreitägigen Reise auf einem Fischerboot. Er fuhr in die ca. 25 km entfernte Bucht Supetar in Nečujam auf die Nachbarinsel Šolta und besuchte den Ort, an dem der „Vater der kroatischen Literatur“ Marko Marulić von 1510 bis 1512 verweilte.[1] Auf der Basis seiner quasi-ethnographischen Beobachtungen entstand sein wichtigstes Werk, Ribanje i ribarsko prigovaranje (dt. „Fischerei und die Dialoge von Fischern“), das versucht, die Dialoge von Fischern in ihrer Alltagssprache darzustellen,[2] dabei aber auch ein episches Gedicht aus der Gattung der Bugarštice darstellt. Es wurde am 14. Januar 1566 abgeschlossen und 1568 in Venedig gedruckt. In einem dreiteiligen Werk beschreibt er in einem Brief an Cousin von seiner dreitägigen Bootsfahrt mit den Fischern Paskoje Debelja und Nikola Zet aus Hvar. Das Werk ist die erste realistische, weltliche Reisebeschreibung in kroatischer Sprache, die Landschaft und Schönheiten der Natur beschreibt. Die Ribanje sind eine der frühesten Aufzeichnungen der kroatischen Volksmusik.

Lyrik

Dobriša Cesarić: Acht Gedichte

Dobriša Cesarić (1902 -1980) war ein kroatischer Dichter. Die Poesie von Cesarić lebt schon mehr als ein halbes Jahrhundert. Im Jahr 1916 erschien sein erstes Gedicht „I ja ljubim…“ (Und ich liebe…) in der Zeitschrift „Pobratim“. 1920 veröffentlichte die populäre Zeitschrift „Kritik“ sein Gedicht „Buđenje Šume“ (Das Erwachen des Waldes). Später in seinem Leben beschäftigte er sich viel mit Zeitschriften, aber nur eine hat er mit Vjekoslav Majer, selbst gegründet, und zwar „Ozon“ 1923. Von 1929 - 1941 arbeitet er als Lektor und Bibliothekar. In dieser Vorkriegszeit entstanden bedeutende Werke.
Seine Dichtungen sind eine Mischung der traditionellen Form und des modernen Denkens. Er schrieb viel über das schwere Leben der ärmeren Stände und über die Dinge, die der moderne Mensch nicht beachtet. Die Lyrik von Dobriša Cesarić entstand und wuchs zwischen zwei Weltkriegen. Diese Lyrik hat innere Kraft. Er dichtete viel über die Geschehnisse seiner Zeit, über Zagreb, wo er 50 Jahre verbrachte. Diese Lieder haben einen humanen Charakter. Der größte Teil seiner Poesie spricht über das Alltagsleben. So dichtet er über den Käfer auf dem Baum, über zwei - drei Ziegelsteine auf dem Weg oder über den Zug. Sein Schreibstil ist einfach, reimvoll, verständlich. Er wird auch „Zauberer des Verses genannt˝. Das menschliche Herz hat eine wichtige Rolle in seinen Liedern, denn es leidet, liebt und verbindet Menschen. Die Verbindung des Reflexiven und Emotiven in seiner Lyrik ist das Resultat seines humanen Verhältnisses gegenüber der Welt. Cesarić übersetzte viel aus dem Deutschen und Russischen (Goethe, Heine, Rilke, Puschkin, Lermontow, Jessenin).

Lyrik

Hanibal Lucić: Lyrik

DIE ÄLTERE KROATISCHE LITERATUR

Hanibal Lucić (* um 1485 in Hvar; † 14. Dezember 1553 in Venedig) war einkroatischer Schriftsteller der Renaissance. Der Sohn wohlhabender und entsprechend einflussreicher Eltern war als Richter und Rechtsanwalt tätig und verbrachte die meiste Zeit seines Lebens auf seiner Heimatinsel Hvar. Ein Großteil seiner Werke (vor allem der frühen) ist nicht erhalten, da er sie verwarf und vernichtete.
Das bekannteste und am weitesten rezipierte Werk von Lucić ist Robinja (Die Sklavin), das erste weltliche Schauspiel in der kroatischen Literatur überhaupt. Es wurde, zusammen mit Versen Lucićs, 1556 in Venedig veröffentlicht, also erst nach seinem Tod, erlebte jedoch bis in jüngste Zeit etliche Ausgaben. Im Mittelpunkt dieses eher „handlungsarmen“ und streckenweise „weitschweifigen“ Liebesdramas stehen der Aristokrat Derenčin und eine in Budapest von Türken geraubte Schöne, die er auf dem Sklavenmarkt vonDubrovnik trifft. Am Ende wird sie seine Braut. Auch in seinen Liedern kreiste Lucić vorwiegend um das Thema Liebe. In allen Werken Lucićs vereinten sich italienische Einflüsse (Francesco Petrarca, Pietro Bembo) mit seiner Leidenschaft für die Alltagssprache kroatischer Bauern und Schafhirten. Sie hinderte ihn freilich nicht daran, seine in den Jahren 1510–1514 gegen die venezianischen Beherrscher Hvars rebellierenden Landsleute einen „Haufen von Dummköpfen“ zu nennen.

Lyrik

Džore Držić: Drei Gedchte

DIE ÄLTERE KROATISCHE LITERATUR

Držić Džore, kroatisch-ragusanischer Lyriker und Geistlicher, * 6. 2. 1461 Ragusa (Dubrovnik), † 26. 9. 1501 Ragusa; petrarkistisch-religiöse Lyrik.

Lyrik

Gustav Krklec: Sechs Gedichte

Gustav Krklec (1899 - 1977) war einer der bekanntesten kroatische Dichter und Persönlichkeiten des Kulturlebens verstorben.
Schon 1919 debütierte er mit dem Gedichtband Lyrik (Lirika), und 1921 trat er mit seinem Gedichtband Silberne Straße (Srebrna cesta) endgültig in die Literatur ein.
In seinen späteren Lebensjahren veröffentlichte Krklec zahlreiche weitere Gedichtbände, und auch als Kinderdichter war er bekannt und beliebt. Sein satirischer und lebhafter Geist verlieh ihm die Fähigkeit, sich über viele Erscheinungen mit scharfem Witz zu äußern, und seine vielen Epigramme und Scherzgedichte haben vor allem unter den Kindern große Freunde gefunden.
In seinem langen und fruchtbaren Leben war Gustav Krklec auch ein unermüdlicher Missionar und Vorkämpfer für die kulturelle und politische Verbundenheit zwischen allen kroatischen Völkern. (B. M.)

Essay

Antun Branko Šimić: Schriftsteller in Zagreb

Antun Branko Šimić (1898 - 1925) war ein kroatischer Schriftsteller des Expressionismus. Seine Lyrik hat einen sparsamen, aufrichtigen und ernsten Ausdruck und wirkt auch noch auf die heutige Generation kroatischerDichter.

Prosa

Mirko Božić: Körper und Geister (Fragment aus dem Roman)

Mirko Božić (1919 - 1995) war ein kroatischer Schriftsteller. Božić war ein ebenso begabter Dramatiker wie Prosaist der Nachkriegszeit. Er verfasste auch Drehbücher und Hörspiele. Es existieren nur wenige Übersetzungen ins Deutsche.

Der Text ist ursprünglich in der Literaturzeitschrift Most/The Bridge (Heft 3, 1981) erschienen.

Rezensionen

Miroslav Krležas Werk im lichte der Französischen Kritik

Bisher wurden sechs Werke Miroslav Krležas ins Französische übersetzt, und zwar: „Beisetzung in Theresienburg“ (Novellen, Edition de Minuit, in der Übersetzung von Antun Polanšćak mit einem Vorwort von Léon Pierre Quint, Paris 1956), „Die Rückkehr des Filip Latinovicz“ (Roman, herausgegeben von Calman, Lévy, in der Übersetzung von Mila Đorđević und Clara Malraux, Paris 1957), „Das Bankett von Blitwien“ (Roman, herausgegeben von Calman-Lévy, in der Übersetzung von Mauricette Beguitch, Paris 1964). „Ohne mich“ (Roman, Edition De Seuil, übersetzt von Janine Matillon, Paris 1969), „Der kroatische Gott Mars“ (Novellen, herausgegeben von Calman-Lévy, übersetzt von Janine Matillon und Antun Polansćak, Paris 1971). „Die Balladen des Petrica Kerempuch“ (Edition Presse Orientales de France, übersetzt von Janine Matillon, Paris 1975).
Sie alle haben eine warme Aufnahme gefunden. Wir bringen hier einige Auszüge aus Rezensionen (Maurice Nadeau, Léon Pierre Quint, Claude Roy, Marcel Schneider und andere), die das Werk Krležas auf jeweils verschiedene Art und Weise beleuchten.
Maurice Nadeau widmet (u. d. T. „Ein großer jugoslavischer Schriftsteller“) im „France Observateur“ vom 20. Juni 1956 eine ganze Seite dem Erscheinen der Novellensammlung „Beisetzung in Theresienburg“. Daraus einige charakteristische Passagen: Für viele wird die Novellensammlung „Beisetzung in Theresienburg“ zu einer wirklichen Offenbarung werden...

Der Text ist ursprünglich in der Literaturzeitschrift Most/The Bridge (Heft 3-4, 1979) erschienen.

Lyrik

Branko Čegec: Schwarze hand

Branko Čegec (1957) studium der jugoslawischen Sprachen und Literaturen an der Philosophischen Fakultät in Zagreb. Von 1985 bis Ende 1989 Chefredakteur der Zeitschrift Quorum. Von 1989 bis Ende 1990 Chefredakteur der Kulturzeitschrift Oko. 1992 gründete er einen eigenen Verlag unter dem Namen Meandar, der von Sommer 1993 bis 2005 unter dem Namen Meandarmedia tätig war.

Berichte

Preis der Leipziger Buchmesse 2004: Dževan Karahasan

Dževad Karahasan (1953 in Duvno) ist ein bosnischer Schriftsteller, Dramatiker, Essayist, Dramaturg und Literaturwissenschaftler. Geboren als Muslim in Duvno im heutigen Bosnien-Herzegowina, erhielt er seine erste prägende Bildung von Franziskaner-Patres. Er studierte Literatur- und Theaterwissenschaft in Sarajevo, die Promotion erfolgte an der Universität Zagreb.

Berichte

Preis der Leipziger Buchmesse 2002: Bora Ćosić

Bora Ćosić, 1932 in Zagreb geboren, ist einer der bedeutendsten Schriftsteller seiner Heimat. Er, der zunächst Anfang der fünfziger Jahre russische Futuristen übersetzt und Verse "futuristischer Art" geschrieben hat, gehört zur Avantgarde der jugoslawischen Literatur, hat in über 30 Prosa- und Essaybüchern vielfältig das Sinnlose, Groteske, Absurde und Tragische der Geschichte seines Landes gezeichnet - bis hin zum Schrecklichen der ethnischen Konflikte und Massenmorde.

Neues

“Unsere neuen Nachbarn”

29. Oktober – 14. November 2015
Mariahilferstraße 43
1060 Wien
Eröffnung: 29. Oktober, 17:30
Die Ausstellung ist das Resultat von Fotografie-Workshops mit Menschen auf der Flucht aus dem Nahen Osten und Afrika, die von Mai bis Juli 2015 in Subotica, Belgrad und Wien stattgefunden haben

essay

Žarko Paić: Gott ohne Religion: Die Leere der Welt und das Ereignis der Offenheit

ŽARKO PAIĆ (1958) ist Dozent am Studium für Modedesign an der Textiltechnologischen Fakultät der Universität in Zagreb, wo er Kultursoziologie, Modetheorie, Semiotik und visuelle Kommunikationen unterrichtet. Er ist Chefredakteur der Zeitschrift für Theorie, Kultur und visuelle Künste Tvrđa, Vize-Chefredakteur der Zeitschrift Europski glasnik und Redaktionsmitglied des Magazins für visuelle Künste Art-e-fact. Außerdem war er Chefredakteur des Verlagshauses Izdanja Antibarbarus. Gemeinsam mit dem Zentrum für visuelle Studien in Zagreb organisierte er das internationale interdisziplinäre Symposium für visuelle Kultur und Kunst („Visual Construction of Culture“, Zagreb, Oktober 2007). Außer Studien in den Bereichen Philosophie, Soziologie und Theorie der Kunst und Ästhetik veröffentlicht er auch literarische Essays. Er ist der Verfasser dreier Gedichtbände. Seine Gedichte fanden Einzug in drei Anthologien der modernen kroatischen Gedichtkunst. Übersetzungen seiner Studien, Essays und seiner Poesie wurden in Zeitschriften und Sammelbänden veröffentlicht, in englischer, französicher, deutscher, slowenischer, ungarischer, rumänischer und slowakischer Sprache. Er wurde mit dem internationalen Literaturpreis für die Literatur mitteleuropäischer Länder der österreichischen Stiftung KULTURKONTAKT aus Wien für das Jahr 2008 ausgezeichnet.

Essay

Velimir Visković: Barocke Prosa /Novellen von Goran Tribuson

Goran Tribuson gehört zu den populärsten kroatischen Autoren, was ihm insbesondere seine Krimis um Nikola Banic, einem Polizeiinspektor, später Privatdetektiv verdankt. Sie sind nicht nur spannende Detektivgeschichten, sondern vor allem Zeitzeugnisse der kroatischen Gesellschaft in den Kriegsjahren.

Der Text ist ursprünglich in der Literaturzeitschrift Most/The Bridge (Heft 3-4, 1979) erschienen.

Lyrik

TIN UJEVIC: Zwei Gedichte

Tin Ujević ist ein bekannter Vertreter aus der Zeit der kroatischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Nachdem er in einer Kleinstadt im Hinterland von Dalmatien geboren wurde, verbrachte er sein Leben in den unruhigen Zeiten der beiden Weltkriege in Split, Paris, Belgrad, Sarajevo und Zagreb, wo er letztlich bis zu seinem Tod verblieb. Neben Gedichten verfasste er auch Polemiken, Feuilletons, wissenschaftliche Abhandlungen, politische Prosatexte und Essays, die immer auch eng mit seinen lyrischen Werken verknüpft waren.

Autoren

Tea Benčić Rimay: Chronologie: Vesna Parun

Vesna Parun war eine der angesehensten kroatischen Schriftstellerinnen.

»In einer von Männern, Institutionen und Ideologien beherrschten Gesellschaft hatte die Dichterin, die ein großes Opus hinterlässt, kein einfaches Leben, doch auch sie machte es ihrer Umgebung nicht leicht und sie verschonte niemanden in ihren luziden, polemischen, satirischen Gedichten.«
Alida Bremer

Neues

Marica Bodrožić erhält Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2015

Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung

Schreiben zwischen den europäischen Kulturen

Marica Bodrožić erhält den mit 15.000 € dotierten Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2015. Die 1973 in Svib (im heutigen Kroatien) geborene Schriftstellerin leiste mit ihren epischen und essayistischen Werken einen maßgeblichen kulturellen Beitrag zur Neuordnung Europas nach 1989, so die Begründung der Jury.

Prosa

Luko Paljetak: Verborgener Garten (Auszüge aus dem Roman)

Luko Paljetak wurde im Jahre 1943 in Dubrovnik geboren. Er absolvierte 1962 die Lehrerschule in Dubrovnik und 1968 die Philosophische Fakultät (Kroatistik und Anglistik) in Zadar. In Zagreb promovierte er zum Doktor der Philologie.
Nach dem Studium war er Regisseur und Dramaturg am Zadarer Puppentheater, von 1972 bis 1978 Assistent an der Philosophische Fakultät in Zadar sowie einer der Redakteure der Zeitschrift „Zadarske revije“ („Zadarer Revue“). Danach wurde er in Dubrovnik als Sekretär und Redakteur der Zeitschrift „Dubrovnik“ tätig. Er veröffentlichte eine Reihe von Theaterstücken, zahlreiche Gedichtsammlungen, feuilletonistische Bücher und wissenschaftliche Studien. Herausragend ist zudem die umfangreiche Übersetzertätigkeit dieses Autors aus dem Englischen, Französischen und Slowenischen. Im Jahre 1982 erhielt er für die Übersetzung der Lyrik von France Prešeren die „Župančićeva listina“ und den Orden der Republik mit Bronzekranz, im Jahre 1984 den „Vladimir Nazor“-Preis für Literatur, 1989 den „Tin Ujević“-Preis, 1995 den „Goranov vijenac“, 1996 den Jahrespreis der HAZU. Im selben Jahr bekam er in Selce auf der Insel Brač im Rahmen der Veranstaltung Croatia Rediviva den Orden der Danica hrvatska mit der Figur des „Marko Marulić“ bekränzt mit einem „Ölzweig“ verliehen. Er ist Mitglied der Gesellschaft kroatischer Schriftsteller, des Verbandes der kroatischen Literaturübersetzer, der UNIMA, der Theaterkünstler Kroatiens und des PEN-Clubs sowie ordentliches Mitglied der Kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

Prosa

Janko Polić Kamov: Freiheit

Polić Kamov Janko, Schriftsteller (Sušak (Kroatien), 1886 - Barcelona (Spanien), 1910), eine außergewöhnliche Erscheinung in der modernen kroatien Literatur am Anfang des 20. Jh., chrieb Gedichte, Novellen, Romane, Schauspiele, Feuilletons und Kritiken, in welchen sein stürm. Temperament, sein unbezähmbarer Freiheitsdrang und seine Auflehnung gegen gesellschaftliche Konventionen zum Ausdruck kamen. Er wurde einerseits von Baudelaire und den italien.
Kamov war der Ritter des Schimpfworts – ein Jüngling, der mit seinen Versen seine Zeitgenossen schockierte.

Essay

Arian Leka: Durrës, Geoemotionen Von der Multikultur der Autarkie zur Monokultur Der offenen Stadt

Arian Leka, geboren 1966, studierte Musik in seinem Geburtsort Durrës (Albanien) und Albanische Sprache und Literatur in Tirana. Er schreibt Gedichte, Erzählungen, Romane und Kinderliteratur und übersetzte unter anderem die italienischen Nobelpreisträger Eugenio Montale und Salvatore Quasimodo ins Albanische. Einige seiner bisher 14 Bücher und Teile seiner Werke sind in italienischer, englischer, deutscher, französischer, rumänischer, bulgarischer und kroatischer Übersetzung erschienen. 2004 gründete er das Internationale Poesie- und Literaturfestival POETEKA und ist seitdem Chefredakteur der gleichnamigen Literaturzeitschrift. Arian Leka erhielt mehrere Stipendien und Preise im In- und Ausland, darunter den Preis des Albanischen Kulturministeriums, der zu den höchst angesehensten Auszeichnungen in Albanien zählt.

Prosa

Igor Grbić: Herbst

Igor Grbić, geboren am 19. Mai 1970 in Pula. Er schreibt Poesie, Erzählprosa, Essays, Kritiken sowie wissenschaftliche und Fachartikel und übersetzt aus dem Englischen, Italienischen, Deutschen, Französischen und dem Hindi. Aufgrund seiner schriftstellerischen Tätigkeit auf Englisch und Italienisch, wurde in die internationale Anthologie Englisch schreibender junger Dichter Whispering Muse aufgenommen und erhielt Auszeichnungen für seine Poesie und Kurzprosa auf Italienisch. Darüber hinaus gewann er den internationalen Preis Lapis Histriae 2006 für die beste Prosa auf einer schtokawischen Sprache.
Doktorand der Literaturtheorie und -geschichte an der Philosophischen Fakultät in Zagreb.
Er lebt und arbeitet in Pula, wo er an der Philosophischen Fakultät Sanskrit und an der Pädagogischen Hochschule Englische Literatur unterrichtet.

KM Extensions

Discopath: Der Rattengott (Izbavitelj)

Inspiriert vom Film Der Rattengott, ein jugoslawischer Spielfilm aus dem Jahre 1976. Er ist eine Mischung aus Horrorfilm und Thriller und basiert auf Motiven der Erzählung Der Rattenfänger von Alexander Grin.

Das Lexikon des Internationalen Films schrieb:

„Der preisgekrönte kroatische Film benutzt die Zutaten des Genres mit seltenem Geschick. In die Story eingeflochten sind politische Reflexionen über den Kampf zwischen Gut und Böse und das Wesen des Faschismus, der in Krisenzeiten erneut hervorzubrechen droht.“

Rezensionen

"Olivas Garten" von Alida Bremer

von Nadine Lange, tagesspiegel.de

Partisanen, Tanten und Tintenfische: Die kroatische Übersetzerin Alida Bremer legt mit „Olivas Garten“ ihren ersten Roman vor.

Interviews

"Migranten haben lange Wege"

Mascha Dabić, dastandard.at

Die Literaturübersetzerin Alida Bremer hat ihren ersten Roman veröffentlicht. Es ist eine Familiengeschichte mit autobiografischen Zügen

Neues

Meeting Points 7

Zehntausend Täuschungen und hunderttausend Tricks - von 10.05.2014 bis 31.08.2014
Ausstellungsort: 21er Haus
Meeting Points 7: Zehntausend Täuschungen und hunderttausend Tricks
Ein Projekt von Young Arab Theatre Fund
Präsentiert von den Wiener Festwochen in Kooperation mit dem Belvedere im 21er Haus
Kuratorinnen What, How and for Whom/WHW [Zagreb]: Ivet Ćurlin, Ana Dević, Nataša Ilić, Sabina Sabolović.
In Zusammenarbeit mit Luisa Ziaja, Kuratorin 21er Haus
Designer Dejan Kršić

Autoren

Igor Štiks

Autoren

Daša Drndić

Autoren

Vlado Bulić

Autoren

Ivica Đikić

Autoren

Branko Čegec

Rezensionen

Nikola Petković: Identität und Grenze: Hybridität und Sprache, Kultur und Bürger des 21. Jahrhunderts

Nikola Petković: Identitet i granica. Hibridnost i jezik, kultura i građanstvo 21. stoljeća [Identität und Grenze: Hybridität und Sprache, Kultur und Bürger des 21. Jahrhunderts]. Zagreb: Naklada Jesenski i Turk 2010. 370 S. ISBN 978-953-222-335-4

In Südosteuropa sind Begriffe wie Identität und Grenzen seit einiger Zeit in den Fokus geraten. Sie spielen eine wichtige Rolle im öffentlichen Diskurs der Politik, Medien, Kultur und Wissenschaft. Die kulturologische Studie von Nikola Petkovic „Identität und Grenze: Hybridität und Sprache, Kultur und Bürger des 21. Jahrhunderts“ versucht neue Akzente im Umgang mit diesem Thema in Kroatien zu setzen.

Prosa

Vladimir STOJSAVLJEVIĆ: Sommerliches Kriegstagebuch

(Aus dem Kroatischen von Evelyn STURL)


Aus der Sicht eines Schuljungen, der nicht einzuordnen weiß, was um ihn herum passiert, wird in „Sommerliches Kriegstagebuch“ (Ljetni dnevnik rata) die Tristesse Zagrebs im Jahr 1991 beschrieben. Die kindliche Naivität, die sich dank des jungen Ich-Erzählers durch den Roman zieht, verleiht den wahren, grauenhaften Gegebenheiten des Jahres 1991 einen grotesken Ausdruck. Der Tagebuchstil, den Vladimir Stojsavljević im Roman an den Tag legt, kommt dem Gefühl der damaligen Zeit sehr nahe, da – wie auch in einem Tagebuch – alles Zukünftige stets ungewiss ist. Es gelingt dem Autor, eindrucksvolle Bilder und bemerkenswerte Figuren zu zeichnen. Der 1992 erschienene Roman gilt als das erste Prosawerk, das sich mit dem Krieg in Kroatien beschäftigt.

Autoren

Tea Tulić

Autoren

Nikola Šop

1904 – 1982

Autoren

Vladan Desnica

17. September 1905 in Zadar - 4. März 1967 in Zagreb

Autoren

Ksaver Šandor Gjalski

26. Oktober 1854 in Gredice - 9. Februar 1935 ebd.)

Autoren

Vjekoslav Kaleb

27. September 1905 in Tisno bei Šibenik - 13. April 1996

Autoren

Miroslav Krleža

7. Juli 1893 in Zagreb, seinerzeit Österreich-Ungarn - 29. Dezember 1981 in Zagreb

Autoren

Petar Šegedin

8. Juli 1909 in Žrnovo auf der Insel Korčula, Kroatien; † 1. September 1998 in Zagreb

Autoren

Vesna Parun

Vesna Parun (* 10. April 1922 in Zlarin; † 25. Oktober 2010 in Stubičke toplice) war eine der angesehensten kroatischen Schriftstellerinnen. Bekannt wurde sie durch ihre Gedichte.

Autoren

Antun Branko Šimić: Chronologie

Tea Benčić Rimay

Lyrik

Delimir Rešicki: Poesie

DELIMIR REŠICKI, geboren 1960 in Os.ek. Dort schloss er sein Studium der Kroatistik ab. Poesie, Prosa, Literaturkritik und Medienpublizistik und -essayistik begann er Anfang der achtziger Jahre in allen wichtigeren kroatischen Zeitschriften und anderen Zeitungen zu veröffentlichen. Für seine literarische Arbeit erhielt er bedeutende Literaturpreise. In deutscher Sprache liegt eine Auswahl seiner Gedichte in den Zeitschriften Akzente, Manuskripte und Die Horen vor (beide Frühjar 2008), sowie in der Anthologie Konzert für das Eis; sein Gedichtband Arrhythmie ist beim Verlag Edition Korrespondenzen 2008 erschienen. Im Juli 2008 wurde Rešicki der Hubert-Burda-Preis verliehen.

Essay

Zdravko Zima: Meister Radovan

Surrealist Radovan Ivsic, der Dinosaurier des Surrealismus, verbrachte das 20. Jahrhundert in Poesie, Dramaturgie und politischem Engagement. Während eines Aufenthalts in Brüssel blickt der Wahlpariser auf ein europäisches Leben voller Höhen und Tiefen zurück. 1921 in Zagreb geboren, entdeckt Radovan Ivsic Paris im Alter von 16 Jahren.

Panorama

Igor Duda: Der gefundene Wohlstand / Alltag und Konsumkultur in Kroatien der 1970er und 1980er Jahre*

IGOR DUDA (Pula, 1977), Historiker, Junior Researcher an der Universität Juraj Dobrila in Pula. An der Philosophischen Fakultät in Zagreb studierte er Geschichte und Kroatistik. Magister- und Doktorstudium in Geschichte. Aufenthalt an der Universität Oxford dank dem Stipendium OSI/Chevening Scholarship. Mitarbeit am Projekt Tourism and Leisure Cultures in Socialist Yugoslavia der Universität Graz. Zusammenarbeit mit dem Lexikographischen Institut Miroslav Krleža in Zagreb. Interessensgebiete: soziale Geschichte und Alltagsgeschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Autor zweier Bücher: U potrazi za blagostanjem. O povijesti dokolice i potrošačkog društva u Hrvatskoj 1950-ih i 1960-ih (Auf der Suche nach Wohlstand. Über die Geschichte des Müßiggangs und der Konsumgesellschaft in Kroatien der 1950er und 1960er Jahre, 2005) und Pronađeno blagostanje. Svakodnevni život i potrošačka kultura u Hrvatskoj 1970-ih i 1980-ih (Der gefundene Wohlstand. Alltagsleben und Konsumkultur in Kroatien der 1970er und 1980er Jahre, 2010, Kiklop-Preis für das wissenschaftliche Buch des Jahres).

Lyrik

Vesna Parun: Gedichte

Vesna Parun (1922. - 2010.) war eine der angesehensten kroatischen Schriftstellerinnen. Bekannt wurde sie durch ihre Gedichte.
In ihrer Lyrik spielt das Kindergedicht eine große Rolle. Zu ihren Werken zählen u. a. der 1955 veröffentlichte Gedichtband Schwarze Olive und der 1959 veröffentlichte Band Die Koralle kehrt zum Meer zurück. 1995 wurde sie für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen.
Vesna Parun widmete sich vollkommen der Literatur und war so die erste Schriftstellerin in der kroatischen Literatur, die ausschließlich von Literatur und für die Literatur lebte. Sie gehörte zu den bekanntesten zeitgenössischen Dichtern in Kroatien.

Prosa

Miroslav Krleža: Baracke Fünf B

Miroslav Krleža (1893 - 1981) war ein produktiver Schreiber. Im Laufe von 66 Schaffensjahren verfasste er über 50 Monographien vieler Genres, von Poesie und Polemik über Romane und Dramen bis zu Reiseerzählungen und politischer Publizistik.
Als eines der wichtigsten Werke gilt die Sammlung von Erzählungen Der kroatische Gott Mars (Hrvatski bog Mars) 1922 (erweiterte Ausgabe 1933). In diesem Werk, welches in einer Serie zu verschiedenen Zeiten, in verschiedenen Kriegen spielender, oberflächlich betrachtet unzusammenhängender Fragmente die Tragödie des einfachen Volkes beschreibt, das für die Ziele der Mächtigen, noch dazu fremder Mächtiger, in den Tod geschickt wird, handelt sich um eines der eindrucksvollsten Antikriegswerke der europäischen Literatur. Von der Intention, streckenweise auch stilistisch, ist es mit den Letzten Tagen der Menschheit Karl Kraus' vergleichbar, mit welchem Krleža auch sonst einiges verbindet.

Lyrik

Antun Branko Šimić: Gedichte

„ ... Sein Weinberg reifte früh heran, und die überreifen Trauben
gaben einen schweren, starken, tödlichen Wein, von dem man nicht viel, aber oft und lange trinken kann.
Er kultivierte seine Sprache, studierte und vervollkommnete sie. Er war wie die alten Meister, die ihre Farben nach verschiedenen Rezepturen eigenhändig herstellten und die Leinwände selbst
grundierten. Auf alle Fehler achtete er, ärgerte sich über Kleinigkeiten, falsch gesetzte Kommas und Druckfehler konnten ihn zur Weißglut bringen...
Sein überreiches geistiges Leben wurde, neben anderen Faktoren, zur Ursache für seinen physischen Tod. Er stand ganz in Flammen, und nur die Erde konnte dieses Feuer löschen.“

(Ivan Goran Kovačić über A. B. Šimić in dem Text Pjesnik tijela i siromaha, 1940)

interview

Occupy ist Lifestyle

der Freitag, Katharina Teutsch, 06.05.2014.

Im Gespräch Der Philosoph Srećko Horvat gehört zu den spannendsten Stimmen seiner Generation. Er erzählt, mit welchen radikalen Mitteln er linke Begierden freilegen möchte.

Autoren

Dorta Jagić

Lyrik

Ivan Slamnig: Gedichte

Ivan Slamnig (1930 – 2001) ist vor allem bekannt als Autor mehrerer anthologischer Gedichtsammlungen und des ersten kroatischen postmodernen Romans (Bolja polovica hrabrosti, dt. Bessere Hälfte des Muts). Überdies schrieb er literaturgeschichtliche Monografien und übersetzte aus dem Englischen, Russischen, Italienischen und Schwedischen. Neben Erudition und lyrischem Artismus ist Humor die eindrucksvollste Eigenschaft seiner Dichtung, sowohl in literarischen als auch in wissenschaftlichen Werken. Wegen der Anwendung des Humors als Innovationselement und der wagemutigen Folgerung wurde er bei den Lesern und Wissenschaftlern gleichmäßig beliebt.

Prosa

Mima Simić: Zerbrochene Töpfchen

Mima Simić, Jahrgang 1976, erwarb an der Universität Zagreb einen Abschluss in Komparatistik und Englischer Philologie. Sie absolvierte außerdem an der Budapester Central European University (CEU) einen Master-Studiengang in Gender Studies. Simić ist Autorin, Übersetzerin sowie Kultur-, Gender- und Filmtheoretikerin. Bisher sind von ihr erschienen: der KurzgeschichtenbandAdventures of Gloria Scott (AGM, Zagreb, 2005) und zahlreiche Kurzgeschichten in kroatischen und internationalen Literaturzeitschriften. Einige ihrer Geschichten wurden ins Deutsche, Englische, Polnische und Slowenische übersetzt. Sie ist Redaktionsmitglied von Sextures: E-journal for Sexualities, Cultures and Politics und gehört zur Redaktionsleitung von Ekviva‐ the regional women’s web portal (aktuell offline). 2008 wurde sie als beste kroatische Filmkritikerin ausgezeichnet.

Neues

Leipziger Buchmesse 2014 - Südosteuropa im Fokus Mit Gästen aus Liechtenstein, der Schweiz, Schweden und Ungarn

Mehr als 50 Autorinnen und Autoren aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Kosovo, Liechtenstein, Montenegro, Mazedonien, Serbien, Slowenien, Schweden, der Schweiz, Rumänien und Ungarn werden sich während der vier Tage in Leipzig im Traduki-Programm präsentieren. In einer fruchtbaren Kooperation mit dem Programm Tranzyt und seinem Kurator Martin Pollack wurde außerdem eine Abendveranstaltung konzipiert, die dem „Vergessenen Krieg“ gewidmet ist, und beider sich Stimmen aus Polen, Weißrussland und der Ukraine jenen aus Südosteuropa anschließen werden.

Neues

(an bord) - Literatur aus Kroatien im Zagreb

Ein Literaturabend mit den Schriftstellern Renato Baretić und Zoran Ferić im Goethe-Institut.

Lyrik

Dorta Jagić: Geschlossenen Zimmer

Dorta Jagić wurde 1974 in Sinj geboren. Sie schreibt Gedichte, Kurzgeschichten, Dramen und Theaterkritiken und übersetzt aus dem Englischen und Deutschen. Seit 1999 lehrt und leitet sie zahlreiche Amateur Thatergruppen.

Ihr Werk wurde weitgehend übersetzt.

Autoren

Josip Mlakić

Prosa

Janko Polić Kamov: Die ausgetrocknete Schlammgrube

„Isusena kaljuza" - Die ausgetrocknete Schlammgrube - von Janko Polic Kamov (1886.-1910.) ist ein metatextueller Roman, der strukturell die Konventionen des literarischen Betriebs untergräbt und, in Vertretung, die Konventionen auf denen die Realität fußt. Charakteristisch an dieser Prosa ist der Gebrauch von konventionellen Elementen, die auf ihre mangelnde Eignung für die krisenbezogene und zwanghafte Erfahrung des Zustands der gesellschaftlichen Realität hinweisen, genauso wie sie mit den Erwartungen des Empfängers spielen.

Wir stellen Ihnen die ersten paar Kapitel aus der handschriftlichen Übersetzung von Igor Simonic vor.

Prosa

Dinko Telećan: Der Deserteur

Die ersten vier Kapitel (übersetzt von Hedi Blech-Vidulic) des kroatischen Romans Der Deserteur von Dinko Telećan.

Neues

14.11.2013 Lesung und Gespräch mit Jurica Pavičić und Robert Perišić in der Stadtbücherei Weimar

Donnerstag 14.11.2013 / 19.00 Uhr
Literaturrat Thüringen und Stadt Weimar

Stadtbücherei Weimar, Steubenstr. 1, Gewölbekeller


Moderation: Verena Nolte und Hana Stojić
Deutsche Lesung: Michael Wächter

Neues

Zeitgenössische kroatische Literatur in deutschen Literatureinrichtungen

Kroatien, das am 1. Juli 2013 Mitglied der EU wurde, wird sich im Herbst 2013 mit na brodu (an bord) - Literatur aus Kroatien in deutschen Literatureinrichtungen als Literaturland vorstellen.

Berichte

Podium Schwerpunktheft Kroatien

Von Gerald Jatzek, Wiener Zeitung

Die Zeitschrift Podium ist bekannt für die Schwerpunktausgaben zu den Literaturen Europas. Aus aktuellem Anlass wird in Heft 167/168 die kroatische Szene vorgestellt. Der österreichische Leser profitiert wie gewohnt von dem Blick über Sprach- und Landesgrenzen durch Entdeckungen, zu denen die Lyrikerin Ivana Simić Bodrožić und ihr Kollege Marko Pogačar ebenso zählen wie Dubravka Ugrešić,die den Leser mit sarkastischen Formulierungen erfreut. Slavenka Drakulić, die eine fein ziselierte Kurzgeschichte beisteuert, hat sich als Journalistin und Autorin auch hierzulande bereits einen Namen gemacht.

Berichte

Es gibt nichts, das nicht erzählt

Von Christina Böck, Wiener Zeitung

Die kroatische Literatur der Gegenwart: keine Kriegsbrille, etwas Jugo-Nostalgie, viel Autobiografisches

Ohne Bestellung geht nichts. Kroatien mag zwar in Kürze in der EU ankommen - in den Wiener Buchhandlungen ist es noch nicht so weit. Dabei hat Kroatien mit seinen über vier Millionen Einwohnern eine erstaunlich dichte Literaturszene vorzuweisen. Darauf hat schon die Leipziger Buchmesse vor fünf Jahren versucht, aufmerksam zu machen. An die 40 Autoren werden in andere Sprachen übersetzt - das ist für ein kleines Land eine beachtliche Menge.

Rezensionen

Verbannung als Chance - Renato Baretić entführt uns auf eine entlegene Adria-Insel

Mona Grosche, Neues Deutschland

»Zuerst kommt Erstchen, und dann, wenn Sie in Zweitchen anlegen, Wartet ein gewisser Toni auf Sie. Er fährt Sie mit einem Boot nach Drittchen!<< Niederschmetternder köinnte die Botschaft nicht sein, die der Politiker Siniša an einem öden Regentag erhält. Mit nur vier Taschen seiner Habe soll er zwei Jahre auf der am weitesten von der Küste entfernten Insel Dalrnatiens bleiben. Dort gilt es zu vollbringen, woran bereits sieben Vorgänger in den letzten zehn Jahren scheiterten: lokale Wahlen abhalten und eine Verwaltung errichten.

Autoren

Renato Baretić

Lyrik

Olja Savičević: Gedichte

Prosagedichte aus dem Band Mamasafari, übersetzt von Blažena Radas, erschienen in der Zeitschrift "Neue Rundschau".

Das Mittelmeer: Zimmer ohne Aussicht

Jurica Pavicic
Wespennest, Eurozine

In einer der bekanntesten Szenen des Romans A Room with a View von Edward Morgan Forster fährt die Protagonistin – die junge Engländerin Lucy Honeychurch – auf einem Pferdekarren, den ein junger Italiener lenkt, durch die Toskana. Unterwegs lässt der attraktive, dunkelhaarige Kutscher eine junge Frau aufsteigen, die er als seine Schwester vorstellt. Kurz darauf küssen sich die angeblichen Geschwister leidenschaftlich – zum Entsetzen der keuschen, edwardianischen Romanheldin mit ihren strengen Moralvorstellungen, die aufgewühlt wird durch das Erwachen ihrer erotischen Gefühle.

Neues

CULTURE SCAPES

Balkan 2013
Ab Sa 19. Oktober 2013 - Fr 13. Dezember 2013

Rezensionen

Wiener Festwochen: IN AGONIE

Wiener Festwochen / Volkstheater:
IN AGONIE (Die Glembays / Galizien / In Agonie) von Miroslav Krleža
Gastspiel des Residenztheaters München
Premiere: 23. Mai 2013

Neues

In Agonie im Residenztheater München

"In Agonie" lautet der Titel der dreiteiligen Inszenierung, die am 1. Juni um 17 Uhr im Residenztheater Premiere feiert. Die Trilogie besteht aus den Dramen "Die Glembays", "Galizien" und "In Agonie" von Miroslav Krleža. Weitere Vorstellungen finden im Juni und Juli statt.

news

»Der kroatische Gott Mars«

Ein Abend über Miroslav Krleža mit Ilma Rakusa und Miro Nemec

Literatur Haus München, Donnerstag, 13.6.2013, 20:00 Uhr

Ilma Rakusa widmet sich innerhalb unserer Reihe über das Jahr 1913 dem kroatischen Schriftsteller Miroslav Krleža in Lesung und Kommentar.

Texte des kroatischen Schriftstellers Miroslav Krleža werden am 13.6. von Ilma Rakusa vorgestellt, es liest der Schauspieler Miroslav Nemec.

Prosa

Renato Baretic, Der achte Beauftragte. Dittrich Verlag, Berlin 2013.

Der kroatische Nachwuchspolitiker Sinisa Mesnjak fällt einer Intrige zum Opfer. Um ihn aus der Schusslinie zu nehmen, versetzt der Premierminister ihn auf die abgelegene Adriainsel Drittchen. Dort wird er mit der Aufgabe betraut, eine funktionierende Lokalverwaltung und Wahlen zu organisieren. Eine Herausforderung an der zuvor schon sieben Beauftragte gescheitert waren. Der intrigante Machtmensch stößt mit seinem Vorhaben auf Unverständnis, welches noch verstärkt wird durch den eigenartigen Dialekt, den die Inselbewohner sprechen. Als Assistent steht ihm der ortskundige Tonino zur Seite. Sehr bald realisiert Sinisa, dass er es auf Drittchen mit einer Welt zu tun hat, die nach eigenen Gesetzen funktioniert.

Der Roman ist im Original bereits 2003 erschienen und wurde mit den wichtigsten kroatischen Literaturpreisen ausgezeichnet. Die deutsche Übersetzung stammt von der kroatischen Literaturwissenschaftlerin Alida Bremer.

Rezensionen

Renato Baretic: "Der achte Beauftragte"

Deutchlandradio Kultur, Besprochen von Martin Sander, 07.05.2013

Durch einen Skandal geschwächt wird der kroatische Nachwuchspolitiker Siniša Mesnjak auf eine Adriainsel versetzt. Dort soll er eine demokratische Selbstverwaltung einführen - was sich als fast unmöglich herausstellt. Renato Baretić liefert mit seinem Roman ein Meisterwerk satirischer Gesellschaftskritik.

Neues

Die Utopie von Demokratie

Im Mai dieses Jahres wird Zagreb zu einem Zentrum für linkes Denken und linken Diskurs rund um das Thema „Die Utopie von Demokratie” werden.

Diese Veranstaltung vereinigt ein themenbezogenes Filmfestival, die internationale Konferenz „Subversive Forum“ wie auch das „Balkan-Forum“ zu der über 40 Organisationen, Gewerkschaften und Einzelpersonen zusammenkommen werden.

Das „Subversive Forum“ bringt führende Intellektuelle und AktivistInnen zusammen, unter ihnen Slavoj Žižek, Rem Koolhaas, Tariq Ali, Bernard Stiegler und viele andere.

Neues

Marica Bodrožić - Die Autorin im Gespräch mit Moderatorin Elke Schlinsog

Radio Bremen, Samstag, 4. Mai 2013

Seit zehn Jahren lebt Marica Bodrožić in Berlin. Sie schreibt Gedichte, Erzählungen und Romane, die vielfach ausgezeichnet wurden. Ihre Kindheit verbrachte Marica Bodrozic in Dalmatien, heute im südlichen Kroatien gelegen.

Neues

Wiesbadener Literaturtage abwechslungsreich gestaltet

25.04.2013, Landeshauptstadt Wiesbaden, Press release


Wiesbadener Literaturtage abwechslungsreich gestaltet

Vom 2. bis 8. Juni lädt die Schriftstellerin Eva Demski, diesjährige Gastgeberin der Wiesbadener Literaturtage, zu einer Woche voller Lyrik ein.

Neues

Montagsfrühstück – Forum für strategische Langsamkeit

Podiumsdiskussion, Montag, 29.04.2013

09:00 - 11:00 Uhr
Literaturhaus am Inn, 10. Stock, Josef-Hirn-Str. 5, 6020 Innsbruck

Vortragende/r

Dragica Rajcic und Birgit Mertz-Baumgartner

panorama

Chancen von Sprache: Die Nürnberger Integrationskonferenz

Ausdruck und Verständigung im Fokus - 22.04.2013

Nürnberg - Das Thema "Sprache und Verständigung in einer vielfältigen Gesellschaft" stand im Mittelpunkt der 3. Nürnberger Integrationskonferenz am Samstag im Künstlerhaus. Einmal im Jahr treffen sich die Akteure der Integrationsarbeit in Nürnberg zu einem Gedankenaustausch.

Neues

Europa Erlesen“: Die Schriftstellerin Marica Bodrožić liest im Stadttor

www.nrw.de/23/04/2013

Die Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien teilt mit:

Berichte

Europäische Woche im Zeichen Kroatiens

von Frenk Didić

In Monheim am Rhein geht am 23. April die traditionelle Europa-Woche zu Ende, welche in diesem Jahr Kroatien als neuem Mitgliedsland der Europäischen Union gewidmet war. Die Präsentation kroatischer Kultur, Tourismus und Wirtschaft war Teil des Programms von „Kroatien Kreativ 2013". Schirmherren dieses Kulturprogramms sind die kroatische Kulturministerin Andrea Zlatar-Violić, der deutsche Staatsminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann und der Botschafter der Republik Kroatien in Berlin, Miro Kovač.

Prosa

Edo Popović: Im Schneesturm - Kurzgeschichte

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/de/Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: by-nc-nd/3.0/de/ Autor: Edo Popović für bpb.de

Rezensionen

Wer wird am Ende die Braut ?

www.vorablesen.de, 21. April 2013.


Nataša Dragnić: Immer wieder das Meer

Nataša Dragnić wurde 1965 in Split, Kroatien, geboren. Nach dem Germanistik- und Romanistikstudium in Zagreb schloss sie eine Diplomatenausbildung ab. Seit 1994 lebt sie in Erlangen und war viele Jahre als freiberufliche Fremdsprachen- und Literaturdozentin tätig. Für Ihre Kurzgeschichten und Essays erhielt sie Arbeits- und Aufenthaltsstipendien, und ihr Debütroman "Jeden Tag, jede Stunde" wurde mit dem IHK-Kulturpreis der Stadt Nürnberg in der Sparte Literatur ausgezeichnet. Das Buch war national wie international ein Bestseller; es erschien in rund 30 Sprachen. "Immer wieder das Meer" ist ihr zweiter Roman.

Neues

Europawoche: Lesung mit Renato Baretic

WOCHENPOST · DIENSTAG · 16. APRIL 2013

Kroatien ist Hauptthema bis zum 23. April

Im Rahmen der Monheimer Europa-Woche, die sich noch bis zum 23. April Kroatien widmet, liest der Schriftsteller Renato Baretic am Donnerstag, 18. April, in der Bibliothek, Tempelhofer Straße 13. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt frei. Renato Baretic stellt seinen Roman »Der achte Beauftragte« vor, der soeben im Berliner Dittrich-Verlag erschienen ist .

Neues

Renato Baretić liest im Rahmen der Monheimer Europawoche aus "Der achte Beauftragte"

KROATIEN KREATIV 2013

Dr. Alida Bremer; Kroatische Literaturwissenschaftlerin und Autorin, referiert über kroatische Literatur

Der Autor Herr Renato Baretić liest aus seinem im März 2013 erschienenen Roman „Der achte Beauftragte“.

Rezensionen

Die Zukunft der Proteste

Von Florian Schmid
Der Freitag (www.freitag.de)

Srećko Horvat: Nach dem Ende der Geschichte - vom arabischen Frühling zur Occupy-Bewegung

"Umbrüche Was wird aus Occupy und Indignados? Ein Interviewband zum globalen Aktivismus versammelt Perspektiven zeitgenössischer Denker"

Autoren

Srećko Horvat

Neues

Kroatien Kreativ 2013 in Düsseldorf:

LIGHTUNE.G – KONZERT UND PERFORMANCE DES KÜNSTLERDUOS BOJAN GAGIĆ & MIODRAG GLADOVIĆ

20. April 2013
Filmmuseum Düsseldorf, Schulstraße 4, 40213 Düsseldorf

Rezensionen

Zeit als radikal subjektive Größe

Von Bernadette Conrad
Wiener Zeitung

Lohnende literarische Entdeckungen: Die beiden kroatischen Schriftsteller Robert Perisic und Zoran Feric erzählen auf höchst unterschiedliche, aber packende Weise von ihrem Land.
Robert Perisics Roman bringt die Situation seines Landes hochintelligent, mit Witz und Ironie und souveränem Zusammenhangdenken bewegend auf den Punkt. Zoran Ferics Texte sind aufgeladen mit einer äußersten, oft katastrophischen Spannung, die aber ganz und gar im Persönlichen aufgeht.

Robert Perisic: "Unser Mann vor Ort". Roman. Leykam
Zoran Feric: „Das Alter kam am 23. Mai gegen 11 Uhr“. Roman. Folio Verlag

Interviews

Ein Interview mit Olja Savičević

Von Daniel Thalheim
www.l-iz.de

"Am besten fährt man mit dem Motorrad durch Kroatien und liest dann unter einem Baum oder Sonnenschirm „Lebt wohl, Cowboys“ oder einen anderen kroatischen Roman. So macht man sich womöglich das vollständigste Bild. Aber Scherz beiseite, „Lebt wohl, Cowboys“ ist kein Buch, das die Kroatische Tourismuszentrale empfehlen würde, und ich befürchte, es würde die Leute nur verschrecken. Aber andererseits erzählt es offen vom echten Leben, das in den Reiseprospekten nicht vorkommt."

Interviews

Ein Portrait des Dichters Marko Pogačar

Von Friederike Jacob
www.novinki.de

"Sein Erstling belebte mit seiner Gegenwärtigkeit, seinem eindrucksvollen Eklektizismus aus Alltäglichem und Ewigem, aus Geschichte und Gegenwart, und seiner expressiven Sprache die kroatische Lyrikszene. Pogačar stand, wie einer seiner Rezensenten schrieb, 'mit den Füßen auf der Erde und hielt den Kopf ins Weltall'."

Rezensionen

Der Weltuntergang kann warten

Von Sabine Berking
Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Je weiter man in diesem Buch liest, desto mehr wandeln sich die Worte zu Bildern, zu einem schön-schaurigen Film, wie ihn Regisseure der Nouvelle Vague, ein Chabrol oder Truffaut etwa, hätten drehen können, mit einem gealterten Michel Piccoli oder einer Jeanne Moreau in den Hauptrollen. Die Szenerie ist wahrlich filmreif, wobei wir nicht an der Côte d’Azur oder in Paris, sondern in Zagreb und an der kroatischen Adria sind."

Zoran Ferić: „Das Alter kam am 23. Mai gegen 11 Uhr“. Roman. Folio Verlag

Rezensionen

Roman voller Wut und Hoffnungslosigkeit

Edo Popovic: "Aufstand der Ungenießbaren", Luchterhand Verlag München, 196 Seiten

"Edo Popovic hat ein düsteres Szenario des künftigen Kroatiens gezeichnet: Die Reichen leben hinter einer großen Mauer. Alle, die stören, werden ausgeschlossen. Radikale Konsumkritiker kämpfen mit teils brutaler Gewalt gegen die Mächtigen an."

Von Martin Sander
www.dradio.de

Essay

Über ein paar gute Geschichten

EDO POPOVIĆ
www.literaturportal-bayern.de

'Viele Jahre sind seit dieser Übersetzung vergangen, in der Zwischenzeit ist allerlei geschehen, ich habe viele grässliche Dinge hinter mir (und viele schöne ebenso), und so hatte ich den Namen des Mannes, dessen Erzählungen ich seinerzeit übersetzt hatte, vollkommen vergessen.'

Autoren

Edo Popović

Prosa

Wonderland

Leseprobe aus „Wonderland“, einem Roman von MARINKO KOŠČEC, von Silvia Sladić übersetzt.

„Wonderland“ ist ein ironisches Portrait der kroatischen akademischen Welt, wie sie von einem 40-jährigen Literaturprofessor erlebt wird. Seine beruflichen und Familientraumas, Krise in der Lebensmittel und Phantasien über die Flucht aus dem Gefängnis seiner individuellen Existenz sind mit dem Kontext von Syndromen der Länder im Wandel verknüpft.
Dem Roman „Wonderland“ wurde 2003 der „VBZ“ Preis für das beste Roman-Manuskript erteilt.

Essay

Das Schlüsselwort lautet „Dialog“

ZORAN FERIĆ
www.literaturportal-bayern.de

Die zeitgenössische Literatur hat freilich einige Errungenschaften des Modernismus bewahrt, aber auch ihr starkes gesellschaftliches Interesse zeigt sich erneut. Und so pflegen die zeitgenössischen Schriftsteller aus unterschiedlicher Perspektive dieses gesellschaftliche Interesse: Jonathan Franzen die familiären Beziehungen im konkreten gesellschaftlichen Kontext, Ingo Schulze den Übergang in Russland und Deutschland, Jurij Andruchowytsch die gesellschaftliche Situation in der Ukraine, Andrej Nikolaidis die Besonderheit des montenegrinischen Kontextes, was Robert Perišić mit seinem Roman und seinen Erzählungen für Kroatien leistet.

Neues

Mare nostrum, Wien, 9. - 11. November 2012

Alte Schmiede / Theater Odeon, Taborstraße10,

Jurica Pavčić, Gordana Benić, Alida Bremer, Andriana Škunca, Abbas Beydoun, Mathias Énard, Aslı Erdogan, Andreas Fischer, Mario Fortunato, Joumana Haddad, Lamya Kaddor, Jan Koneffke, Davide Longo, Eyal Megged, Perikles Monioudis, Boualem Sansal,Ibrahim Abd al-Magid, Ibrahim al-Koni, Zeruya Shalev, Kaouther Tabai, Ilija Trojanow, Erhan Altan, Hartmut Fähndrich, Christine Lötscher, Aladdin Sarhan, Robert Reinagl

Autoren

Maša Kolanović

Maša Kolanović, geboren 1979 in Zagreb, Studium der Literaturwissenschaft, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Zagreb.

Underground Barbie (2012 Prospero • Aus dem Kroatischen von Patricia Fridrich)

Rezensionen

Zwischen Schein und Wirklichkeit

"Erschreckend und gleichzeitig grotesk beschreibt Maša Kolanović, wie sie ihre Kindheit zwischen Barbie-Scheinwelt und ständiger Kriegsbedrohung erlebt hat."
Von Kathrin Plett, belletristik-couch.de
Kolanović, Maša: Underground Barbie (2012 Prospero)

Rezensionen

Das Leben mit feindlichen Augen betrachten

"Damit ist das Buch und diese Kindheit im Krieg noch lange nicht zu Ende, die Barbie-Farce wird immer schriller, unheimlicher, perverser."
Von Werner Schuster, www.eselsohren.at

Prosa

Diese Handvoll Sand

MARINKO KOŠČEC
Auszug aus dem Roman "Diese Handvoll Sand"
Eine weibliche und eine männliche Stimme erzählen rückblickend aus ihrem Leben. Lyrische und satirische, tragische und komische, philosophische und erotische Elemente verflechten sich zu einem äußerst geistreichen und scharfsinnigen Panorama unserer Gegenwart.
Aus dem Kroatischen von Silvia Sladić

Autoren

Nenad Popović

Autoren

Marko Pogačar

Neues

Perišić, Wien, 25. November

Lesung Robert Perišić: "Unser Mann vor Ort"
Termin: 25. November 2012, 14.30 Uhr
Ort: Literaturcafé, Messe Wien, Halle D, 1020 Wien

Lesung und Buchpräsentation

Robert Perišić beschreibt in seinem Roman ein authentisches Bild Kroatiens. In ironisch-sarkastischer Direktheit zeigt er uns sein Heimatland im Übergang: Bankenkrise, persönliches Gewinnstreben, Karriere versus Ideale, Macht der Medien, Drogen, Sex und Subkultur – eingebettet in eine Liebesgeschichte ohne Illusionen und gewürzt mit dubiosen Berichten von der Irak-Invasion.

Moderation: Moderator der FM4-Bühne
Am Podium: Robert Perišic /Kroatien
Sonja Romei, Schauspielerin

Neues

Ferić, Wien, 22-23. November

Donnerstag, 22. November
Wien, Alte Schmiede, Schönlaterngasse 9

Lesung Zoran Ferić: „Das Alter kam am 23. Mai gegen 11 Uhr“
Ferics großer Roman – frech, sarkastisch und weise erzählt.
***************

Freitag, 23. November 2012, 15.30 Uhr
Wien, Literaturcafé, BuchWien, Halle D, Messegelände, Trabrennstraße (U2 Station Krieau)

Lesung Zoran Ferić: „Das Alter kam am 23. Mai gegen 11 Uhr"

Zoran Ferić liest im Rahmen der BuchWien aus seinem neuen Roman „Das Alter kam am 23. Mai gegen 11 Uhr".
****************

Freitag, 23. November 2012, 20 Uhr
Kroatisch Minihof/Mjenovo, Zweisprachige Bibliothek, Gemeindehaus, Hauptstraße 36

Lesung Zoran Ferić: „Das Alter kam am 23. Mai gegen 11 Uhr"

Mit Leichtigkeit und Witz streift Ferić alle Seiten des Lebens – Glück, Liebe, Leid, Alter und Vergänglichkeit.

Autoren

Zoran Ferić

Interviews

Hotel Nirgendwo

Titel kulturmagazin

In ihrem preisgekrönten Roman Hotel Nirgendwo erzählt die kroatische Schriftstellerin IVANA BODROZIC von ihrem Leben in einem Flüchtlingslager während des Kroatienkriegs. Humorvoll und authentisch beschreibt sie ihre Kindheit und das Erwachsenwerden in Zeiten des Krieges. BETTINA GUTIERREZ hat mit der Autorin gesprochen.

Rezensionen

Vertrieben im eigenen Land

Die kroatische Autorin Ivana Bodrožić erzählt von einem jungen Mädchen zwischen Vertreibung und Pubertät

Von Beat Mazenauer, literaturkritik.de

Prosa

Der Mohnsamen

NEVEN UŠUMOVIĆ
Erzählung aus dem Band „Der Mohnsamen“
Aus dem Kroatischen von Blažena Radas.

"Ušumović ist Autor einer völlig eigenartigen, erstaunlichen, halluzinatorischen Prosa, die Ihnen wie feiner Sand unter die Haut geht, direkt ins Gehirn, und sich dort ablagert, unauslöschlich wie Heroin in der Seele eines Süchtigen." - Teofil Pančić (Vreme).

Rezensionen

Das Grauen und hohe Unkosten - Robert Perišić

Jagna Pogačnik (Jutarnji list)

Prosa

Lebt wohl, Cowboys

OLJA SAVIČEVIĆ
Auszug aus dem Roman, erschienen 2010 im Verlag Voland & Quist. Aus dem Kroatischen von Blažena Radas.
»Savičević erzählt in einer hoch poetischen, sinnlichen Sprache voller geheimnisvoll glühender Bilder.«
(Berliner Zeitung)

Prosa

Schwuchteln

OLJA SAVIČEVIĆ

Erzählung aus dem Band „Augustschnee“, erschienen 2008 im Verlag Voland & Quist.
Aus dem Kroatischen von Blažena Radas

Prosa

Drei

DRAGO GLAMUZINA - Auszug aus dem Roman „Drei“
Aus dem Kroatischen von Klaus Detlef Olof

"Beeindruckend und unvergesslich, wie hier Leidenschaft, Eifersucht, Untreue und Hingebung schonungslos, forensisch präzise seziert werden"- Jadranka Pintarić (Vijenac).

Autoren

Drago Glamuzina

(Cotro Literary Agency)

Lyrik

Marko Pogačar: ES IST SCHÖN

"Dabei hält Pogacar die Balance zwischen Moll-Tönen und Aberwitz, irritiert mit absurden alternativen Logiken und dem ironischen Hinterfragen überkommener Werte. Als Kind der Zeit nutzt beim Schreiben von Gedichten das Muster der unendlichen Verknüpfungen im Netz."
Dorothea von Törne

Prosa

Der Schlangentöter

JURICA PAVIČIĆ
Ein Auszug aus der Erzählung „Der Schlangentöter“, dem Band „Straßenpatrouille“ (2008) von Jurica Pavičić entnommen.

Prosa

88. Minute

JURICA PAVIČIĆ
Der Roman 88. Minute (2002) von Jurica Pavičić spielt im Spliter Fußballmilieu. Sport ist für viele Menschen in der von sozialen Problemen zerrissenen Stadt eine letzte Bastion des Stolzes, und die Spieler des Klubs werden wie Helden verehrt. Aber die glorreichen Tage des Vereins sind längst vergangen, und gewinnsüchtige Manager, zwielichtige Geschäftsleute und machtbesessene Lokalpolitiker unterwandern mittlerweile die traditionelle Vereinskultur und ihre sportlichen Ideale.

Prosa

Sonnenschein

DAŠA DRNDIĆ
Auszug aus dem Roman „Sonnenschein“
Aus dem Kroatischen von Alida Bremer
"Die Erkenntnis des Schmerzes wird zur einzigen möglichen Erkenntnis – die Werke von Daša Drndić nehmen ein durch die Tatsache, dass diese Maxime nicht ausgesprochen, sondern immerfort erzählt wird." - Alida Bremer.

KM Extensions

Moderna Galerija: Moderne Kunst in Zagreb

Wenn man moderne Malereien und Skulpturen mag und wissen möchte, was für Werke kroatische Künstler vom 19. bis zum 21. Jahrhundert erschaffen haben, sollte man auf einem Städtetrip nach Zagreb die Moderna Galerija besuchen.

Berichte

Museum der zerbrochenen Beziehungen

Ein Museum in Zagreb zeigt, was von der Liebe übrig blieb.

Essay

Ivo Frangeš: Die Stellung des Dialektes in der Kroatischen Literatur

Der Grundwortschatz des Standardkroatischen besteht ebenso wie derjenige der kroatischen Dialekte überwiegend aus Erbwörtern gemeinslawischer Herkunft. Auf dialektaler Ebene gibt es deutliche Unterschiede im Erbwortschatz zwischen den štokavischen, čakavischen und kajkavischen Varietäten, jedoch überwiegen insgesamt die Gemeinsamkeiten. Der Grundwortschatz des Standardkroatischen ist weitgehend štokavischer Herkunft.

Der Lehnwortschatz der kroatischen Dialekte unterscheidet sich regional stark: im Küstenraum gibt es viele Entlehnungen aus dem Dalmatischen und Italienischen, im nördlichen Landesinneren aus dem Ungarischen und Deutschen, in allen ehemals osmanischen Gebieten aus dem Türkischen.

Der Aufbauwortschatz des Standardkroatischen ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Bestrebens, neue (Fach-)Begriffe fremdsprachiger, vor allem lateinischer Herkunft mit den Mitteln des Slawischen wiederzugeben. Dieses begann im Mittelalter im Kroatisch-Kirchenslawischen, setzte sich in der frühen Neuzeit in den regionalen Schriftsprachen und ihren Lexikographien fort und fand eine offizielle Kodifizierung in den maßgeblich am tschechischen Vorbild orientierten Werken des standardkroatischen Lexikographie des 19. Jahrhunderts. Ein großer Teil der im Laufe der Jahrhunderte geprägten Neologismen ist zwar wieder verschwunden oder von Anfang an nie über die Werke seiner Urheber hinausgelangt, ein anderer Teil ist jedoch zu einem festen Bestandteil der kroatischen Standardsprache geworden.

Rezensionen

Epochal: Miroslav Krlezas fünfbändiger Mammut-Roman "Die Fahnen"

Als Martin Kusej 2013 bei den Wiener Festwochen die Trilogie „In Agonie“ von Miroslav Krleza präsentierte, war dies für viele die erste Begegnung mit diesem kroatischen Autor. Sein fünfteiliger Roman „Die Fahnen“, dessen erste deutsche Übersetzung nun im Wieser Verlag erschienen ist, behandelt ebenfalls den Ersten Weltkrieg samt Vorgeschichte und Auswirkungen. Ein gewaltiges, imponierendes Werk.

Autoren

Ivan Kozarac

Der kroatische Schriftsteller Ivan Kozarac erschien in der Literatur im Jahr 1902 mit dem Gedicht in der Zeitung. In den acht Jahren seiner literarischen Tätigkeit (1902-1910) schrieb er etwa 60 Gedichte, 40 Kurzgeschichten und Novellen, den Roman und eine Autobiografie.
Der Roman "Đuka Begović" ist seine literarische Spitzenleistung.

Lyrik

Hanibal Lucić: Lyrik

DIE ÄLTERE KROATISCHE LITERATUR

Hanibal Lucić (* um 1485 in Hvar; † 14. Dezember 1553 in Venedig) war einkroatischer Schriftsteller der Renaissance. Der Sohn wohlhabender und entsprechend einflussreicher Eltern war als Richter und Rechtsanwalt tätig und verbrachte die meiste Zeit seines Lebens auf seiner Heimatinsel Hvar. Ein Großteil seiner Werke (vor allem der frühen) ist nicht erhalten, da er sie verwarf und vernichtete.
Das bekannteste und am weitesten rezipierte Werk von Lucić ist Robinja (Die Sklavin), das erste weltliche Schauspiel in der kroatischen Literatur überhaupt. Es wurde, zusammen mit Versen Lucićs, 1556 in Venedig veröffentlicht, also erst nach seinem Tod, erlebte jedoch bis in jüngste Zeit etliche Ausgaben. Im Mittelpunkt dieses eher „handlungsarmen“ und streckenweise „weitschweifigen“ Liebesdramas stehen der Aristokrat Derenčin und eine in Budapest von Türken geraubte Schöne, die er auf dem Sklavenmarkt vonDubrovnik trifft. Am Ende wird sie seine Braut. Auch in seinen Liedern kreiste Lucić vorwiegend um das Thema Liebe. In allen Werken Lucićs vereinten sich italienische Einflüsse (Francesco Petrarca, Pietro Bembo) mit seiner Leidenschaft für die Alltagssprache kroatischer Bauern und Schafhirten. Sie hinderte ihn freilich nicht daran, seine in den Jahren 1510–1514 gegen die venezianischen Beherrscher Hvars rebellierenden Landsleute einen „Haufen von Dummköpfen“ zu nennen.

Prosa

Mirko Božić: Körper und Geister (Fragment aus dem Roman)

Mirko Božić (1919 - 1995) war ein kroatischer Schriftsteller. Božić war ein ebenso begabter Dramatiker wie Prosaist der Nachkriegszeit. Er verfasste auch Drehbücher und Hörspiele. Es existieren nur wenige Übersetzungen ins Deutsche.

Der Text ist ursprünglich in der Literaturzeitschrift Most/The Bridge (Heft 3, 1981) erschienen.

Rezensionen

Miroslav Krležas Werk im lichte der Französischen Kritik

Bisher wurden sechs Werke Miroslav Krležas ins Französische übersetzt, und zwar: „Beisetzung in Theresienburg“ (Novellen, Edition de Minuit, in der Übersetzung von Antun Polanšćak mit einem Vorwort von Léon Pierre Quint, Paris 1956), „Die Rückkehr des Filip Latinovicz“ (Roman, herausgegeben von Calman, Lévy, in der Übersetzung von Mila Đorđević und Clara Malraux, Paris 1957), „Das Bankett von Blitwien“ (Roman, herausgegeben von Calman-Lévy, in der Übersetzung von Mauricette Beguitch, Paris 1964). „Ohne mich“ (Roman, Edition De Seuil, übersetzt von Janine Matillon, Paris 1969), „Der kroatische Gott Mars“ (Novellen, herausgegeben von Calman-Lévy, übersetzt von Janine Matillon und Antun Polansćak, Paris 1971). „Die Balladen des Petrica Kerempuch“ (Edition Presse Orientales de France, übersetzt von Janine Matillon, Paris 1975).
Sie alle haben eine warme Aufnahme gefunden. Wir bringen hier einige Auszüge aus Rezensionen (Maurice Nadeau, Léon Pierre Quint, Claude Roy, Marcel Schneider und andere), die das Werk Krležas auf jeweils verschiedene Art und Weise beleuchten.
Maurice Nadeau widmet (u. d. T. „Ein großer jugoslavischer Schriftsteller“) im „France Observateur“ vom 20. Juni 1956 eine ganze Seite dem Erscheinen der Novellensammlung „Beisetzung in Theresienburg“. Daraus einige charakteristische Passagen: Für viele wird die Novellensammlung „Beisetzung in Theresienburg“ zu einer wirklichen Offenbarung werden...

Der Text ist ursprünglich in der Literaturzeitschrift Most/The Bridge (Heft 3-4, 1979) erschienen.

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