Lyrik

Volkslieder

Ein wesentlicher Aspekt der europäischen Kultur als Gesamtheit ist das schöpferische Innovationsvermögen der sogenannten „kleineren Völker“, die im bewussten Kulturschaffen, zur Verteidigung der eigenen Identität, gegen die quantitativ stärkeren Nationen kulturell produktiv, kreativ und innovativ werden müssen.

Alle Vertreter kleinerer Nationen bringen ihre spezifische Gefühlswelt, ihr spezifisches Erleben des Seins und der Welt in die gesamteuropäische bzw. in die Weltliteratur.

Volksdichtung ist die Sammelbezeichnung für vorwiegend mündlich tradierte Texte, die nach romantischer Vorstellung den „Volksgeist“, beziehungsweise dessen dichterische Weltsicht verkörpern. Zur Volkspoesie zählen neben den einfachen Formen auch epische (Volkserzählung), dramatische (Volksschauspiel) und lyrische Gattungen (Volkslied). Formale Charakteristika der Volkspoesie sind u. a. die schmucklose Sprache, die typisierte Darstellung von Personen und Ereignissen und der Verzicht auf Individualisierung und Reflexion; inhaltlich werden häufig archetypische, allgemein menschliche Themen (z. B. Liebe, Kampf, mythische Natur- und Weltdeutung) behandelt. Die literaturwissenschaftliche und volkskundliche Forschung befasst sich heute weniger mit der Frage nach dem Ursprung der Volkspoesie als mit der literarischen Typik, sowie der sozialgeschichtlichen und tiefenpsychologischen Funktion der überlieferten Texte und Gattungen.

Folklore kann religiöse oder mythologische Elemente enthalten, befasst sich aber normalerweise mit den profanen Überlieferungen des täglichen Lebens. Sie vereint häufig das Reale und das Übersinnliche in einem erzählerischen Miteinander. Andererseits kann Folklore für eine Darstellung verwendet werden, die keinen theologischen oder erbaulichen Inhalt hat, sondern nützliche weltliche Überlieferungen in der Art von Regeln oder Rezepten. Diese weltliche Überlieferung kann Elemente des Fantastischen aufweisen (wie Magie, übernatürliche Wesen oder personifizierte Gegenstände).

Die Bugarštica ist eine der beiden Versformen in der oralen epischen Dichtung der Südslawen. Der Begriff ist der bulgarischen Bezeichnung für pastorale Hirtengesänge entlehnt. Allgemein stellt die Bugarštica, anders als der daraus abgeleitete Deseterac, ein ausgestorbenes episches Medium im Volksliedschaffen in der kroatischen Sprache dar und fällt literaturwissenschaftlich zwischen Philologie und Mediävistik. Die letzten Dichtungen der Bugarštica werden überwiegend auf das 18. Jahrhundert datiert.

Die Bugarštica entstammt einem feudalen Kontext, der sich, nach der osmanischen Eroberung und der Auslöschung des christlichen Adels, nur in Textform überliefern und so eine Zeitlang in der urbanen Umgebung der dalmatinischen Städte überdauern konnte. Damit unterscheidet sie sich von der weitverbreiteten Volksdichtung im Deseterac.



  

Mares Krone

 

Fleht Zum Winde Apfelslinchen,

dass er ihr nicht bräch die Äste:

„Brich mich nicht, o Wind, du linder,

die ich, jung schon, Früchte trage:

Jeder Zweig drei Apfelsinen

und zu viert gar an den Enlden.“

Setzt ein Falke sich aufs Bäumchen,

Wasser tropft aus seinem Schnabel,

blickt hinüber auf die Wiese,

wo die jungen Mädchen tanzen,

mitten drin die schöne Mare.

Weht heran ein Wind, ein linder,

Linder Wind aus der Levante,

trägt von dannen Mares Krone.

Und es spricht die schöne Mare:

Ajme, wehe, meine Krone!

Wer sie mir wird wiederbringen,

dessen Liebste will ich werden.“

Suchten viele Mares Krone:

zwei von Bakar, zwei von Rijeka,

sucht sie auch ein Mohr, ein schwarzer.

Alle Bächlein leergeschöpfet,

alle Steine umgeschichtet,

alle Gräslein abgeschnitten -

fanden nicht der Mare Krone.

Und dann fand ein kleiner, kleiner

schwarzer Mohr der Mare Krone.

Doch es sprach die schöne Mare:

„Will die Krone lieber missen,

als den schwarzen Mohren küssen!“

 

 

Das lose Mägdelein

 

„O du mein loses Mägdelein,

knöpf bis zum Hals zu die Knöpfelein,

dass ich deine Brüste nicht sehen muss,

und mich die Begier nicht überkommt!

 

Deine Brüste haben mir’s angetan,

dass ich mein schwarzes Pferd beschlug,

dass die Glefährten ich verliess,

dass ich verliess auch meinen Herrn.

 

Du aber, loses Mägdelein,

nimm deinen Eimer auf den Kopf,

nimm in die Hand dein Eimerlein,

lass uns um Wasser beide gehn

dort hinten durch den grünen Hain

hinauf zu jenem kühlen Quell.“

 

Um Wasser gingen zusammen die zwei

dort hinten durch den grünen Hain

hinauf zu jenem kühlen Quell.

 

Da sprach zum Jungen das Mägdelein:

„Komm, lass uns schlafen Seit an Seit

dort hinten in dem grünen Hain!“

Da schrie laut auf der junge Held:

„Wo wir doch gar zu jung noch sind

und wo wir gar zu töricht sind!

Wir werden verschlafen das Morgenrot,

dass uns die Mutter schelten wird.“

 

Da schrie das Mägdlein auf und sprach:

„Hab ja im Busen ein Vögelein,

auch du hast deinen Vogel klein,

sie werden uns wecken noch vor Tag,

dass wir nicht verschlafen das Morgenrot,

dass uns die Mutter nicht schelten mag.“

 

Sie gingen und schliefen Seit an Seit

dort hinten in dem grünen Hain.

Im Morgenrot sind sie nicht erwacht,

sie spielten zusammen die ganze Nacht.

Gescholten hat das Mütterlein:

„Was habt ihr getrieben denn so lang,

was habt ihr getrieben im grünen Hain?“

 

 

Königssohn Marko und sein Bruder Andrijaš

(Bugaršćica)

 

Lebten einst zwei arme Männer lang in brüderlicher Eintracht,

lebten lang in schöner Eintracht, Ifiebten sich in schöner Eintracht,

friedlich teilten sie die Beute, schieden friedlich voneinander,

und wenn friedlich sie geschieden, strebten wieder zueinander.

Eines Tags, da sie erbeutet gute Heldenrosse drei, die beiden Armen,

hatten schön sie sich geeinigt über zwei der guten Rosse,

Um das dritte aber konnten nicht die beiden einig werden,

so dass sie in Zorn gerieten und gar weidlich sich beschimpften

Jenes aber, liebe Leute, waren keineswegs zwei Arme;

einer war der Ritter Marko Kraljević, der Sohn des Königs,

und der andre war sein Bruder Andrijaš, zwei junge Fürsten.

Zückte Marko seinen Säbel, hellen Säbel, blank vergoldet,

und hieb Andrijaš, dem Bruder, mitten in das Herz hinein.

Sank der wunde Andrijaš auf des Bruders rechten Arm

und hub an, den Fürsten Marko, seinen Bruder, zu beschwören:

„Könnte ich doch, Bruder Marko, eines nur von dir erbitten:

zieh mir nicht den blanken Säbel aus dem Herzen, lieber Bruder,

ehe ich dir nicht zwei Worte oder drei hab aufgetragen:

so du kommen wirst, o Marko, heim zu unsrer Heldenmutter,

tu ihr nicht das Unrecht an, ihren Beuteteil zu schmälern,

sollst auch meinen Anteil geben unsrer Mutter, Bruder Marko,

alldieweil sie niemals wieder ihn von mir erhalten wird!

Sollt’ dich aber, Ritter Marko, unsre Mutter also fragen:

„“Warum ist denn voller Blut, lieber Sohn, dein guter Säbel?““

Sage ihr dann, lieber Bruder, nicht die ganze schlimme Wahrheit,

denn du darfst mir nicht betrüben unsre Mutter, keineswegs,

darum sag es unsrer lieben Heldenmutter solcherart:

„“Nur ein stilles Hirschlein, Mutter, war mir in den Weg gelaufen,

keines wollt vom Wege weichen, unsre liebe Heldenmutter;

es nicht mir und ich nicht ihm.

Und so kam es, dass ich zückte meinen blanken Heldensäbel,

und ich traf das stille Hirschlein mitten in sein Herz hinein.

Wie’s dann dort am Wege rang, seine Seele aufzugeben,

war es mir so lieb geworden wie ein leiblich Brüderlein.

Könnt ich’s ungeschehen machen, nimmermehr hätt ich’s getötet.““

Wird dich aber, Bruder Marko, unsre Mutter weiter fragen:

„“Und wo blieb denn, Ritter Marko, dir dein Bruder Andrijaš?““

Sage, Bruder, unsrer Mutter keineswegs die ganze Wahrheit!

Sag, es sei der Held geblieben, liebste Mutter, in der Fremde,

wo es ihm so süss und wohl, dass er sich nicht lösen könne,

denn er hat dort liebgewonnen, liebe Mutter, diese Jungfrau.

„“Aber seit er liebgewonnen, liebe Mutter, diese Jungfrau,

wollt er nimmer mit mir ausziehn, kämpfen nicht an meiner Seite,

noch mit mir die Beutle teilen.

Hat gebraut zum Trank die Jungfrau viele unbekannte Kräuter,

gab dem Helden auch zu trinken von dem Weine des Vergessens,

kannst nicht hoffen, liebe Mutter, dass er bald dir wiederkehre.““

Wenn dich in den schwarzen Bergen bose Räuber überfallen,

Fürchte dich nicht, Bruder Marko, rufe dann mit lauter Stimme,

rufe schallend meinen Namen, deines Bruders Andrijaš,

ob du auch dann, lieber Bruder, wirst vergebens nach mir rufen,

alsogleich die Recken alle werden auseinanderstieben,

wie sie stets seit eh und je, Bruder, auseinanderstoben,

so sie meinen Namen hörten, die verfluchte Räuberbande,

dass du deine liebe Schar dann in Freuden wiedersiehst,

der du mich ganz ohne Schuld, deinen Bruder, totgeschlagen.“

 

 

Sterbender Held

 

In den schwarzen Bergen

brennt ein glühend Feuer,

stehn zwölf junge Helden

um das Lagerfeuer.

Spricht der Helden einer:

„Wisset, ich muss sterben,

vor den Herrgott gehen,

Red und Antwort stehen.

Grabt mir in der Erden

bei Sankt Veit die Gruben

tief wie eine Flinten,

breit als wie ein Säbel.

Sollt darein begraben

meinen Leib voll Sünden.

Nur den Arm, den einen,

lasst mir draussen stehen.

Sollt daran mir binden

meinen treuen Rappen,

mag er um mich weinen,

wenn nicht weint mein Mädel.“

 

 

Lied vom Steuerlein

 

Kam die Herrschaft überein,

dass sie hebt die Steuer ein.

Kommen alle Bäuerlein,

bringen ihre Steuerlein,

geben sie der Herrschaft her.

Einer nur kam hinterdrein:

„Guten Morgen wünsch ich, Herr...“

„Nicht wird gut dein Morgen sein,

fehlt dir was vom Steuerlein!“

„Nur ein Kreuzer - bitt Euch, Herr,

Wollt erlassen mir in Huld

oder stunden meine Schuld!“

„Nicht will stunden ich in Huld

noch erlassen dir die Schuld!

Werf dich ins Verlies hinein

auf ein Jahr, mein Bäuerlein!“

Ruft der Herr der Knechte drei:

„Kommt herbei, ihr Knechte drei,

werft den Bauer ins Verlies!“

Und es kommen Knechte drei,

führen weg das Bäuerlein

hinters Kerkermäuerlein.

Dann vergass die Herrschaft sein:

aus den Augen, aus dem Sinn...

Gingen Jahr und Tag dahin,

setzt der Herr sich hin zum Mahl,

packt ihn jäh ein kalter Schreck,

legt der Herr den Löffel weg,

sieht durchs Fenster aus dem Saal,

wo die Böcke heimwärts ziehn,

wie ein Bock den andern spiesst:

hoch die Hörner - Stoss auf Stoss

gehn sie aufeinander los.

Ruft der Herr der Knechte drei:

„Kommt herbei, ihr Knechte drei!

Lasst uns in den Kerker gehn,

lasst uns nach dem Bauern sehn!“

Und sie steigen ins Verlies,

und sie sehn das Bäuerlein

hinterm Kerkermäuerlein:

ist nicht wach und schläft auch nicht,

auf dem Stein liegt sein Gebein,

jedes Bein für sich allein,

und auf jedem brennt ein Licht.

An der Tür ein Engel steht...

Da bereut der Herr zu spät -

denn er gab die Seele sein

für ein blankes Kreuzerlein.

 

 

 

Einer Schönen bin ich jüngst begegnet

 

Einer Schönen bin ich jüngst begegnet,

hat sich lächelnd nach mir umgewendet,

und mich dünkt, sie wollt die Meine werden.

Werben will ich - doch es wehrt die Mutter,

will sie rauben - doch die Brüder wachen.

Mandelbäumchen wächst; vorm Haus der Liebsten,

klettern werd ich auf des Baumes Äste,

zwitschern Will ich wie mit Schwalbenzungen,

klagen will ich mit des Kuckucks Klage,

um das Herz der Mutter zu erweichen,

dass die Tochter sie mir gibt zu eigen.

 

 

Klagelied der Mutter Margarita (Bugaršćica)

 

Zwitscherte so herzzerreissend kleiner Vogel Schwalbenweibchen,

jener kleine Vogel;

zwitscherte so herzzerreissend kleiner Vogel Schwalbenweibchen

zwitschert zirpend seine Klage vor den Toren der Stadt Zadar

jener kleine Vogel;

zwitschert zirpend seine Klage vor den Toren der Stadt Zadar.

Zwitschernd hat der kleine Vogel vor den Toren sich verspätet,

jener kleine Vogel;

zwitschernd hat der kleine Vogel vor den Toren sich verspätet,

da die Sonne ihn verliess, heisse Sonne schon im Westen,

jenen kleinen Vogel;

da die Sonne ihn verliess, heisse Sonne schon im Westen

und es fand ihn unvermutet heller Mondschein aus dem Osten.

jenen kleinen Vogel;

und es fand ihn unvermutet heller Mondschein aus dem Osten:

Doch es war kein Schwalbenweibchen, das da zwitschert seine Klage

jener kleine Vogel;

doch es war kein Schwalbenweibchen, das da zwitschert seine Klage.

sondern eine greise Mutter, Ivans Mutter Margarita,

Mutter Margarita;

sondern eine greise Mutter, Ivans Mutter Margarita.

Und die Mutter rief vergebens nach dem Sohn und nach dem Bruder,

Mutter Margarita;

und die Mutter rief vergebens nach dem Sohn und nach dem Bruder.

Da begegnet ihr lustwandelnd eine Vila aus den Bergen,

eine weisse Vila.

Da begegnet ihr lustwandelnd eine Vila aus den Bergen,

und die Vila aus den Bergen also sprach zu Ivans Mutter,

Mutter Margarita;

und die Vila aus den Bergen also sprach zu Ivans Mutter:

warum klagst du denn so sehr, greise Mutter, Ivans Mutter,

Mutter Margarita?

Warum klagst du denn so sehr, greise Muter, Ivans Mutter?

Welches Leid hat dich ereilt, bittre Tränen zu vergiessen,

Mutter Margarita?

Welches Leid hat dich ereilt, bittre Tranen zu vergiessen,

und es sprach die greise Mutter, klagt ihr Leid der weissen Vila,

Mutter Margarita;

und es sprach die greise Mutter, klagt ihr Leid der weissen Vila:

Lass in Frieden mich, o Vila, mög der Kummer von dir lassen,

Vila aus den Bergen;

Lass in Frieden mich, o Vila, mög der Kummer von dir lassen,

zwiefach Kummer trage ich, bittre Wunden nie verwunden,

Wahlschwester Vila.

Zwiefach Kummer trage ich, bittre Wunden nie verwunden.

Hatt' ich Arme einst gehabt Petar, meinen jungen Bruder,

Wahlschwester Vila.

Hatt' ich Arme einst gehabt Petar, meinen jungen Bruder,

und den Ivan, den ich nährte, lieben Sohn, an meinem Herzen,

meinen kleinen Knaben;

und den Ivan, den ich nährte, lieben Sohn, an meinem Herzen.

Doch als ich sie dann zu Rittern alle beide aufgezogen,

Wahlschwester Vila!

Doch als ich sie dann zu Rittern alle beside aufgezogen,

eine Botschaft kam aus Osten von der lichten Morgenröte,

Wahlschwester Vila!

Eine Botschaft kam aus Osten von der lichten Morgenröte,

beide hab ich ausgerüstet, liess ins Morgenland sie ziehen,

Mutter Margarita.

Beide hab ich ausgerüstet, liess ins Morgenland sie ziehen.

Seither weiss ich nichts von ihnen, ob sie leben, ob sie tot sind,

Wahlschwester Vila!

Seither weiss ich nichts von ihnen, ob sie leben, ob sie tot sind.

Zeichen schlimmer Vorbedeutung wiesen sich mir armen Mutter,

Mutter Margarita;

Zeichen schlimmer Vorbedeutung wiesen sich mir armen Mutter,

kam ein Rabe angeflattert ob den Zinnen der Stadt Zadar,

jener schwarze Vogel;

kam ein Rabe angeflattert ob den Zinnen der Stadt Zadar,

seine schwarzen Rabenschwingen waren ganz mit Blut gesprenkelt

jenes schwarzen Vogels;

seine schwarzen Rabenschwingen waren ganz mit Blut gesprenkelt.

Ich beschwor ihn, arme Mutter, nannt’ ihn Bruder und Gevatter,

diesen Unglücksvogel;

ich beschwor ihn, arme Mutter, nannt’ ihn Bruder und Gevatter:

Deut mir, Rabe, diese Zeichen, künde mir die ganze Wahrheit,

Vogel Unglücksbote;

deut mir, Rabe, diese Zeichen, künde mir die ganze Wahrheit,

dann will ich, bei meinem Glauben, arme Mutter, dir geloben,

diesem schlimmen Vogel;

dann will ich, bei meinem Glauben, arme Mutter, dir geloben,

dass ich dir in meinen Tränen deine müden Schwingen bade,

diesem schlimmen Vogel;

dass ich dir in meinen Tränen deine müden Schwingen bade.

Doch der Rabe wollte nicht auf mich arme Mutter hören,

dieser schlimme Vogel;

doch der Rabe wollte nicht auf mich arme Mutter hören,

und der Rabe flog davon in den Wald der schwarzen Berge,

dieser schlimme Vogel.

Und der Rabe flog davon in den Wald der schwarzen Berge,

liess mich Mutter hier zurück, bittre Tränen zu vergiessen,

Mutter Margarita;

liess mich Mutter hier zurück, bittre Tränen zu vergiessen.

Da hub an die weisse Vila und sie sprach zur greisen Mutter,

Vila aus den Bergen;

da hub an die weisse Vila und sie sprach zur greisen Mutter:

Eines will ich, greise Mutter, Gott zuliebe dich befragen,

Mutter Margarita;

eines will ich, greise Mutter, Gott zuliebe dich befragen:

würden deine beiden Lieben jetzt im Türkenkerker schmachten,

Mutter Margarita;

würden deine beiden Lieben jetzt im Türkenkerker schmachten,

was gäbst du als L6s.egel<d, um sie beiide loszukaufen,

Muitter Margarita?

Was gäbst du als Lösegeld, um sie beide loszukaufen?

Sagte Mutter Mangarita und sie sprach zur weissen Vila,

Vila vom Gebirge;

sagte Mutter Margarita und sie sprach zur weissen Vila:

würden meine beiden Lieben jetzt im Türkenkerker schmachten,

Wahlschwester Vila;

würden meine beiden Lieben jetzt im Türkenkerker schmachten,

leicht wärs mir sie aus dem Kerker, weisse Vila, loszukaufen,

Wahlschwesiter Villa;

leicht wärs mir sie aus dem Kerker, weisse Vila, loszukaufen,

gerne will ich für den Bruder meinen Kopf den Türken geben,

Wahlschwester Vila;

gerne will ich für den Bruder meinen Kopf den Türken geben,

und für Ivan, meinen Sohn, lebend in den Flammen brennen,

diesen jungen Knaben;

und für Ivan, meinen Sohn, lebend in den Flammen brennen.

Da hub an die weisse Vila und sie sprach zur greisen Mutter,

Mutter Margarita;

da hub an die weisse Vila und sie sprach zur greisen Mutter:

Schmachten nicht im Türkenkerker, deine beiden, greise Mutter,

glückloses Mütterchen;

schmachten nicht im Türkenkerker, deine beiden, greise Mutter.

Doch ich will dir, greise Mutter, jetzt die ganze Wahrheit sagen:

glückloses Mütterchen;

doch ich will dir, greise Mutter, jetzt die ganze Wahrheit sagen:

deinen Bruder hat umgarnt eine holde Griechenjungfrau,

Mutter Margarita;

deinen Bruder hat umgarnt eine holde Griechenjungfrau,

gab zu trinken deinem Bruder kaltes Wasser des Vergessens,

glückloses Mütterchen;

gab zu trinken deinem Bruder kaltes Wasser des Vergessens,

dass er nie und nimmermehr dein gedenke, seiner Schwester,

Mutter Margarita;

dass er nie und nimmermehr dein gedenke, seiner Schwester.

Als du aber deinen Sohn, arme Mutter, fortgelassen,

jenen jungen Knaben;

als du aber deinen Sohn, arme Mutter, fortgelassen,

da hat sich dir in der Brust ganz dein Herz zu Stein verwandelt,

du arme Greisin;

da hat sich dir in der Brust ganz dein Herz zu Stein verwandelt.

Denn als er war angelangt an des Meeres Wellenküste,

jener junge Knabe;

den als er war angelangt an des Meeres Wellenküste,

sah ihn da die schöne Cvita, Frau vom Meer, von ungefähr,

diesen jungen Knaben,

sah ihn da die schöne Cvita, Frau vom Meer, von ungefähr.

Einen Blätterkranz sie wand aus verwunschenem Akanthus,

junge Frau vom Meere;

einen Blätterkranz sie wand aus verwunschenem Akanthus.

Und sie sahn sich in die Augen, sahn sich in die Augen beide,

jung und hochgemut;

Und sie sahn sich in die Augen, sahn sich in die Augen beide,

und sie sahn sich in die Augen, fanden sich mit ihren Herzen,

jung und hochgemut;

und sie sahn sich in die Augen, fanden sich mit ihren Herzen,

und es krönte ihn die schöne Cvita, krönte ihn mit jenem Kranze,

deinen jungen Knaben;

Und es krönte ihn die schöne Cvita, krönte ihn mit jenem Kranze

dass er nie und nimmermehr, Mutter, zu dir wiederkehre,

glückloses Mütterchen;

dass er nie und nimmermehr, Mutter, zu dir wiederkehre,

Klage, Mutter, klag und traure und vergiesse bittre Tränen,

Mutter Margarita!

Klage, Mutter, klag und traure und vergiesse bittre Tränen,

lass auf deinem Angesicht nie die bittren Tränen trocknen,

Mutter Margarita!

Lass auf deinem Angesicht nie die bittren Tränen trocknen:

denn du siehst den Sohn nicht wieder, rufst den Bruder nicht zurück,

glückloses Mütterchen,

rufst den Bruder nicht zurück, siehst den jungen Sohn nicht wieder.

 

 

 Aus dem Kroatischen 

 von Ina Jun Broda

 

o nama

Eva Simčić pobjednica je nagrade "Sedmica & Kritična masa" (6.izdanje)

Pobjednica književne nagrade "Sedmica & Kritična masa" za mlade prozaiste je Eva Simčić (1990.) Nagrađena priča ''Maksimalizam.” neobična je i dinamična priča je o tri stana, dva grada i puno predmeta. I analitično i relaksirano, s dozom humora, na književno svjež način autorica je ispričala pamtljivu priču na temu gomilanja stvari, temu u kojoj se svi možemo barem malo prepoznati, unatoč sve većoj popularnosti minimalizma. U užem izboru nagrade, osim nagrađene Simčić, bile su Ivana Butigan, Paula Ćaćić, Marija Dejanović, Ivana Grbeša, Ljiljana Logar i Lucija Švaljek.
Ovo je bio šesti nagradni natječaj koji raspisuje Kritična masa, a partner nagrade bio je cafe-bar Sedmica (Kačićeva 7, Zagreb). Nagrada se sastoji od plakete i novčanog iznosa (5.000 kuna bruto). U žiriju nagrade bile su članice redakcije Viktorija Božina i Ilijana Marin, te vanjski članovi Branko Maleš i Damir Karakaš.

o nama

Natječaj ''Sedmica & Kritična masa'' - uži izbor

Nakon šireg izbora slijedi uži izbor nagrade ''Sedmica & Kritična masa'' za mlade prozne autore. Pročitajte tko su sedmero odabranih.

proza

Hana Kunić: Vidjela sam to

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - ŠIRI IZBOR

Hana Kunić (Varaždin, 1994.) završila je varaždinsku Prvu gimnaziju nakon koje upisuje studij Glume i lutkarstva na Akademiji za umjetnost i kulturu u Osijeku, gdje je magistrirala 2017. godine. Kao Erasmus+ studentica studirala je Glumu i na Faculty of Theatre and Television u Cluj-Napoci u Rumunjskoj. Glumica je pretežno na kazališnim (HNK Varaždin, Kazalište Mala scena Zagreb, Umjetnička organizacija VRUM, Kazalište Lutonjica Toporko), a povremeno i na filmskim i radijskim projektima. Kao dramska pedagoginja djeluje u Kazališnom studiju mladih varaždinskog HNK i u romskom naselju Kuršanec u sklopu projekta Studija Pangolin. Pisanjem se bavi od osnovne škole – sudjelovala je na državnim natjecanjima LiDraNo (2010. i 2012.), izdala je zbirku poezije „Rika“ (2018.), njena prva drama „Plavo i veliko“ izvedena je na Radiju Sova (2019.), a njen prvi dječji dramski tekst „Ah, ta lektira, ne da mi mira“ postavljen je na scenu lutkarskog Kazališta Lutonjica Toporko (2021.). Suosnivačica je Umjetničke organizacije Favela. Živi u Zagrebu, puno se sunča i alergična je na banalnost.

proza

Saša Vengust: Loša kob

NAGRADA "SEDMICA & KRITIČNA MASA" - ŠIRI IZBOR

Saša Vengust (Zagreb, 1988.) završio je školovanje kao maturant II. opće gimnazije. Nakon toga je naizmjence malo radio u videoteci, malo brljao na Filozofskom fakultetu po studijima filozofije, sociologije i komparativne književnosti. U naglom i iznenadnom preokretu, zaposlio se u Hladnjači i veletržnici Zagreb kao komercijalist u veleprodaji voća i povrća. Trenutačno traži posao, preuređuje kuću, savladava 3D printanje, boja minijature, uveseljava suprugu i ostale ukućane sviranjem električne gitare te redovito ide na pub kvizove da se malo makne iz kuće.

proza

Sheila Heti: Majčinstvo

Sheila Heti (1976.) jedna je od najistaknutijih kanadskih autorica svoje generacije. Studirala je dramsko pisanje, povijest umjetnosti i filozofiju. Piše romane, kratke priče, dramske tekstove i knjige za djecu. U brojnim utjecajnim medijima objavljuje književne kritike i intervjue s piscima i umjetnicima. Bestseleri How Should a Person Be? i Women in Clothes priskrbili su joj status književne zvijezde. New York Times uvrstio ju je na popis najutjecajnijih svjetskih književnica koje će odrediti način pisanja i čitanja knjiga u 21. stoljeću, a roman Majčinstvo našao se na njihovoj ljestvici najboljih knjiga 2018. godine. Hvalospjevima su se pridružili i časopisi New Yorker, Times Literary Supplement, Chicago Tribune, Vulture, Financial Times i mnogih drugi koji su je proglasili knjigom godine. Majčinstvo je tako ubrzo nakon objavljivanja postao kultni roman. Sheila Heti živi u Torontu, a njezina su djela prevedena na više od dvadeset jezika.

poezija

Selma Asotić: Izbor iz poezije

Selma Asotić je pjesnikinja. Završila je magistarski studij iz poezije na sveučilištu Boston University 2019. godine. Dobitnica je stipendije Robert Pinsky Global Fellowship i druge nagrade na književnom natječaju Brett Elizabeth Jenkins Poetry Prize. Nominirana je za nagradu Puschcart za pjesmu ''Nana'', a 2021. uvrštena je među polufinaliste/kinje nagrade 92Y Discovery Poetry Prize. Pjesme i eseje na engleskom i bhsc jeziku objavljivala je u domaćim i međunarodnim književnim časopisima.

proza

Ines Kosturin: Izbor iz poezije

Ines Kosturin (1990., Zagreb) rodom je iz Petrinje, gdje pohađa osnovnu i srednju školu (smjer opća gimnazija). Nakon toga u istom gradu upisuje Učiteljski fakultet, gdje je i diplomirala 2015. godine te stekla zvanje magistre primarnog obrazovanja. Pisanjem se bavi od mladosti, a 2014. izdaje svoju prvu samostalnu zbirku poezije, ''Papirno more''. Krajem 2020. izdaje drugu samostalnu zbirku poezije, ''Herbarij''. Pjesme objavljuje kako u domaćim, tako i u internacionalnim (regionalno i šire) zbornicima i časopisima. Na međunarodnom natječaju Concorso internazionale di poesia e teatro Castello di Duino 2018. osvaja treću nagradu. Poeziju uglavnom piše na hrvatskom i engleskom jeziku.

proza

Luka Ivković: Sat

Luka Ivković (1999., Šibenik) je student agroekologije na Agronomskom fakultetu u Zagrebu. Do sada je objavljivao u časopisu Kvaka, Kritična masa, Strane, ušao u širi izbor za Prozak 2018., uvršten u zbornik Rukopisi 43.

poezija

Bojana Guberac: Izbor iz poezije

Bojana Guberac (1991., Vukovar) odrasla je na Sušaku u Rijeci, a trenutno živi u Zagrebu. U svijet novinarstva ulazi kao kolumnistica za Kvarner News, a radijske korake započinje na Radio Sovi. Radila je kao novinarka na Radio Rijeci, u Novom listu, na Kanalu Ri te Ri portalu. Trenutno radi kao slobodna novinarka te piše za portale Lupiga, CroL te Žene i mediji. Piše pjesme od osnovne škole, ali o poeziji ozbiljnije promišlja od 2014. godine kada je pohađala radionice poezije CeKaPe-a s Julijanom Plenčom i Andreom Žicom Paskučijem pod mentorstvom pjesnikinje Kristine Posilović. 2015. godine imala je prvu samostalnu izložbu poezije o kojoj Posilović piše: ''Primarni zadatak vizualne poezije jest da poeziju učini vidljivom, tj. da probudi kod primatelja svijest o jeziku kao materiji koja se može oblikovati. Stoga Guberac pred primatelje postavlja zahtjevan zadatak, a taj je da pokušaju pjesmu obuhvatiti sa svih strana u prostoru, da ju pokušaju doživjeti kao objekt. Mada pjesnički tekst u ovom slučaju primamo vizualno, materijal te poezije je dalje jezik.'' Njezine pjesme objavljivane su u časopisima, a ove godine njezina je poezija predstavljena na Vrisku – riječkom festivalu autora i sajmu knjiga.

proza

Iva Sopka: Plišane lisice

Iva Sopka (1987., Vrbas) objavila je više kratkih priča od kojih su najznačajnije objavljene u izboru za književnu nagradu Večernjeg lista “Ranko Marinković” 2011. godine, Zarezovog i Algoritmovog književnog natječaja Prozak 2015. godine, nagrade “Sedmica & Kritična Masa” 2016., 2017. i 2019. godine, natječaja za kratku priču Gradske knjižnice Samobor 2016. godine te natječaja za kratku priču 2016. godine Broda knjižare – broda kulture. Osvojila je drugo mjesto na KSET-ovom natječaju za kratku priču 2015. godine, a kratka priča joj je odabrana među najboljima povodom Mjeseca hrvatske knjige u izboru za književni natječaj KRONOmetaFORA 2019. godine. Kao dopisni član je pohađala radionicu kritičkog čitanja i kreativnog pisanja "Pisaće mašine" pod vodstvom Mime Juračak i Natalije Miletić. Dobitnica je posebnog priznanja 2019. godine žirija nagrade "Sedmica & Kritična masa" za 3. uvrštenje u uži izbor.

proza

Ivana Caktaš: Život u roku

Ivana Caktaš (1994., Split) diplomirala je hrvatski jezik i književnost 2018. godine s temom „Semantika čudovišnog tijela u spekulativnoj fikciji“. Tijekom studiranja je volontirala u Književnoj udruzi Ludens, gdje je sudjelovala u različitim jezikoslovnim i književnim događajima. Odradila je stručno osposobljavanje u osnovnoj školi i trenutno povremeno radi kao zamjena. U Splitu pohađa Školu za crtanje i slikanje pod vodstvom akademskih slikara Marina Baučića i Ivana Svaguše. U slobodno vrijeme piše, crta, slika i volontira.

poezija

Marija Skočibušić: Izbor iz poezije

Marija Skočibušić rođena je 2003. godine u Karlovcu gdje trenutno i pohađa gimnaziju. Sudjeluje na srednjoškolskim literarnim natječajima, a njezina poezija uvrštena je u zbornike Poezitiva i Rukopisi 42. Također je objavljena u časopisima Poezija i Libartes, na internetskom portalu Strane te blogu Pjesnikinja petkom. Sudjelovala je na književnoj tribini Učitavanje u Booksi, a svoju je poeziju čitala na osmom izdanju festivala Stih u regiji.

proza

Philippe Lançon: Zakrpan

Philippe Lançon (1963.) novinar je, pisac i književni kritičar. Piše za francuske novine Libération i satirički časopis Charlie Hebdo. Preživio je napad na redakciju časopisa te 2018. objavio knjigu Zakrpan za koju je dobio niz nagrada, među kojima se ističu Nagrada za najbolju knjigu časopisa Lire 2018., Nagrada Femina, Nagrada Roger-Caillois, posebno priznanje žirija Nagrade Renaudot. Knjiga je prevedena na brojne jezike te od čitatelja i kritike hvaljena kao univerzalno remek-djelo, knjiga koja se svojom humanošću opire svakom nasilju i barbarizmu.

Stranice autora

Književna Republika Relations PRAVOnaPROFESIJU LitLink mk zg